Prof. Dr. David Ray Griffin: Osama bin Laden: Tot oder lebendig?

Mittwoch, 9 September, 2009

Ist Osama bin Laden noch am Leben? Ich bin dieser Frage in einem vor kurzem erschienen kleinen Buch mit dem Titel Osama bin Laden: Tot oder lebendig? nachgegangen. Der vorliegende Artikel fasst die wichtigsten Punkte dieses Buches zusammen.

Seit dem Machtwechsel von Bush auf Barack Obama ist die Frage, ob bin Laden tot oder lebendig ist, wichtiger denn je.

Obwohl George W. Bush bekanntlich gesagt hatte, er wolle Osama bin Laden „tot oder lebendig“ haben, machte er aber an anderer Stelle deutlich, dass er dies nicht ernst meine und sich über bin Laden keine Gedanken mache. Dies zeigte er deutlich, indem er die meisten Truppen in den Irak umdirigieren ließ. Bush konnte natürlich in Bezug auf bin Laden unbesorgt sein, weil er wusste, dass bin Laden nichts mit dem 11. September zu tun hatte und ohnehin wahrscheinlich bereits tot war.

Ich weiß nicht, wie Präsident Obama und seine Mannschaft darüber denken, aber aufgrund ihrer Argumentation scheinen sie vorauszusetzen, dass bin Laden für den 11. September verantwortlich und noch am Leben ist.

Beispielsweise schrieb die Washington Post im November 2008:

Der designierte Präsident Barack Obama (…) hat die Absicht, auch die neu gewählte US-Regierung zur Jagd auf Osama bin Laden zu verpflichten. (…) „Dies ist unser Feind“, äußerte sich ein Berater zu Osama bin Laden, „und er sollte unser Hauptziel sein.“

Während einer Ansprache im Weißen Haus am 27. März 2009 erklärte Präsident Obama:

Al-Qaida und ihre Verbündeten – die Terroristen, die die Angriffe des 11. September geplant und in die Tat umgesetzt haben – befinden sich in Pakistan und Afghanistan. Nach zahlreichen Einschätzungen der Geheimdienste wird davor gewarnt, dass al-Qaida von sicherem pakistanischen Boden aus Angriffe auf die USA plant (…). Al-Qaida sowie ihre extremistisch-alliierten Mitstreiter haben ihren Standort in die abgelegenen Gebiete hinter der pakistanischen Grenze verlegt. Darunter befindet sich mit ziemlicher Sicherheit die al-Qaida-Führung, namentlich Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri.

Obama beruft sich regelmäßig auf diese Geheimdienst-Dossiers, die stets behaupteten, bin Laden verstecke sich irgendwo hinter der pakistanischen Grenze. Diese Dossiers wurden dazu benutzt, um die Intervention des US-Militärs in Pakistan zu rechtfertigen, mit dem Ergebnis, dass die Menschen jetzt vom „AfPak-Krieg“ sprechen.

Ein Argument gegen diesen Krieg wäre der Einwand, dass, wenn diese Geheimdienst-Experten nicht einmal wissen, ob bin Laden noch lebt, sie mit Sicherheit nicht wissen können, wo er ist und was er denkt.

Es gibt selbstverständlich weitere gute Gründe gegen den Krieg, die von vielen Kritikern aufgegriffen werden, aber die Alternative, dass bin Laden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tot ist, ist eine ernstzunehmende Erwiderung, welche das Fundament der offiziell artikulierten Gründe für diesen Krieg angreift.

Ein zweites Argument besteht darin, dass bin Laden nichts mit dem 11. September zu tun hat. Und obschon unser eigenes FBI eingeräumt hat, dass es „keine eindeutigen Beweise für die Täterschaft bin Ladens am 11. September gibt“, wurde ein großer Teil der amerikanischen Bevölkerung dahingehend indoktriniert, jeglichen Revisionismus am 11. September sofort zurückzuweisen. Wie vor kurzem die „Van Jones-Affäre“ gezeigt hat, werden Mitarbeiter in öffentlichen Positionen für ungeeignet erachtet, nur weil sie einmal ein Dokument unterzeichnet haben, welches impliziert, dass die offizielle Darstellung des 11. September möglicherweise nicht in vollem Umfang der Wahrheit entspricht.

