Prof. Dr. David Ray Griffin: Der 11. September und das Amerikanische Imperium - wie sollten gläubige Menschen reagieren?

Montag, 18 April, 2005

[Anmerkung: Diese Vorlesung wurde am 18. April 2005 an der Universität von Madison, Wisconsin, gehalten und erstmalig vom US-Regierungssender C-Span2 in der Sendung BookTV am 30. April ausgestrahlt. Obwohl dieser Text nicht exakt mit der mündlichen Vorlesung übereinstimmt, sind alle Unterschiede trivial mit der Ausnahme, dass die mündliche Präsentation ohne Endnoten auskommt. David Ray Griffin]

Ich beginne mit den Schlüsselbegriffen im Titel meines Vortrags: „der 11. September“, „das Amerikanische Imperium“ sowie „gläubige Menschen“ und fange mit letzterem an.

1. Gläubige Menschen

Obwohl ich ein christlicher Theologe bin, wende ich mich in dieser Vorlesung allgemein an gläubige Menschen. Ich tue das, weil ich der Überzeugung bin, dass gläubige Menschen auf den 11. September und das Amerikanische Imperium auf eine bestimmte Weise reagieren sollten – und zwar aufgrund der moralischen Prinzipien ihrer religiösen Traditionen, die allen historischen religiösen Traditionen gemein sind. 1

Ich denke dabei an Prinzipien wie: Du sollst nicht begehren deines Nachbars Öl. Du sollst deine Nachbarn nicht ermorden, um ihr Öl zu stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deine Nachbarn und ihnen vorwerfen, sie besäßen verbotenerweise Massenvernichtungswaffen, um so zu rechtfertigen, dass sie getötet werden, damit ihr Öl gestohlen werden kann. Diese Ausdrucksweise entspricht natürlich der Ausdrucksweise, die wir mit den abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam assoziieren. Doch die gleichen fundamentalen Leitsätze finden sich auch in anderen religiösen Traditionen.

Nun widme ich mich dem „Amerikanischen Imperium“, einem äußerst umstrittenen Begriff.

2. Das Amerikanische Imperium: Unterschiedliche Betrachtungsweisen

Andrew Bacevich weist in seinem 2002 erschienenen Buch „American Empire“ darauf hin, dass „die Vereinigten Staaten kein Imperium sind und es nicht sein können.“ 2 Die Wörter „Amerikanisches Imperium“ seien, wie er hinzufügt, „Reizwörter“, die fast ausschließlich von linksgerichteten Kritikern der US-amerikanischen Außenpolitik verwendet wurden. Doch seit kurzer Zeit, so Bacevich, geben jetzt sogar rechtsgerichtete Kommentatoren die Existenz des Amerikanischen Imperiums offen zu. 2002 sagte Kolumnist Charles Krauthammer: „Die Leute bekennen sich offen zu dem Begriff Imperium.“ 3 Diese neue Offenheit, wie Krauthammer exemplarisch belegt, ist ein Ausdruck von Stolz, dass Amerika „nicht mehr bloß ein Land ist“, sondern „die dominierende Macht in der Welt, dominierender als jede andere Macht seit Rom.“ 4

Angesichts dieser Einigkeit über die Realität des Amerikanischen Imperiums besteht die einzig verbleibende Frage in der Natur dieses Imperiums. In der Regel bezeichnen die Konservativen – aufgrund der neuen Offenheit – das Imperium als gutartig. Robert Kagan schrieb von „dem wohlwollenden Imperium“. 5 Nachdem Dinesh D’Souza 2002 festgestellt hatte, dass „Amerika ein Imperium geworden ist“, fügte er hinzu, dass es zum Glück „die edelmütigste imperiale Macht überhaupt ist.“ 6 Die Tatsache, dass es sich bei dem Anspruch der USA, eine gutartige Macht zu sein, nicht nur um reine „Selbstgefälligkeit“ handelt, wird nach Krauthammer durch ihre „Erfolgsgeschichte“ belegt. 7

Linke Kommentatoren haben jedoch eine völlig andere Auffassung. Ein kürzlich erschienenes Buch von Noam Chomsky trägt den Untertitel „America's Quest for Global Dominance [Amerikas Streben nach Weltherrschaft]“. 8 Über das „Projekt der Weltherrschaft“ der Bush-Administration schrieb Richard Falk, dass es einem „globalen Faschismus“ gleichkommt. 9 Chalmers Johnson, ein ehemaliger Konservativer, glaubte, dass die Ziele der amerikanischen Außenpolitik in der Förderung von Demokratie und Freiheit liegen würden. Doch heute bezeichnet er die Vereinigten Staaten als „einen militärischen Moloch, der beabsichtigt, die Weltherrschaft an sich zu reißen.“ 10

Ein weiterer Konservativer, der kürzlich seine Meinung geändert hat, ist Andrew Bacevich. Im Gegensatz zu Johnson hat er sich nicht mit der Linken identifiziert, stimmt aber mit ihrer Anschauungsweise über das Amerikanische Imperium überein. 11 Er spottet jetzt über die Behauptung, „dass die Förderung von Frieden, Demokratie und Menschenrechte sowie die Bestrafung von Übeltätern das Wesen der amerikanischen Diplomatie definiert hat und nicht die Verfolgung von Eigeninteressen.“ 12 Mit dem Hinweis auf die Zielsetzung des US-Militärs, „so etwas wie eine Allmachtsstellung anzustreben“, machte sich Bacevich lustig über die Vorstellung, dass eine solche Macht in Amerikas Händen „per definitionem gutartig ist.“ 13

3. Der 11. September: vier Interpretationen

Wenn das „Amerikanische Imperium“ auf unterschiedliche Weise verstanden wird, gilt das umso mehr für den Begriff „11. September“.

Für diejenigen Amerikaner, welche die offizielle Darstellung akzeptieren, war der 11. September ein Überraschungsangriff islamischer Terroristen auf das amerikanische Volk und seine Regierung.

Für einige Amerikaner hat der 11. September eine komplexere Bedeutung. Diese zweite Gruppe akzeptiert zwar die offizielle Version der Ereignisse, sieht aber im 11. September in erster Linie ein Ereignis, welches von der Bush-Administration in opportunistischer Weise instrumentalisiert wurde, um das Amerikanische Imperium auszudehnen. Diese Ansicht wird von Autoren wie Noam Chomsky, Rahul Mahajan sowie Chalmers Johnson vertreten. 14

Eine dritte Gruppe von Amerikanern impliziert mit dem Begriff „11. September“ ein Ereignis mit einer weitaus unheilvolleren Tragweite. Diese Bürger glauben, dass die Bush-Administration Kenntnis von den Anschlägen hatte und diese absichtlich zuließen. Obwohl keine nationale Umfrage vorgenommen wurde, um zu erheben, wie viele Amerikaner dieser Ansicht sind, ergab überraschenderweise eine Umfrage von Zogby [ein US-amerikanisches Meinungsforschungsinstitut] , dass fast die Hälfte der Einwohner von New York City dieser Überzeugung sind. 15

Nach einer vierten Sichtweise des 11. September hatte die Bush-Regierung nicht nur von den Anschlägen gewusst, sie hatte sie inszeniert. Obwohl bisher nicht versucht wurde, mittels einer Befragung herauszufinden, wie viele Amerikaner davon überzeugt sind, zeigten vor einiger Zeit Umfrageergebnisse aus Kanada und Deutschland, dass seinerzeit 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung diese Ansicht teilten. 16

4. Der 11. September und das Amerikanische Imperium

Gläubige Menschen, die die moralischen Prinzipien ihrer Religion ernst nehmen, werden vermutlich gegenüber dem Amerikanischen Imperium unterschiedliche Positionen einnehmen, je nachdem, welche dieser vier Ansichten sie über den 11. September haben.

Akzeptieren sie die offizielle Sichtweise, nach der Amerika das unschuldige Opfer böser Terroristen war, ist es für sie leicht, Amerikas sogenannten Krieg gegen den Terror als einen gerechten Krieg zu empfinden. Diese Position vertritt Jean Bethke Elshtain, Professor für Ethik an der Divinity School der Universität von Chicago, in seinem Buch „Just War Against Terror [Gerechter Krieg gegen den Terror]“. 17 Aus dieser Perspektive hat der „Krieg gegen den Terror“ nichts mit imperialistischen Bestrebungen zu tun. Es ist einfach ein Krieg, um die Welt vor bösen Terroristen zu beschützen. 18

Die zweite Interpretation des 11. September, wonach die Bush-Regierung die Anschläge des 11. September in zynischer Weise für ihre imperialistischen Expansionspläne instrumentalisiert hat, ist von ganz anderer Tragweite. Obschon die Anschläge für einen Überraschungsangriff gehalten werden, der ausschließlich von internationalen Feinden Amerikas begangen wurde, bewertet diese Sichtweise die Anschläge in der Regel als Gegenschlag für die durch den US-Imperialismus hervorgerufenen Ungerechtigkeiten. Diese Ansicht beurteilt die Reaktion der USA auf die Attentate des 11. September, die bereits Hunderttausende von Toten zur Folge hat, weitaus gravierender als die Anschläge selbst. Diese Anschauung des 11. September würde dazu führen, dass die Menschen, die die moralischen Prinzipien ihrer Religion ernst nehmen, eine Bewegung zur Änderung der US-Außenpolitik unterstützen würden.

