Prof. Dr. David Ray Griffin: Stellungnahme zu meinem Gesundheitszustand

Mittwoch, 6 Oktober, 2010

Im Sommer dieses Jahres litt ich an diversen schweren Erkrankungen, deren Komplikationen fast zu meinem Tod geführt hätten. Da sich viele Menschen freundlicherweise für meinen Gesundheitszustand interessierten und ich mich nicht Dutzende Male wiederholen möchte, veröffentliche ich diese Stellungnahme.

Zum Hintergrund: Bereits seit 1990 hatte ich diverse gesundheitliche Probleme, die signifikant für die heutigen Umstände sind, seinerzeit aber keinen ernsthaften Grund zur Sorge gaben. In den Jahren 1990, 1995 und 1997 wurde ich wegen diverser Bandscheibenvorfälle operiert. Obwohl die erste Operation postoperativ starke Schmerzen zur Folge hatten, gab es keine weiteren Komplikationen. Dann entdeckte mein Arzt im Jahre 2005 eine potentielle Bedrohung: Meine Aortenklappe litt unter einen ausgeprägten Stenose aufgrund eines in meiner Kindheit aufgetretenen rheumatischen Fiebers. Die Aortenklappe wurde durch eine vom Schwein ersetzt. Nach wie vor gab es keine Komplikationen.

Doch Operationen können auch gelegentlich weitere Erkrankungen verursachen, so dass die Tatsache, dass ich so oft ohne Komplikationen operiert worden war, als Glücksfall angesehen werden muss. Doch 2010 war mein Glück vorbei. Im Juni 2010 wurde ich zum vierten Mal am Rücken operiert, und zwar vom selben Chirurg wie sonst. Die Operation verlief problemlos – so problemlos, dass ich schon am dritten Tag das Krankenhaus verlassen konnte. Auch in meiner ersten Woche zu Hause verlief der Heilungsprozess anscheinend komplikationslos.

Postoperativ wurde allerdings eine Staphylokokkeninfektion festgestellt, die die Ärzte zum Glück mit dem richtigen Antibiotikum unter Kontrolle bekamen. Dadurch ergab sich allerdings ein weiteres Problem: Eine erneute Operation war notwendig, um die Bandscheibe von der Infektion zu befreien. Nach fünf Tagen auf der Intensivstation schien es mir gut genug zu gehen, um ins Reha-Zentrum verlegt zu werden. Doch unmittelbar darauf litt ich an einer Herzinsuffizienz und musste ins Krankenhaus zurückverlegt werden - ein Vorgang, der unglaubliche 12 Stunden in Anspruch nahm!

Zusätzlich zu der Herzinsuffizienz tauchte das gefährlichste Problem auf, dem mein Körper je gegenüberstand: Die im Jahre 2005 ersetzte Aortenklappe war mittlerweile von einer Infektion befallen – aufgrund dessen begann sich das Gewebe aufzulösen, so dass sich die Aorta vom Herzen zu lösen begann. Der Herzchirurg musste nicht nur die Aortenklappe erneut ersetzen, sondern auch noch ein Stück der Aorta. Der Assistenzarzt hatte meine Frau darauf vorbereitet, dass ich die Operation eventuell nicht überleben würde. Doch nach mehreren Stunden der Angst, ich könnte durchaus sterben, habe ich überlebt. Ich selbst hatte noch nicht vollständig realisiert, wie nahe ich dem Tode war. Mir wurde dies erst einige Wochen später – als ich aus der Reha entlassen wurde – voll bewusst. Mit der Bemerkung, wie gut ich mittlerweile aussah, drückte mein Chirurg aus, dass er mich bereits fast aufgegeben hatte.

Mein Überleben bedeutete jedoch nicht das Ende meiner Odyssee. Für einige Wochen musste ich weiterhin Antibiotika sowie 15 zusätzliche Medikamente einnehmen. Zwischenzeitlich erlitt ich einen Schlaganfall, so dass das Lesen erschwert wurde, was ich aber durch eine neue Brille kompensieren konnte. Die Spätfolge meiner Krankheiten ist sicherlich die durch den Schlaganfall verursachte Aphasie. Obschon ich seit mehreren Wochen daran arbeite, habe ich immer noch oft das Problem, nicht die richtigen Wörter zu finden. Manchmal kann ich minutenlang fehlerfrei sprechen, zu anderen Zeiten wiederum fehlen mir im wahrsten Sinne des Wortes die einfachsten Begriffe, was oftmals zu komischen Ergebnissen führt. Solange ich an der Aphasie leide, werde ich keine Interviews geben. Voraussichtlich wird es mehrere Monate dauern, bis ich wieder an die Öffentlichkeit treten kann.

Zusammengefasst erlebte ich einerseits eine schwierige Phase von etwa zwei Monaten, in deren Verlauf ich aus mehreren Gründen hätte sterben können. Auf der anderen Seite wurde mir dank einiger hervorragender Chirurgen sowie durch die Unterstützung meiner Frau das Leben gerettet. Zurzeit befinde ich mich in der Rekonvaleszenz. Ob ich in naher Zukunft in der Lage sein werde zu arbeiten, ist zurzeit ungewiss.

Mein Dank gilt all denjenigen, die sich Sorgen um mich gemacht haben.

David Ray Griffin

© Peace Press, 2010 (deutsche Übersetzung)
Übersetzung: Oliver Bommer, Peace Press
Redaktion: Jürgen Steckel, Peace Press

© 911truth.org, 6. Oktober 2010 (englischsprachige Originalfassung)