Mein kleines Osama bin Laden-Buch richtet sich in erster Linie an Menschen, die neben der offiziellen Darstellung, bin Laden sei verantwortlich für die Anschläge des 11. September, auch davon überzeugt sind, der AfPak-Krieg wäre gerechtfertigt, weil wir bin Laden von weiteren Anschlägen abhalten müssten. Etliche dieser Leute werden sich gegen den Krieg wenden, wenn sie anhand der überzeugenden Beweise realisiert haben, dass bin Laden mit Sicherheit tot ist. Denn: es gibt fundierte Beweise für diese Schlussfolgerung.

Diese unterscheiden sich in objektive Belege und Zeugenaussagen.

Objektive Beweise für den Tod Osama bin Ladens

Folgende Tatsachen sind als objektive Beweise einzustufen:

Erstens: die CIA hatte bis zum 13. Dezember 2001 regelmäßig die Nachrichten zwischen bin Laden und seinen Gefolgsleuten abgehört. Zu dieser Zeit aber brach die Kommunikation plötzlich ab und die CIA hat nie wieder eine Nachricht abgefangen.

Zweitens: am 26. Dezember 2001 berichtete eine der führenden pakistanischen Zeitungen, dass bin Laden Mitte Dezember gestorben sei und fügte hinzu:

Ein prominenter Vertreter der afghanischen Taliban-Bewegung (…) gab an (…) dass er selbst an der Beerdigung von Osama bin Laden teilgenommen und vor der Beerdigung sein Gesicht gesehen hat.

Drittens: Osama bin Laden war nierenkrank. Er wurde im Juli 2001 im US-Krankenhaus in Dubai behandelt und hatte damals zwei Dialysegeräte bestellt. Falls Sie sich jemals gefragt haben, was bin Laden in der Nacht vor den Anschlägen des 11. September gemacht hat, ist hier die Antwort: nach einem Bericht von CBS News hatte er sich in einem pakistanischen Krankenhaus einer Dialysebehandlung unterzogen. Und im Januar 2002 erklärte Dr. Sanjay Gupta – basierend auf einem Video bin Ladens, welches entweder Ende November oder Anfang Dezember 2001 aufgezeichnet wurde – dass sich bin Laden offenbar im letzten Stadium des Nierenversagens befand.

Viertens: im Juli 2002 berichtete CNN, dass bin Ladens Leibwächter im Februar dieses Jahres festgenommen wurden und zitierte „gut unterrichtete Kreise, die davon ausgehen, dass, wenn bin Ladens Leibwächter verhaftet worden sind, man vom Tod des meistgesuchten Mannes der Welt ausgehen kann.“

Fünftens: seit 2001 haben die Vereinigten Staaten eine Belohnung von 25 Millionen Dollar für Informationen ausgesetzt, die zur Ergreifung oder Tötung Osama bin Ladens führen. Trotz dieser Belohnung gibt es bis heute keinerlei Hinweise; und obwohl ein Großteil der pakistanischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt, sympathisiert nur etwa die Hälfte von ihr mit Osama bin Laden.

Zeugenaussagen als Beweis für bin Ladens Tod

Zu den oben genannten objektiven Beweismitteln wurden zusätzlich im Jahre 2002 aufschlussreiche Zeugenaussagen von Personen gemacht, die aufgrund ihrer Position Informationen darüber haben konnten, dass bin Laden tot oder wahrscheinlich tot ist.

Dabei handelt es sich unter anderem um folgende Personen:

- Pakistans Präsident Musharraf

- Dale Watson, Chef der Antiterroreinheit des FBI

- Oliver North: „Ich bin sicher, Osama ist tot (…) und auch die anderen Kollegen, mit denen ich in Verbindung stehe.“

- Afghanistans Präsident Hamid Karzai

- Quellen innerhalb des israelischen Geheimdienstes, nach denen alle neuen Nachrichten von bin Laden „aller Voraussicht nach Fälschungen“ sind.