Die dritte Interpretation würde eine noch intensivere Reaktion zur Folge haben, beinhaltet sie doch, dass die Bush-Regierung absichtlich und kaltblütig den Tod von Tausenden ihrer Bürger am 11. September in Kauf genommen hat, um ihre imperialistischen Eroberungspläne vorantreiben zu können, indem sie dieses Ereignis als Vorwand nahm, um Hunderttausende von Menschen in anderen Ländern umzubringen, sich dabei die ganze Zeit selbst darstellend als Förderer einer „Kultur des Lebens“. Sicherlich ist denen, welche die vorangegangene Sichtweise akzeptieren, bewusst, dass die Heuchelei über die „Heiligkeit des Lebens“ seit langem ein Merkmal der offiziellen Rhetorik ist. Und doch würden die meisten Amerikaner, falls sie erfahren sollten, dass ihre Regierung absichtlich die eigene Bevölkerung hat töten lassen, diesem Verrat mit Sicherheit eine andere Qualität beimessen. Denn das wäre Verrat, ein Verrat des Eides der amerikanischen politischen Führung, die eigenen Bürger zu schützen.

Impliziert schon die dritte Darstellung, dass die Bush-Administration eines abscheulichen und sogar verbrecherischen Aktes schuldig ist, so ist dies bei der vierten Sichtweise umso mehr der Fall. Für viele Amerikaner ist die Vorstellung, dass wir in einem Land leben, dessen eigene Regierung die Attentate des 11. September geplant und ausgeführt hat, einfach zu unvorstellbar, um sie in Erwägung zu ziehen. Leider gibt es stichhaltige Beweise für diese These. Und sollten uns diese Indizien überzeugen, wird der Widerstand gegen das US-Imperium radikale Folgen haben.

Die einzig übriggebliebene Debatte über das Amerikanische Imperium liegt, wie Bacevich betont, in der Frage, ob es friedfertig ist. Die Betrachtungsweise über den 11. September ist dabei wichtig, weil es schwierig wäre, sich die dritte oder die vierte Sichtweise anzueignen und dabei immer noch den Amerikanischen Imperialismus als friedliebend anzusehen.

Nun wende ich mich einigen der Beweisen zu, die diese Ansichten untermauern. Zunächst betrachte ich die Beweise für (zumindest) die dritte Interpretationsmöglichkeit, nach der die US-Beamten bereits im Vorfeld von den Terrorakten wussten.

5. Beweise für Vorwissen von US-Beamten

Ein zentraler Aspekt der offiziellen Darstellung des 11. September ist, dass die Angriffe vollständig von al-Qaida geplant wurden und niemand sonst involviert war. Robert Mueller, Direktor des FBI, äußerte sich ein Jahr nach den Anschlägen: „Bis zum heutigen Tag kennen wir niemanden in den Vereinigten Staaten, der Kenntnis von den Anschlägen hatte, mit Ausnahme der eigentlichen Entführer.“ 19 Seit dieser Zeit mussten US-Bundesbeamte zugeben, dass sie weit mehr Warnungen den 11. September betreffend bekommen hatten als zuvor eingestanden. Doch diese Eingeständnisse, welche die Frage in den Raum stellen, warum nicht weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, weisen nicht zwingend darauf hin, dass die Beamten spezifisches Vorwissen über die Angriffe hatten.

Man könnte immer noch – wie die 9/11-Kommission – die Schlussfolgerung akzeptieren, die von der gemeinsamen Untersuchungskommission des Kongresses Ende 2002 veröffentlicht wurde, der zufolge „niemand [aufgrund der von den US-Geheimdiensten gesammelten Informationen] ermittelt werden konnte, der Zeit und Ort sowie die genaue Beschaffenheit der für den 11. September geplanten Attentate kannte.“ 20

Zum Leidwesen der offiziellen Darstellung existieren allerdings Berichte, nach denen Bundesbeamte tatsächlich über sehr detaillierte Informationen verfügten. Ich möchte zwei Beispiele nennen.

David Schippers und die FBI-Agenten: das erste Beispiel handelt von David Schippers, Anwalt und Chefankläger bei dem Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Clinton. Zwei Tage nach dem 11. September erklärte Schippers, er wäre sechs Wochen zuvor von FBI-Beamten vor den Anschlägen gewarnt worden – diese Warnungen nannten sowohl die Zeit als auch die Ziele. Schippers erklärte, die Agenten hätten sich an ihn gewandt, weil ihre Recherchen seitens der Hauptzentrale blockiert wurden und man ihnen mit Strafverfolgung gedroht hatte, sollten sie ihre Informationen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Sie baten Schippers, seinen Einfluss zu nutzen, um die Regierung zum Handeln zu bewegen und um die Angriffe zu verhindern. In republikanischen Kreisen war Schippers hoch angesehen, vor allem wegen seiner Rolle im Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton. Und doch, so berichtete er, versäumte es Justizminister Ashcroft immer wieder, ihn zurückzurufen. 21

In einem Artikel mit dem Titel „Wussten wir, was passiert?“ von Norman Grigg, erschienen in dem strengkonservativen Magazin „The New American“, wurden Schippers' Aussagen über die FBI-Agenten bestätigt. Grigg zufolge hatten die von ihm befragten drei FBI-Agenten ausgesagt, „dass die Schippers zugänglich gemachten Informationen dem FBI bereits vor dem 11. September weitgehend bekannt waren.“ 22

Sollten Schippers, Grigg sowie die Agenten die Wahrheit sagen, dann sieht es so aus, als hätte FBI-Direkter Mueller, entgegen seiner Behauptung, das FBI hätte in diesem Land niemanden mit Vorkenntnissen über die Anschläge ermittelt, die Unwahrheit gesagt.

Die Put-Optionen: aufgrund des außerordentlich hohen Volumens an „Put-Optionen“, welche in den drei Tagen vor dem 11. September gekauft wurden, hätte die Regierung Kenntnis von den Anschlägen haben müssen. Bei dem Erwerb von „Put-Optionen“ spekuliert man darauf, dass der Aktienkurs eines bestimmten Unternehmens sinken wird. Derartige Käufe gab es bei zwei – und nur bei zwei – Fluggesellschaften, nämlich United Airlines und American Airlines, die in die Anschläge involviert waren, sowie bei der Bank Morgan Stanley Dean Witter, die 22 Stockwerke des World Trade Center belegt hatte. Der Aktienkurs stürzte selbstverständlich nach dem 11. September in den Keller. Der San Francisco Chronicle mutmaßte, dass diese ungewöhnlichen Käufe, die einen Gewinn von zehn Millionen Dollar nach sich zogen, den „Verdacht schüren, dass die Investoren […] Kenntnisse von den Anschlägen hatten.“

Die für unsere Belange wichtigste Konsequenz aus dieser Geschichte resultiert aus der Tatsache, dass der Markt von den US-amerikanischen Geheimdiensten daraufhin überwacht wird, ob es Anzeichen für bevorstehende, unerwünschte Ereignisse gibt. 24 Denn diese außergewöhnlichen Käufe wären für die Geheimdienste ein Indiz gewesen, dass in den kommenden Tagen United und American Airlines in Attentate auf das World Trade Center verwickelt werden. Hierbei handelt es sich um ziemlich konkrete Informationen.

Diese Beispiele belegen exemplarisch die Unrichtigkeit der Erklärung des Gemeinsamen Untersuchungsausschusses, wonach „niemand [aufgrund der von den US-Geheimdiensten gesammelten Informationen] ermittelt werden konnte, der Zeit und Ort sowie die genaue Beschaffenheit der für den 11. September geplanten Attentate kannte.“ In der Tat sagte einer der von William Grigg befragten FBI-Agenten Berichten zufolge: „Offensichtlich wussten es gewisse Personen … der Gedanke ist furchtbar, aber es musste – als Teil eines noch größeren Planes – zugelassen worden sein.“ 25

Er hatte recht. Das wäre furchtbar. Und es existieren beträchtliche Beweise dafür, dass das Ausmaß der ganzen Wahrheit noch furchtbarer ist – der Grund, warum mehrere US-Beamte Vorkenntnisse über die Angriffe hatten, ist der, dass sie sie geplant hatten.

6. Beweise für die Planung und Durchführung der Attentate von US-Beamten

Die vierte Sichtweise wird von Beweisen untermauert, die sich zum größten Teil aus den spezifischen Merkmalen der Anschläge – in Verbindung mit dem Verhalten von US-Beamten – ergeben und nicht unter der Prämisse, die Anschläge wären allein von ausländischen Tätern geplant und durchgeführt worden, erklärt werden können. Ich möchte vier Beispiele erläutern.

Das Versagen des Militärs, die Anschläge zu verhindern und ihre wechselhaften Rechtfertigungen: ein besonderes Merkmal der Angriffe, das auf eine Komplizenschaft von US-Beamten hindeutet, ist die Tatsache, dass das US-Militär nicht in der Lage war, die Angriffe des 11. September zu verhindern und danach widersprüchliche Erklärungen für dieses Versagen abgegeben hat. Diese wechselhaften Rechtfertigungsversuche zeigen deutlich, dass das Militär die Tatsache verschleiern wollte, dass am 11. September ein „Stand down“-Befehl erlassen wurde, der die militärischen Standardprozeduren für die Behandlung möglicherweise entführter Flugzeuge außer Kraft gesetzt hatte.

Es ist offensichtlich, dass am 11. September eine Behörden – entweder das Militär oder die FAA – dieses Standardverfahren nicht anwandten. Nach diesem Verfahren kontaktiert, sofern es Anzeichen gibt, dass ein Flugzeug entführt worden sein könnte, die FAA (Federal Aviation Administration = US-Flugaufsichtsbehörde) das Militär, welches daraufhin die nächstgelegene Luftwaffenbasis mit Kampfflugzeugen in Alarmbereitschaft versetzt und den Befehl erteilt, das Flugzeug abzufangen. Derartige Abfangmanöver erfolgen in der Regel innerhalb von 10 bis 20 Minuten nach dem ersten Anzeichen von Schwierigkeiten. Dies ist eine Routineangelegenheit, die etwa 100 Mal pro Jahr stattfindet. 26 Eine der vielen Lügen in einem jüngst im Magazin Popular Mechanics veröffentlichten Artikel, der die alternative Verschwörungstheorie widerlegen soll, ist die Behauptung, in den zehn Jahren vor dem 11. September habe es nur ein einziges Abfangmanöver gegeben, und zwar ging es dabei um den Learjet des ehemaligen Golfprofis Payne Stewart. 27 Bei ca. 100 Fällen jährlich wären es in diesem Jahrzehnt rund 1000 Vorkommnisse gewesen. Am 11. September jedoch wurde jedoch kein einziges Flugzeug abgefangen.

Warum nicht? Die erste Version des Militärs lautete, man hätte bis zum Anschlag auf das Pentagon keine Kampfjäger aufsteigen lassen. Mit anderen Worten gab die Führung des Militärs also zu, dass sie ihre Kampfflugzeuge nahezu 90 Minuten lang am Boden beließen, nachdem die FAA erste Anzeichen einer möglichen Entführung bemerkt hatte. Für viele Menschen bedeutet das, dass es einen „Standdown“-Befehl gegeben haben muss. 28

Am Wochenende schob das Militär eine zweite Erklärung nach und behauptete, Kampfjäger seien aufgestiegen, aber weil die FAA sehr spät über die Entführungen informiert hatte, wären sie in jedem einzelnen Fall zu spät gekommen. Die Problematik dieser Darstellung ist, dass, sollte das FAA-Personal so verzögert reagiert haben, Köpfe hätten rollen müssen, aber das ist nicht passiert. Noch größer ist das Problem, dass – selbst unter der Annahme, die behauptete verspätete Informationsübermittlung würde der Wahrheit entsprechen – die Kampfflugzeuge dennoch genügend Zeit gehabt hätten, um die entführten Flugzeuge abzufangen, bevor diese ihre Ziele erreichen konnten. 29 Aus der zweiten Stellungnahme lässt sich daher schließen, dass das Standardverfahren sowohl vom Militär als auch von der FAA bewusst nicht befolgt wurde.

Um die Streitkräfte gegen diesen Vorwurf zu schützen, lieferte der 9/11-Kommissionsbericht erstaunlicherweise eine dritte Erklärung, nach der die FAA, nachdem sie nur unzureichende Warnungen über das erste entführte Flugzeug an das Militär weitergeleitet hatte, keine weiteren Mitteilungen über die anderen drei gemacht hatte, bis diese abgestürzt waren. Doch wie ich schon in meinem Buch „The 9/11 Commission Report: Omissions and Distortions“ dargelegt habe, ist diese Darstellung gänzlich unglaubwürdig. Neben der Darstellung des kompletten FAA-Personals als absolute Vollidioten beruht die Argumentation der 9/11-Kommission auf Behauptungen, die im Widerspruch zu vielen glaubwürdigen und sich gegenseitig ergänzenden Zeugenaussagen stehen. Die Tatsache, dass die Kommission lügt, ist in einigen dieser Fälle mehr als offensichtlich. 30 Darüber hinaus bedeutet dies, dass die zweite Version, die vom Militär fast drei Jahre lang verbreitet wurde, nahezu komplett unwahr ist. Wenn uns unsere militärischen Führer die ganze Zeit belogen haben, warum sollten wir ihnen jetzt glauben? Und wenn unser Militär uns belügt, müssen wir dann nicht davon ausgehen, dass es dies tut, um seine eigene Schuld zu vertuschen?

Zusammengefasst bedeutet das Verhalten der militärischen Führung sowohl am 11. September als auch danach – in Verbindung mit der Tatsache, dass die 9/11-Kommission zu Unwahrheiten greifen musste, um das US-Militär unbeteiligt erscheinen zu lassen – dass die militärischen Befehlshaber in die Anschläge involviert waren. Eine ähnliche Schlussfolgerung ergibt sich aus einer Untersuchung des Angriffs auf das Pentagon.

Der Anschlag auf das Pentagon: es wird darüber diskutiert, ob bei dem Angriff das Pentagon – laut offiziellem Bericht - von Flug 77 der American Airlines getroffen wurde oder von einem militärischen Flugkörper. Beide Varianten implizieren jedoch, dass der Angriff – zumindest zum Teil – auf einem „Inside Job“ basiert.

Wenn wir davon ausgehen, dass das Pentagon von Flug 77 getroffen wurde, müssen wir uns fragen, wie dieser stattgefunden haben kann. Das Pentagon kann mit Fug und Recht als das am besten verteidigte Gebäude auf unserem Planeten bezeichnet werden, und zwar aus drei Gründen. Erstens befindet sich nur einige Meilen weiter die Andrews-Luftwaffenbasis, die über mindestens drei Staffeln verfügt und deren Kampfjets sich in ständiger Alarmbereitschaft befinden, um die Hauptstadt der Nation zu schützen. Ein Aspekt der offiziellen Darstellung ist sicher, dass an diesem Tag Andrews keine Kampfjets in Alarmbereitschaft hatte. Wie ich allerdings in meiner Kritik am 9/11-Kommissionsbericht erörtert habe, ist diese Behauptung völlig unglaubwürdig. 31

Zweitens besitzt das US-Militär die besten Radarsysteme der Welt. Auch nur einem dieser Systeme, so wurde geprahlt, würde „nichts entgehen, was im nordamerikanischen Luftraum passiert.“ Dieses System soll auch in der Lage sein, eine große Anzahl von Objekten gleichzeitig zu überwachen, wie dies zum Beispiel im Falle eines massiven Raketenangriffs notwendig wäre. 32 In Anbetracht dieser Möglichkeiten ist die Geschichte, Flug 77 hätte 40 Minuten lang unentdeckt auf das Pentagon zufliegen können, absurd, zumal während dieser Zeit das Pentagon bereits wusste, dass das Land angegriffen wurde. Jedes unautorisierte Flugzeug, welches sich dem Verteidigungsministerium genähert hätte, wäre entdeckt und abgefangen worden, lange bevor es auch nur in dessen Nähe gekommen wäre.

Drittens ist das Pentagon ringförmig von Flugabwehrbatterien umgeben, die so programmiert sind, sämtliche Luftfahrtzeuge zu zerstören, ausgenommen diejenigen, die mit einem Transponder des US-Militärs ausgerüstet sind. 33 Sollte es Flug 77 aufgrund eines glücklichen Zufalls geschafft haben, in den Luftraum des Pentagon einzudringen, hätte er dem Abschuss nur entgehen können, indem Beamte des Pentagons die Flugabwehr deaktiviert hätten.