- Quellen innerhalb des pakistanischen Geheimdienstes, welche „den Tod (…) Osama bin Ladens attestieren“ und „Washingtons Beweggründe für das Verschweigen der Nachrichten über bin Ladens Tod auf den Wunsch der Falken innerhalb der US-Regierung, die al-Qaida und den internationalen Terrorismus für den Einmarsch in den Irak zu instrumentalisieren“, zurückführen.

Die Berichte über bin Ladens Ableben versiegten in der zweiten Jahreshälfte 2002 nahezu komplett, vielleicht nicht zuletzt deshalb, weil sich die Kriegsvorbereitungen der USA gegen den Irak in der heißen Phase befanden. Seit diesem Zeitpunkt erschienen bis heute kaum noch derartige Nachrichten.

Vor kurzem jedoch haben sich zwei ehemalige Geheimdienstbeamte offen dazu geäußert. Im Oktober 2008 erwähnte der ehemalige CIA-Beamte Robert Baer während eines Interviews im National Public Radio beiläufig, dass bin Laden nicht mehr unter den Lebenden weile. Als Baer danach gefragt wurde, antwortete er: „Selbstverständlich ist er tot.“

Im März 2009 veröffentlichte Angelo Codevilla, ein ehemaliger Beamter des Auswärtigen Dienstes, im American Spectator einen Artikel mit der Überschrift „Osama bin Elvis“. Diesen Titel erklärt er folgendermaßen: „Sieben Jahre nach den letzten verifizierbaren Lebenszeichen von Osama bin Laden gibt es eher Beweise für Elvis‘ Existenz als für seine.“

Dies ist ein ausgezeichneter Artikel, der lediglich einen schwerwiegenden Makel aufweist. Als Benazir Bhutto im Jahre 2007 von David Frost interviewt wurde, sprach sie von Omar Sheikh als „dem Mann, der Osama bin Laden ermordete.“ Codevilla zieht diese Aussage als einen weiteren Beweis für bin Ladens Tod heran. Doch Bhutto hatte sich einfach versprochen; eigentlich hätte es „der Mann, der Daniel Pearl ermordet hat“ heißen müssen, was eine übliche Bezeichnung für Omar Sheikh darstellt. Dass es sich um einen Lapsus handelte, offenbarte sich am Tag darauf, als sie gegenüber CNN erwähnte: „Ich glaube nicht, dass General Musharraf persönlich weiß, wo Osama bin Laden steckt.“ Zehn Tage darauf erzählte sie in einem Gespräch mit NPR, dass sie einen Polizisten, der ihr Haus bewachte, fragte: „Sollten Sie nicht auf der Suche nach Osama bin Laden sein?“ Abgesehen von diesem Makel untermauert Codevillas Artikel vorzüglich dessen Behauptung, die weitverbreitete These eines noch lebenden Osama bin Ladens wäre nicht hinreichend belegt.

Was hat es mit den „Nachrichten von Osama bin Laden“ auf sich?

Aufgrund der Tatsache, dass seit 2001 Dutzende von Video- und Tonbandbotschaften, die Osama bin Laden zugeschrieben werden, erschienen sind, glauben viele Menschen, dass er noch unter den Lebenden weilt. Diese Bänder wären aber nur dann schlüssige Beweise für seine Existenz, wenn sie authentisch sind. Das längste Kapitel meines Buches widmet sich ist dieser Frage.

An erster Stelle lege ich dar, dass die Technologie zur Herstellung gefälschter Tonbänder und Videos bereits so weit fortgeschritten ist, dass selbst Fachleute getäuscht werden. Obwohl uns ständig die Medien weismachen wollen, die Nachrichtendienste hätten die Echtheit der aktuellsten Botschaften bin Ladens überprüft, ist der Nachweis der Authentizität eines Bandes praktisch unmöglich.

Manchmal jedoch kann bewiesen werden, dass ein Band eine Fälschung ist, beispielsweise dann, wenn man sieht, dass die Person, die bin Laden darstellen soll, mit der rechten Hand schreibt; wenn sie kräftiger wirkt und einen dunkleren Teint hat als der echte bin Laden in früheren Videos; wenn sie kräftigere Hände und kürzere Finger hat oder wenn die Nase eine andere Form hat. Oder wenn er bei dem Bericht über die Zwillingstürme aussagt, das Feuer hätte den Stahl geschmolzen – der echte bin Laden hätte wissen müssen, dass ein Gebäudebrand Stahl nicht schmelzen kann. Ich spreche hier von dem Video, das angeblich im November 2001 von US-Truppen in Jalalabad, Afghanistan, gefunden wurde, welches allgemein als das „bin Laden-Bekenntnisvideo“ bekannt ist.