Selbst wenn wir die offizielle Darstellung akzeptieren, dass Flug 77 von Entführern der al-Qaida in das Pentagon geflogen wurde, müssen wir schlussfolgern, dass der Angriff nur gelingen konnte, weil das Pentagon wollte, dass er gelingt.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Hinweise, um die offizielle Version zurückzuweisen. Erstens war Hani Hanjour, der angeblich das Flugzeug gesteuert hat, ein miserabler Pilot, der unter keinen Umständen das vermeintlich von Flug 77 geflogene Manöver vorgenommen haben kann. Zweitens traf das Flugzeug den Westflügel des Pentagon – aus vielerlei Gründen ein unwahrscheinlicher Ort, den ausländische Terroristen als Ziel anvisiert hätten: die Kollision mit dem Westflügel hätte ein äußerst schwieriges Manöver erfordert; dieser Flügel wurde gerade renoviert, so dass sich dort nur wenige Menschen aufhielten, viele von ihnen waren außerdem Zivilisten, die die Renovierungsarbeiten ausführten. Im Zuge dieser Renovierung wurde der Gebäudeteil verstärkt, so dass ein Angriff auf die Westseite weitaus geringere Schäden verursachte als dies bei einer Kollision mit anderen Teilen des Pentagon der Fall gewesen wäre. Rumsfeld sowie die hochrangigen Militärs, welche die Terroristen sicher hätten töten wollen, befanden sich im Ostflügel, so weit wie möglich vom Westflügel entfernt. Ein drittes Problem an der offiziellen Sichtweise ist die Tatsache, dass der primäre Schaden am Westflügel viel zu gering war, um von dem Einschlag verursacht worden zu sein. Ein viertes Problem liegt darin, dass weder Fotos noch Berichte von Augenzeugen unmittelbar danach Beweise für eindeutige Überreste einer Boeing 757 erbringen konnten. Fünftens ist die Tatsache, dass das Flugzeug nicht durch das Flugabwehrsystem des Pentagon abgeschossen wurde, ein Indiz, dass es ein Flugzeug des US-Militärs gewesen sein muss. Sechstens existieren Videos, die Aufschluss darüber bringen würden, ob das, was das Pentagon getroffen hat, wirklich eine Boeing 757 war, doch das FBI hatte diese Videoaufzeichnungen direkt nach dem Einschlag beschlagnahmt, bis heute weigern sich die Behörden, diese freizugeben. 34

Ganz gleich, ob wir die Behauptung akzeptieren oder ablehnen, das Pentagon wäre von Flug 77 getroffen worden, sind die Beweise ein Indiz dafür, dass es sich zumindest teilweise um einen „Inside Job“ gehandelt haben muss.

Der Zusammenbruch der Gebäude des World Trade Center: den gleichen Schluss können wir bei den Anschlägen auf das World Trade Center ziehen. Warum? Die Einstürze der Zwillingstürme sowie von Gebäude 7 waren Musterbeispiele für eine kontrollierte Sprengung, verursacht durch tausende von in jedem der Gebäude angebrachten Sprengladungen. Kein ausländischer Terrorist hätte den dafür erforderlichen Zugang in den Gebäuden erhalten.

Ein Grund für die Schlussfolgerung, dass diese drei Gebäude mit Hilfe von Sprengstoff zerstört wurden, ist exakt die Tatsache, dass sie in sich zusammenfielen. Stahlskelett-Hochbauten sind jemals weder vor noch nach dem 11. September durch Feuer zerstört worden, auch wenn, wie bei dem Brand in Philadelphia 1991 sowie dem in Madrid im Februar 2005 die Brände wesentlich größer, viel heißer und weitaus langlebiger waren, als dies bei den Bränden in den Zwillingstürmen und in Gebäude 7 der Fall war.

Der zweite Grund liegt in der besonderen Weise des Zusammenbruchs, bei der jedes einzelne Merkmal auf Sprengstoff hinweist. Beispielsweise fiel das Gebäude – wie bei einer kontrollierten Sprengung – gerade und nahezu im freien Fall in sich zusammen. Danach schwelten die Trümmer monatelang. Speziell bei den Zwillingstürmen sagten viele Menschen, die sich in den Gebäude aufgehalten hatten, sie hätten Explosionen gehört beziehungsweise gespürt; praktisch der ganze Beton dieser enormen Strukturen wurde zu sehr feinem Staub pulverisiert (lassen Sie ein Stück Beton aus großer Höhe fallen, es wird nur in kleine Stücke zerbrechen, aber nicht in sehr feine Staubpartikel zerfallen); Unmengen dieses Staubes bewegten sich, zusammen mit Stahl- und Aluminiumteilen, horizontal über hundert Meter durch die Luft; der größte Teil der Stahlträger und -säulen fiel in knapp zehn Meter langen Segmenten zu Boden, praktischerweise die passende Größe, um sie auf LKWs verladen zu können. Teile geschmolzenen Stahls wurden unter den Trümmern gefunden. Diese und weitere Kennzeichen deuten auf das Vorhandensein von extrem wirksamen, exakt platziertem Sprengstoff hin. 35

Die dritte Tatsache, welche die Theorie der kontrollierten Sprengung untermauert, ist ein Hinweis auf eine vorsätzliche Verschleierung. Wenn in der Tat die Stahlträger und -säulen der Gebäude aufgrund von Sprengstoffeinwirkung zerstört worden sind, hätte eine Untersuchung der Stahlfragmente diese Ursache offenbart. Und obwohl es normalerweise eine Straftat ist, Beweisstücke von einem Tatort zu entfernen, wurde der Stahl umgehend auf Lastwagen verladen, um ihn dann nach Asien zu verschiffen. 36

Ich möchte Ihnen ein weiteres Anzeichen für eine bewusste Verschleierung nennen. Insofern eine offizielle Theorie existiert, warum die Türme einstürzten, handelt es sich dabei um die „Pfannkuchentheorie“, nach der die oberen Stockwerke aufgrund der durch die Flugzeuge verursachten Zerstörungen auf die unteren Etagen absackten und dadurch eine Kettenreaktion auslösten. Diese Theorie erklärt aber nicht einmal ansatzweise die wahre Ursache des Zusammenbruchs, der nahezu im freien Fall stattfand. Aber auch wenn die Pfannkuchentheorie im Entferntesten plausibel sein sollte, so kann sie keinesfalls erklären, was mit den 47 massiven Stahlsäulen passiert ist, die den gewichtstragenden Kern beider Türme gebildet haben. Sie hätten noch hunderte Meter hoch in die Luft ragen müssen (wie die Spindel eines altmodischen Schallplattenwechslers). Der 9/11-Kommissionsbericht ignoriert dieses Problem einfach – was unglaublich ist, indem die Existenz dieser Säulen geleugnet wird. Stattdessen behauptet dieser angeblich maßgebliche Bericht fälschlicherweise, der größte Teil des Gewichtes eines Turmes wäre von den Stahlsäulen der Außenwände getragen worden. In dem Bericht heißt es: „Der innere Kern der Gebäude wurde von einem hohlen Stahlschacht gebildet, in dem sich die Aufzüge und Treppenhäuser befanden.“ 37 Solch eine verzweifelte Lüge ist ein sicheres Zeichen für eine vorsätzliche Verschleierung.

Wenn wir all diese Details der Einstürze betrachten, ist die Vorstellung, sie könnten aufgrund der von den Flugzeugen verursachten Schäden sowie den daraus resultierenden Bränden verursacht worden sein, in jedem Fall lächerlich. Dies wird noch deutlicher bei Gebäude 7, welches nicht von einem Flugzeug getroffen worden war. Dieser Einsturz ist – außer mit einer kontrollierten Sprengung – so unmöglich zu erklären, dass der 9/11-Kommissionsbericht dieses Gebäude nicht einmal erwähnt, als wäre nichts Bemerkenswertes an der Tatsache, dass zum ersten Mal in der Geschichte ein Feuer die alleinige Ursache für den plötzlichen Zusammenbruch eines Stahlskelett-Hochhauses sein soll (ein umso bemerkenswerteres Ereignis angesichts der Tatsache, dass in dem Gebäude lediglich auf ein paar Etagen das Feuer brannte). 38

Alles in allem machen die Einstürze und die Verschleierung - wie der Anschlag auf das Pentagon, die Unfähigkeit des Militärs, die Anschläge zu verhindern sowie ihre wechselnden Erklärungsversuche – deutlich, dass die Anschläge von unseren eigenen politischen und militärischen Führern geplant und durchgeführt worden sein müssen.

Die gleiche Schlussfolgerung kann aus dem Verhalten des Präsidenten und des Secret Service an diesem Morgen gezogen werden.

Das Verhalten des Secret Service: wie jeder weiß, der Michael Moores „Fahrenheit 9/11“ gesehen hat, befand sich Präsident Bush im Klassenzimmer einer zweiten Klasse in Florida, als er über den zweiten Anschlag auf das World Trade Center informiert wurde. Diese Mitteilung ließ keinen Zweifel daran, dass das Land soeben von einem Terrorangriff heimgesucht wurde. Und doch saß der Präsident einfach nur da. Viele Leute haben sich gefragt, warum er in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der Streitkräfte nicht sofort gehandelt hat.

Aber die eigentliche von Michael Moore beiläufig erwähnte Frage ist, warum ihn der Secret Service nicht umgehend aus der Schule entfernte und an einen sicheren Ort brachte. Bushs Aufenthaltsort war groß angekündigt worden. Und wären die Attentate eine völlige Überraschung gewesen, die ausschließlich von ausländischen Terroristen ausgeführt worden wären, so hätten die Agenten des Secret Service keine Ahnung gehabt, wie viele Flugzeuge entführt wurden. Sie hätten davon ausgehen müssen, dass der Präsident selbst ein Ziel sein könnte. Bei allem, was sie wussten, hätte in diesem Moment ein Flugzeug in das Schulgebäude hineinfliegen können. Und doch haben diese Agenten, die bestens darauf vorbereitet sind, in solchen Situationen unverzüglich zu reagieren, den Präsidenten noch weitere zehn Minuten im Klassenzimmer sitzen lassen. Dann ließen sie ihn seine geplante Fernsehansprache halten und hätten jedem Selbstmordattentäter damit eine noch größere Gelegenheit gegeben. Dieses Verhalten ist nur sinnvoll, wenn dem Leiter des Secret Service Details bekannt waren, dass die geplanten Anschläge keinen Angriff auf den Präsidenten einschlossen. Und wie hätte er das mit Sicherheit wissen können – es sei denn, die Anschläge wurden von Personen innerhalb der eigenen Regierung arrangiert?

Obwohl viele weitere Beispiele genannt werden können, reichen diese vier aus, um nahezulegen, dass es kein Entkommen vor der erschreckenden Schlussfolgerung gibt, dass Mitglieder der Bush-Administration und des Pentagon den 11. September dirigiert haben. Warum sie das getan haben, wird zumindest an der Art und Weise deutlich, wie sie den 11. September instrumentalisiert haben: um das Amerikanische Imperium voranzubringen. Unmittelbar nach dem 11. September haben in der Tat Mitglieder der Bush-Regierung die Angriffe immer wieder als Chance bezeichnet – mit den Worten von Donald Rumsfeld eine Gelegenheit, „die Welt neu zu gestalten.“ 39 Das Erkennen dieses Zusammenhangs zwischen dem 11. September und den imperialistischen Ambitionen der USA könnte ein Anreiz sein, der schrecklichen Wahrheit über das Amerikanische Imperium direkt ins Auge zu blicken.

Im Angesicht der Wahrheit über das Amerikanische Imperium

Sicherlich kann, wie Chomsky, Falk und Chalmers Johnson darstellen, auch ohne die Annahme, dass die Bush-Regierung den 11. September geplant hat, davon ausgegangen werden, dass das Amerikanische Imperium weit entfernt davon ist, gutartig zu sein. Diese Darstellung kann anhand öffentlich zugänglicher Dokumente nachvollzogen werden.

Ein solches Dokument ist die „Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten von Amerika“, die von der Bush-Administration im September 2002 veröffentlicht wurde. Nicht zu Unrecht sagt David North, dass dieses Dokument „als Leitbild der Vereinigten Staaten das Recht durchsetzt, militärische Gewalt … gegen jedes Land anzuwenden, von dem sie annehmen, dass es eine Gefahr – jetzt oder in Zukunft – für die amerikanischen Interessen darstellen könnte. Kein anderes Land in der modernen Geschichte“, fügt North hinzu, „hat einen so umfassenden Anspruch auf die … Weltherrschaft geltend gemacht.“ 40

Im Februar 1997 veröffentlichte das US Space Command ein weiteres Dokument mit dem Titel „Vision für das Jahr 2020“. Die oberste Zielsetzung dieses Dokuments lautet: „US Space Command – die militärische Beherrschung des Weltraums zum Schutz US-amerikanischer Interessen und Investitionen.“ 41 Demokratie oder gar Menschenrechte werden nicht erwähnt. Im Text dieses Dokumentes finden wir eine in der Tat erstaunlich ehrliche Aussage: „Die Globalisierung der Weltwirtschaft wird die Lücke zwischen den Besitzenden und den Besitzlosen vergrößern.“ Damit ist gemeint, dass, wenn die Weltwirtschaft immer mehr von den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten dominiert wird und die Armen der Welt noch ärmer werden, werden die „Besitzlosen“ Amerika dafür umso mehr hassen. Daher brauchen sie die Macht, um sie in Schach zu halten.

Die Vereinigten Staaten können dies – und das ist die wichtigste Botschaft des Dokuments –erreichen mittels „Full Spectrum Dominance“ (Beherrschung aller Bereiche), was die Fusion „der Überlegenheit im Weltraum mit der Herrschaft zu Lande, zu Wasser und in der Luft beinhaltet.“ Zur Dominanz im Weltraum gehört, wie im Dokument offen dargelegt, die Macht, „anderen die Nutzung des Weltraumes zu untersagen.“

Das Pentagon und das Weiße Haus wollen, indem sie lediglich von den Bemühungen des Space Command sprechen, ein „Raketenabwehrsystem“ zu entwickeln, den Eindruck erwecken, dass sein Zweck rein defensiver Natur sei. Doch das Ziel ist die Militarisierung des Weltraums, um, so formuliert es ein neueres Dokument, den US-Streitkräften eine „schnelle globale Schlagkraft zu verleihen, die, ob nun nuklear oder nicht-nuklear, den USA die Möglichkeit gibt, weit entfernte […] Ziele schnell und exakt zu treffen.“ 42 Die Tatsache, dass das US-Space Command-Programm aggressiver Natur ist, spiegelt sich im Logo einer der Abteilungen wider: „In Your Face from Outer Space.“ 43

Schon allein aus diesen und anderen Dokumenten – in Verbindung mit den Maßnahmen der Bush-Regierung sowie des US-Militärs – können wir ersehen, dass es sich bei dem Anspruch des USA-Projektes, das erste wirklich globale Imperium zu errichten, um kein wohlwollendes oder zumindest gutartiges Unternehmen handelt. In welchem Ausmaß dieses Projekt auf der Grundlage eines hochpervertierten Wertesystems fanatisch vorangetrieben wird, können wir nur dann voll und ganz erfassen, wenn wir erkennen, dass die Terroranschläge des 11. September von unseren eigenen Führern vorgenommen wurden – sie taten dies, um Angst zu schüren, um so eine Rechtfertigung für den sogenannten Krieg gegen den Terror zu haben und die dafür erforderlichen Mittel bereitzustellen, die als Vorwand zur Erweiterung des Imperiums verwendet werden sollen.

Diesen Punkt werde ich mit einem sehr dreisten Beispiel für den Missbrauch des 11. September, um Finanzierungen zu erhalten, untermauern. Kurz vor der Amtseinführung der Bush-Administration veröffentlichte eine Organisation namens „Project for the New American Century (Projekt für das Neue Amerikanische Jahrhundert)“, zu deren Gründungsmitgliedern Dick Cheney, Paul Wolfowitz und Donald Rumsfeld zählten, ein Dokument mit dem Titel „Rebuilding America's Defenses (Wiederaufbau der Amerikanischen Verteidigung)“ veröffentlicht. 44 Im Fokus dieses Dokumentes steht vorrangig die Zuteilung höherer Steuergelder für die technologische Umwandlung des US-Militärs, im Kern vor allem für den technologischen Fortschritt des US Space Command-Projektes, den Weltraum zu militarisieren und damit zu kontrollieren. Da diese Transformation des US-Militärs laut Dokument sehr kostspielig sein wird, wird sie nur sehr langsam vonstattengehen – es sei denn, Amerika erleidet „ein katastrophales und katalytisches Ereignis – wie ein neues Pearl Harbor.“ 45 Es ist interessant, dass Berichten zufolge Präsident Bush in der Nacht des 11. September in sein Tagebuch die Worte schrieb: „Das Pearl Harbor des 21. Jahrhunderts fand heute statt.” 46

Jedenfalls war Verteidigungsminister Rumsfeld früh am Abend erstaunlich klar orientiert. Man sollte annehmen, dass er bestürzt und schockiert gewesen wäre angesichts der Tatsache, dass das Pentagon, während er sich darin aufgehalten hatte, einem beispiellosen Angriff ausgesetzt war. Stattdessen instrumentalisierte er die Attacken, um größere Mittel für das US Space Command zu bekommen. Rumsfeld beschimpfte Senator Carl Levin, seinerzeit der Vorsitzende des Senate Armed Services Committee (Senatsausschuss für die Streitkräfte) vor laufenden Kameras:

„Senator Levin, Sie und andere Demokraten im Kongress haben Bedenken geäußert, dass Sie nicht genug Mittel bereitstellen können für den enormen Zuwachs des Verteidigungshaushalts, um den das Pentagon ersucht hat, vor allem für die Raketenabwehr. … Überzeugt Sie dieser Vorfall, dass es sich um einen nationalen Notstand handelt und die Militärausgaben erhöht werden müssen?“ 47

Diese Strategie ging auf. Der Kongress bewilligte dem Pentagon sofort zusätzliche 40 Milliarden Dollar. Darüber hinaus hatte der Präsident seit diesem Zeitpunkt alle weiteren Mittel, die er für den sogenannten Krieg gegen den Terror angefordert hat, auch erhalten.