Ebenfalls eine offenkundige Fälschung ist das sogenannte „Oktober-Überraschungs-Video“. Dieses Video tauchte am 29. Oktober 2004 auf, gerade rechtzeitig, um George W. Bush zur Wiederwahl zu verhelfen. Abgesehen von dem perfekten Timing ist ein Indiz für eine Fälschung die Art und Weise, wie sich bin Laden artikuliert. Bin Ladens echte Botschaften sind gespickt mit Hinweisen auf Allah und den Propheten Mohammed. Doch in dem besagten Video wird Allah kaum genannt, und bei dem einzigen Mohammed, der erwähnt wird, handelt es sich um Mohammed Atta. Während die zweifellos authentischen Nachrichten bin Ladens weltliche Ereignisse als von Allah verursacht oder zumindest von ihm gestattet darstellen, postuliert der Sprecher des „Oktober-Überraschungs-Videos“ eine rein weltliche Darstellung der Ereignisse und teilt sogar dem amerikanischen Volk mit: „Eure Sicherheit liegt in euren Händen.“

Das am offensichtlichsten gefälschte Video ist jenes, welches 2007 erschien und mit dem „Oktober-Überraschungs-Video“ aus dem Jahre 2004 identisch ist; hier trägt der bin Laden-Schauspieler einen tiefschwarzen Bart, was mich dazu veranlasst hat, es als das Video von „Schwarzbart, dem Terroristen“ zu bezeichnen. Obgleich Experten den Versuch unternommen haben, mit einer Unschuldsmiene zu erklären, warum bin Laden seinen Bart gefärbt oder einen falschen angeklebt hätte, wurde diesem Video in einem Youtube-Clip der Respekt gezollt, den es verdiente: darin hatte der Darsteller einen sehr langen tiefschwarzen Bart und sagte:

Hallo, lange nicht gesehen. Ich bin's, Osama bin Laden. Oh nein, das hier darf nicht mit einem Video für Haarfärbemittel für Männer verwechselt werden … Ich mache dieses Video, um der Welt zu beweisen, dass ich noch gesund und munter bin.

Das ist ein sehr lustiges Video. Aber natürlich ist nichts lustig an der Tatsache, dass offensichtlich gefälschte bin Laden-Videos verwendet wurden und immer noch werden, um den Krieg in Afghanistan und Pakistan zu rechtfertigen, ein Krieg, dem jede Woche Dutzende, wenn nicht gar hunderte von unschuldigen Menschen zum Opfer fallen, darunter Frauen und Kinder, die an Hochzeiten teilnehmen und Beerdigungen beiwohnen.

Schlussfolgerung

Wenn mein kleines Buch es schafft, den Menschen nahezubringen, dass Osama bin Laden wahrscheinlich seit langer Zeit tot ist und dazu beitragen kann, diesen Krieg wenigstens zu verkürzen, dann hat es seinen wichtigsten Zweck erfüllt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, dem ich ein eigenes Kapitel gewidmet habe, ist, dass diese gefälschten bin Laden-Bänder nur einen kleinen Teil einer mit von den militärischen US-Geheimdiensten – illegal – verwendeten Steuergeldern finanzierten umfassenden Propagandamaschinerie darstellen mit der Zielsetzung, die amerikanische Öffentlichkeit für die Militarisierung der USA einschließlich der Außenpolitik zu indoktrinieren.

Ich hoffe, mein kleines Buch wird die 9/11-Wahrheitsbewegung einschließlich der Friedensbewegung dahingehend motivieren, diese Propagandamaschinerie, für die ein stetig wachsender Anteil unserer Steuergelder missbraucht wird, zu demaskieren.

© Peace Press, 2010 (deutsche Übersetzung)
Übersetzung: Oliver Bommer, Peace Press
Redaktion: Jürgen Steckel, Peace Press

© Global Research, 9. Oktober 2009 (englischsprachige Originalfassung)