Abgesehen davon, dass dies ein durchschlagender Erfolg für die Beschaffung zusätzlichen Kapitals für militärische Zwecke war, lieferte der 11. September auch einen hervorragenden Vorwand zur Errichtung zahlreicher Militärbasen in Zentralasien. In seinem 1997 veröffentlichten Buch „The Grand Chessboard (deutscher Titel: Die einzige Weltmacht)“ schrieb Zbigniew Brzezinski, dass diese Handlungsweise von entscheidender Bedeutung für die Aufrechterhaltung der „Amerikanischen Vorherrschaft“ ist, unter anderem wegen der riesigen Ölreserven um das Kaspische Meer. Tatsächlich könnte dieses Buch die Quelle gewesen sein, aus welcher das „Projekt für das Neue Amerikanische Jahrhundert“ die Idee generiert hat, ein neues Pearl Harbor könnte hilfreich sein.

Brzezinski legte dar, dass die amerikanische Öffentlichkeit „das Engagement Amerikas im Zweiten Weltkrieg vor allem wegen der Schockwirkung des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor“ unterstützt hatte 48 und fügte hinzu, die Amerikaner würden die heutigen notwendigen militärischen Operationen in Zentralasien lediglich „aufgrund einer wirklich großen und allgemein empfundenen direkten Bedrohung von außen“ gutheißen. 49 Und in der Tat, dank der Anschläge des 11. September konnte die Bush-Regierung ihren Plan für den Angriff auf Afghanistan in die Tat umsetzen – ein Plan, von dem wir mittlerweile wissen, dass er mehrere Monate vor dem 11. September ausgearbeitet wurde. 50 Das Weiße Haus hat eine US-freundliche Regierung in Afghanistan etabliert, das Pentagon verfügt dort und in weiteren Ländern Zentralasiens über Militärstützpunkte.

Wir wissen auch, dass lange vor dem 11. September die Absicht bestand, den Irak zu erobern und dass diese Absicht auf imperialistischen Plänen und Modellen statt auf der Abneigung gegenüber Saddams Boshaftigkeit beruhte. 51 Im Dokument des Projektes für das Neue Amerikanische Jahrhundert aus dem Jahre 2000 heißt es: „Während der ungelöste Konflikt mit dem Irak eine unmittelbare Rechtfertigung darstellt, übertrifft das Bedürfnis für eine erhebliche amerikanische Militärpräsenz im Golf das Problem des Regimes von Saddam Hussein.“ 52 Das US-Militär beabsichtigt nun, im Irak, welcher über die weltweit zweitgrößten bekannten Ölreserven verfügt, mehrere Militärbasen permanent zu errichten. Die Anschläge des 11. September dienten erneut als Rechtfertigung, indem die Bush-Administration die Mehrheit des amerikanischen Volkes täuschte und sie glauben ließ, Saddam Hussein hätte mit Osama bin Laden in Verbindung gestanden und wäre sogar direkt verantwortlich für die Anschläge des 11. September.

Ich sagte vorhin, dass das Erkennen der wahren Zusammenhänge zwischen dem 11. September und dem Projekt der globalen Vorherrschaft uns verstehen lässt, wie sehr dieses Projekt „den Fanatismus auf der Grundlage eines pervertierten Wertesystems widerspiegelt.“ Dieses Wertesystem steht dem Wertesystem, dem alle großen religiösen und moralischen Traditionen der Welt zugrunde liegen, diametral gegenüber. Diese traditionellen Glaubenslehren besagen, dass wir nicht begehren, stehlen und morden sollen und dafür sorgen sollten, dass jeder über die notwendigen Mittel für ein menschenwürdiges Leben verfügt. Doch das Projekt der globalen Vorherrschaft unserer Regierung wird von den gierigen „Besitzenden“ der Welt vorangetrieben, um noch mehr zu bekommen, auch wenn dadurch das Töten von Hunderttausenden von Menschen sowie der millionenfache Tod durch Hunger und von Armut verursachten Krankheiten in Kauf genommen wird. Darüber hinaus können wir erkennen, dass einige mit diesen pervertierten Werten infizierte politische und militärische Führer so fanatisch sind, dass sie sogar bereit sind, tausende ihrer eigenen Bürger zu opfern und dann eine endlose, trügerischere Darstellung dieser Terroranschläge inszenieren, um einen „Krieg gegen den Terror“ zu rechtfertigen im Namen dessen, was sie beanspruchen: das Recht auf nahezu alles, was sie wollen, dabei alle Prinzipien der Moral und des Völkerrechts ignorierend.

Wie sollten gläubige Menschen darauf antworten?

Nun wende ich mich endlich der Frage zu, wie gläubige Menschen auf den 11. September und das Amerikanische Imperium antworten sollten. Meine Erörterung dieser Frage muss sehr kurz ausfallen und besteht lediglich aus vier Vorschlägen.

Entdecken Sie erstens die Wahrheit und sprechen Sie sie aus: ich schlage vor, dass gläubige Menschen – wenn sie es nicht bereits getan haben – sich sowohl über den 11. September als auch über das Amerikanische Imperium informieren sollten, um zu erkennen, ob die von mir darüber aufgestellten Behauptungen der Wahrheit entsprechen. Wenn Sie das tun, sollten Sie alles in Ihrer Macht Stehende unternehmen, damit auch andere sich dieser Tatsachen bewusst werden.

Zum zweiten können Sie neue Methoden entdecken, um die Wahrheit zu verbreiten: es ist offensichtlich, dass die Massenmedien der USA an der Verschleierung der Wahrheit über das Amerikanische Imperium im Allgemeinen und dem 11. September im Besonderen mitschuldig sind. Beispielsweise wurde mein zweites Buch, das viele ungeheuerliche Lügen des 9/11-Kommissionsberichtes aufdeckt, kein einziges Mal von den Massenmedien erwähnt, das gleiche gilt für mein vorangegangenes Buch „The New Pearl Harbor“. Natürlich existieren Alternativmedien – sowohl in gedruckter Form als auch im Internet – die sich mit der Wahrheit über das Amerikanische Imperium befassen. Die meisten von ihnen beschäftigen sich jedoch nicht mit dem 11. September und sind Religionen gegenüber gleichgültig oder gar feindlich eingestellt, so dass es keine geeigneten Schnittstellen gibt, um mit den religiösen Gemeinschaften zu kommunizieren. Vielleicht das Wichtigste, was von den religiösen Gruppen, die sich mit der Wahrheit über den 11. September und das Amerikanische Imperium beschäftigen, getan werden könnte, wäre die Schaffung neuer Kommunikationsmethoden – Methoden, anhand derer der totale Kontrast zwischen den Werten der religiösen Traditionen und den Werten des Projektes der Weltherrschaft deutlich gemacht werden kann.

Drittens können Sie Vorschläge ausarbeiten, um das Projekt der globalen Vorherrschaft zu sabotieren: sobald sich eine solche Bewegung bildet, wird sie konkret entscheiden müssen, wie man versuchen kann, das Projekt der Weltherrschaft zu bekämpfen. Wir benötigen daher von den religiösen Vordenkern der verschiedenen Glaubensrichtungen Pläne, wie dies zu bewerkstelligen ist. Ich werde demnächst, wie ich hoffe, meinen eigenen Plan vorstellen, der die Vision einer globalen Demokratie behandelt. 53 Andere Menschen werden verschiedene Vorschläge befürworten. Aber ich betone die Wichtigkeit dessen, dass derartige Konzepte von religiösen Denkern entworfen werden. Nur ein solcher Plan, der ausdrücklich auf den moralischen Prinzipien der religiösen Traditionen beruht, wird in der Lage sein, eine große Zahl von Menschen zu bewegen.

Und viertens: bilden Sie mit anderen moralischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) strategische Allianzen. Ich habe betont, wie wichtig es für die Vertreter der diversen religiösen Gruppen, die ihre gemeinsamen moralischen Prinzipien ernst nehmen, ist, ihre Kräfte zu bündeln. Tatsächlich lautet mein Motto: „Religionen der Welt, vereinigt euch! Ihr habt nichts zu verlieren außer eure Machtlosigkeit.“ Gleichzeitig ist es erforderlich, dass diese religiösen Gruppen mit, wie wir sie nennen, den anderen moralischen NGOs in der Welt Allianzen schmieden. Ob sie sich für Menschenrechte, für den Frieden, für ökologische Nachhaltigkeit oder verwandte Themen einsetzen – die diesen NGOs zugrundeliegenden Prinzipien stehen den Werten des Projektes der globalen Herrschaft diametral entgegen. Durch die Betonung auf die moralischen Grundsätze können NGOs, ob religiöser oder nichtreligiöser Natur, ihre Kräfte bündeln, um sich diesem radikal unmoralischen Projekt zu widersetzen.

Ich möchte schließen mit der Gewissheit, dass die Amerikaner, soweit sie sich dieser antiimperialistischen Bewegung anschließen, zutiefst patriotisch handeln werden, sie werden dazu beitragen, dass sich unsere Nation wieder auf ihre moralischen Ideale zurückbesinnt, die konträr zu den unausgesprochenen Werten des Projektes der globalen Vorherrschaft stehen.

© Peace Press, 2010 (deutsche Übersetzung)
Übersetzung: Oliver Bommer, Peace Press

© Global Research, 8. Mai 2005 (englischsprachige Originalfassung)

Anmerkungen

1. Zur Vorstellung moralischer Prinzipien, die allen Traditionen gemeinsam sind: siehe Michael Walzer, Thick and Thin: Moral Argument at Home and Abroad (Notre Dame: University of Notre Dame Press, 1994) und Gene Outka und John P. Reeder Jr., Herausgeber: Prospects for a Common Morality (Princeton: Princeton University Press, 1993). Diese Vorstellung einer gemeinsamen Moral setzt moralischen Realismus voraus, wonach einige grundlegende moralische Prinzipien in der Natur existieren. Den moralischen Realismus habe ich in Morality and Scientific Naturalism: Overcoming the Conflicts, in Philosophy of Religion in New Century: Essays in Honor of Eugene Thomas Lange, hrsg. von Jeremiah Hackett und Jerald Wallulis (Boston: Kluwer Academic Publications, 2004), 81-104 und in Theism and the Crisis in Moral Theory: Rethinking Modern Autonomy, in Nature, Truth, and Value: Explaining the Thought of Frederick Ferré, hrsg. von George Allan und Merle Allshouse (Lanham, Md: Lexington Books, 2005) verteidigt.

2. Andrew J. Bacevich: American Empire: The Realities and Consequences of U.S. Diplomacy (Cambridge: Harvard University Press, 2002), 30, 218-19.

3. Krauthammers Aussage wird zitiert in: Emily Eakin: All Roads Lead To D.C., New York Times, Week In Review, 31. März 2002.

4. Charles Krauthammer: The Bush Doctrine, Time, 5. März 2001, zitiert in Chalmers Johnson: The Sorrows of Empire: Militarism, Secrecy, and the End of the Republic (New York: Henry Holt [Metropolitan Books], 2004), 68.

5. Robert Kagan: The Benevolent Empire, Foreign Policy, Sommer 1998: 24-35.

6. Dinesh D'Souza: In Praise of an American Empire, Christian Science Monitor, 26. April 2002.

7. Charles Krauthammer: The Unipolar Era, in Andrew J. Bacevich, Hrsg., The Imperial Tense: Prospects and Problems of American Empire (Chicago: Ivan R. Dee, 2003), 47-65, auf 59. Diese Erfolgsgeschichte, sagte er, beweist, dass "die Vereinigten Staaten keine imperiale Macht mit dem Wunsch sind, andere Länder zu beherrschen."

8. Noam Chomsky: Hegemony or Survival: America's Quest for Global Dominance (New York: Henry Holt [Metropolitan Books], 2003). Wie in diesem und vielen vorherigen Bücher Chomskys gezeigt wird – eines von ihnen trägt den Titel Deterring Democracy (New York: Hill and Wang, 1992 [2. Ausgabe]) – unterscheidet sich seine Auslegung von Amerikas „Erfolgsgeschichte“ sehr von der Krauthammers.

9. Richard Falk: Will the Empire Be Fascist?, Global Dialogues, 2003; Resisting the Global Domination Project: An Interview mit Prof. Richard Falk, Frontline, 20/8 (12-25. April 2003).

10. Chalmers Johnson: The Sorrows of Empire, 33, 4.

11. In Anbetracht der Tatsache, dass der vorliegende Vortrag an der Universität von Wisconsin in Madison am 18. April 2005 gehalten wurde, möchte ich darauf hinweisen, dass Bacevich über zwei linksgerichtete Historiker spricht, von deren Analyse der US-Außenpolitik er profitiert hat, nämlich Charles Beard Williams und William Appleton. Williams begann im Jahre 1957 an der Universität Madison zu unterrichten und avancierte zum Gründervater dessen, was die Historiker „Wisconsin School“ nennen (siehe Bacevich: American Empire, Seite 3-31).

12. Bacevich: American Empire, 7, 46.

13. Ebd., 133, 52.

14. Siehe Chomskys Bücher Hegemony or Survival, 9-11 (New York: Seven Stories, 2001) sowie Foreword to Phyllis Bennis, Before and After: US Foreign Policy and the September 11th Crisis (Northampton: Olive Branch [Interlink Books], 2003); für Rahul Mahajan siehe The New Crusade: America's War on Terrorism (New York: Monthly Review Press, 2003) und Full Spectrum Dominance: U.S. Power in Iraq and Beyond (New York: Seven Stories Press, 2003); für Johnson siehe The Sorrows of Empire

15. Siehe http://web.archive.org/web/20040917091110/http://www.zogby.com/news/Read.... Diese Informationen waren offenbar jedoch zu unbequem, um von der New York Times oder anderen Massenmedien veröffentlicht zu werden. Auch weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass die Atlanta Journal Constitution (die es der Kongressabgeordneten Cynthia McKinney übel nahm, dass sie der Bush-Regierung vorgeworfen hatte, bereits im Vorfeld von den Anschlägen gewusst zu haben) bereits 2002 eine Umfrage unter ihren Lesern durchgeführt hatte, ob sie „zufrieden sind, dass die Bush-Administration nicht vor den Anschlägen des 11. September gewarnt wurde.“ Überraschenderweise antworteten 46 Prozent der Befragten: „Nein, ich glaube, die Beamten wussten, dass die Anschläge stattfinden.“ Siehe Umfrageschock: Fast die Hälfte unterstützen McKinneys Verschwörungstheorie zum 11. September, newsmax, Mittwoch, 17. April 2002 (http://www.newsmax.com/showinside.shtml?a=2002/4/17/144136). Ich erörtere die McKinney-Begebenheit in The New Pearl Harbor: Disturbing Questions about the Bush Administration and 9/11 (Northampton: Olive Branch [Interlink Books], 2004), 161-64, 242-44 ff.

16. Zur kanadischen Umfrage siehe: The Toronto Star, 26. Mai 2004. Zur deutschen Umfrage siehe Ian Johnson: Conspiracy Theories about Sept. 11 Get Hearing in Germany, Wall Street Journal, 29. September 2003.

17. Jean Bethke Elshtain: Just War Against Terror: The Burden of American Power in a Violent World (New York: Basic Books, 2003)

18. Diese Interpretation wird auf extreme, sehr vereinfachende und irreführende Weise vertreten von David Frum und Richard Perle in An End of Evil: How to Win the War on Terror (New York, Random House, 2003). Die Erwähnung Frums und Perles, die öffentlich die offizielle Sichtweise der Angriffe des 11. September unterstützen, bedeutet natürlich nicht, dass sie diese Ansicht teilen.

19. Ich zitiere diese Aussage in The New Pearl Harbor (fortan abgekürzt als NPH), 69.

20. Diese Aussage ist in der Zusammenfassung des Abschlussberichts der gemeinsamen Untersuchungskommission des House and Senate Intelligence Committees zu finden unter http://intelligence.senate.gov/press.htm, 11. Dezember 2002; sie wird zitiert in NPH, 69.

21. Siehe The Alex Jones Show, 10. Okt. 2001; David Schippers Goes Public: The FBI Was Warned, Indianapolis Star, 13. Okt. 2001; und Active FBI Special Agent Files Complaint Concerning Obstructed FBI Anti-Terrorist Investigations, Judicial Watch, 14. Nov. 2001.

22. William Norman Grigg: Did We Know What Was Coming?, The New American 18/5 (11. März 2002)

23. San Francisco Chronicle, 29. September 2001. Die 9/11-Kommission versuchte, diesen Verdacht im Keim zu ersticken und behauptete in diesem Zusammenhang, dass 95 Prozent der Put-Optionen der United Airlines „von einem einzigen US-amerikanischen Investor ohne Verbindungen zu al-Qaida erworben wurden“ (The 9/11 Commission Report: Final Report of the National Commission on Terrorist Attacks upon the United States, Authorized Edition [New York: W. W. Norton, 2004], 499 Anm. 130). Aber dieses Argument ist ein Teufelskreis. Offen bleibt die Frage, ob andere Personen als al-Qaida im Voraus von den Anschlägen wussten, vielleicht, weil sie ihnen bei der Planung geholfen hatten. Aber die Kommission ging einfach davon aus, dass ausschließlich al-Qaida die Anschläge geplant hatte und somit davon wusste. So funktioniert die Logik der Kommission: wenn die Investoren, die die fraglichen Put-Optionen erworben hatten, keine Beziehungen zu al-Qaida hatten, konnten sie unmöglich Insiderwissen haben. Sie hatten einfach nur Glück.

24. UPI, 13. Feb. 2001; Michael Ruppert: Suppressed Details of Criminal Insider Trading Lead Directly into the CIA's Highest Ranks, From the Wilderness Publications (www.fromthewilderness.com), 9. Okt. 2001.

25. William Norman Grigg: Did We Know What Was Coming?, The New American (www.thenewamerican.com) 18/5: 11. März 2002.

26. Major Mike Snyder, ein NORAD-Sprecher, wurde kurz nach dem 11. September mit den Worten zitiert, dass das Abfangen eine „Routineangelegenheit“ sei; siehe Glen Johnson: Otis Fighter Jets Scrambled Too Late to Halt the Attacks, Boston Globe, 15. Sept. 2001 (http://nl.newsbank.com/nl-search/we/Archives?p_action=print). Bezugnehmend auf ca. 100 Fälle jährlich berichtete die FAA, dass zwischen September 2000 und Juni 2001 67 Flugzeuge abgefangen wurden (FAA News Release, 9. August 2002, zitiert von William Thomas: Pentagon Says 9/11 Interceptors Flew: Too Far, Too Slow, Too Late, von Jim Marrs: Inside Job: Unmasking the 9/11 Conspiracies [San Rafael: Origin Press, 2004], 145-49).

27. Diese „Tatsache“, veröffentlicht in der Titelgeschichte der 2005er März-Ausgabe von Popular Mechanics, 9/11: Debunking Myths, ist bezeichnend für die Forschungsqualität des „hochrangigen Wissenschaftlers“ des Magazins, den 25jährigen Benjamin Chertoff, Cousin von Michael Chertoff, dem neuen Leiter des US-Ministeriums für Heimatschutz (siehe Christopher Bollyn: Ben Chertoff of Popular Mechanics: Cousin of Homeland Security Director, Michael Chertoff, www.911wasalie.com/phpwebsite/index.php?module=pagemaster&PAGE_user_op=v...\ &PAGEid=33\). Young Chertoffs Widerlegungsartikel erschien kurz nachdem der Chefredakteur des Magazins (welches zur Hearst Corporation gehört) ausgetauscht wurde (siehe Christopher Bollyn: The Hidden Hand of the C.I.A. and the 9/11 Propaganda of Popular Mechanics, www.rense.com/general63/brutalpurgeofPMstaff.htm) und wurde selbst erfolgreich entlarvt von vielen authentischen 9/11-Forschern entlarvt , wie zum Beispiel Jim Hoffman: Popular Mechanics Deceptive Smear Against 9/11 Truth, http://911review.com/pm/markup/index.html sowie Peter Meyer: Reply to Popular Mechanics re 9/11, www.serendipity.li/wot/pop_mech/reply_to_popular_mechanics.htm. Obwohl die Artikel von Hoffman und Meyer in vielen Punkten übereinstimmen, so bieten sie doch unterschiedliche Antworten auf einige der in Chertoffs Artikel genannten Probleme. Doch beide Artikel machen aufgrund ihrer Gemeinsamkeiten, aber auch Differenzen deutlich, dass Popular Mechanics seinen Lesern für die Veröffentlichung eines derartig signifikant fehlerhaften Artikels über ein so wichtiges Thema bislang eine Erklärung schuldig geblieben ist. (Als Professor würde ich ihm eine 5 minus geben, es sei denn, er wäre im Rahmen eines Kurses für die Kunst wirksamer Propaganda verfasst worden, in diesem Fall hätte er eine 2 minus bekommen, jedoch keine bessere Note, denn derlei Verzerrungen und dreisten Lügen können leicht von jedermann entlarvt werden, der sich mit dem Thema befasst hat.)

28. Siehe David Ray Griffin: The 9/11 Commission Report: Omissions and Distortions (Northampton: Olive Branch [Interlink Books], 2005), 141-43 (dieses Buch wird von nun an mit 9/11CROD zitiert).

29. Siehe 9/11CROD, 143-51.

30. Die Lügen des Berichtes, der darauf abzielt, das US-Militär in Schutz zu nehmen, können hier nicht ansatzweise zusammengefasst werden, füllen aber die Kapitel 12-16 von 9/11CROD.

31. 9/11CROD, 159-64.

32. Thierry Meyssan: Pentagate (London: Carnot, 2002), 115, zitiert PAVE PAWS: Watching North America's Skies, 24 Hours a Day (http://web.archive.org/web/20010927062454/http://www.pavepaws.org).

33. Thierry Meyssan: 9:11: The Big Lie (London: Carnot, 2002), 112, 116.

34. Siehe zur Erörterung der Probleme der offiziellen Version sowohl Kapitel 2 als auch das Nachwort von NPH (überarbeitete Ausgabe) oder Kapitel 3 von 9/11CROD. Bestätigungen des Justizministeriums, dass solche Videos (von der Citgo-Tankstelle sowie dem Sheraton Hotel in der Nähe des Pentagon) existieren, finden sich hier: http://www.flight77.info/pics/2.jpg.

35. Zur Erklärung der Eigenschaften des Kollapses siehe NPH, Kapitel 1 und das Nachwort (überarbeitete Ausgabe) bzw. 9/11CROD, Kapitel 2.

36. Siehe NPH, 20, 177; 9/11CROD, 30.

37. The 9/11 Commission Report (siehe Anmerkung 23, oben), 541 Anmerkung 1.

38. Siehe NPH, 20-23 oder 9/11CROD, 28-32.

39. Secretary Rumsfeld Interview with the New York Times, New York Times, 12. Oktober 2001. Condoleezza Rice machte eine ähnliche Bemerkung, welche in Chalmers Johnsons The Sorrows of Empire, 229, wiedergegeben wird. Auch The National Security Strategy of the United States of America, die im September 2002 veröffentlicht wurde, legt auf Seite 28 offen dar: „Die Ereignisse des 11. September 2001 eröffneten riesige, neue Chancen“ (www.whitehouse.gov/nsc/nss.html).

40. David North: America's Drive for World Domination, in Bacevich, Hrsg., The Imperial Tense, 66-77, auf 66.

41. Diese Dokument, welches der damalige USAF-Oberbefehlshaber Howell M. Estes III. im Februar 1997 unterzeichnete, war früher unter www.spacecom.af.mil/usspace erreichbar, diese Seite ist aber nicht mehr online. Und obwohl das US-Militär den Joint Vision Historical Documents eine Internetseite gewidmet hat (www.dtic.mil/jointvision/history.htm), ist dort das Dokument von Februar 1997 nicht verfügbar. Es gibt auf der Seite ein Schriftstück vom Mai desselben Jahres mit dem Titel Concept for Future Joint Operations (Untertitel: Expanding Joint Vision 2010). Die Internetseite listet auch das vorhergehende Dokument (Joint Vision 2010) auf, welches während der Amtszeit von General John Shalikashvili in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs (1993 bis 1997) veröffentlicht wurde. Aber dort war es, wie auch das Dokument von Februar 1997, nie auffindbar, möglicherweise wurde es später als zu deutlich erachtet. Dennoch konnte man es zum Veröffentlichungszeitpunkt des Artikels noch auf der Internetseite von Peace Action Maine (http://web.archive.org/web/20100527032011/http://www.peaceactionme.org/v...) abrufen. Siehe auch Jack Hitt: The Next Battlefield May Be in Outer Space; The New York Times Magazine, 5. August 2001.

42. Air Force Space Command: Strategic Master Plan FY06 and Beyond, 1. Oktober 2003 (www.wslfweb.org/docs/Final%2006%20SMP--Signed!v1.pdf)

43. Zitat in Hitt: The Next Battlefield May Be in Outer Space

44. The Project for the New American Century, Rebuilding America's Defenses: Strategy, Forces and Resources for a New Century, September 2000 ( www.newamericancentury.org).

45. Ebd., 51.

46. Siehe Washington Post, 27. Jan. 2002.

47. Department of Defense News Briefing on Pentagon Attack (www.defenselink.mil/cgi-bin/dlprint.cgi ), zitiert in The New Pearl Harbor, 100.

48. Zbigniew Brzezinski: The Grand Chessboard: American Primacy and Its Geostrategic Imperatives (New York: Basic Books, 1997), 24-25.

49. Ebd., 212; 35-36.

50. Siehe NPH 89-92 oder 9/11CROD 122-28.

51. Siehe NPH 92-95 oder 9/11CROD 129-34.

52. Rebuilding America's Defenses, 14.

53. Ehrliche Menschen werden natürlich warten, bis ich tatsächlich diesen Vorschlag veröffentlicht habe inklusive meiner Ausführungen, was ich unter „globaler Demokratie“ verstehe bzw. nicht verstehe – und ich halte dies für erforderlich, bevor sie selbst Anregungen beizusteuern haben.