1. Kapitel: Die Flüge 11 und 175: Wie konnte die Mission der Entführer gelingen?

Das neue Pearl Harbor - Band 1
Beunruhigende Fragen zur Bush-Regierung und zum 11. September

Teil 1: Die Ereignisse des 11. September

1. Kapitel

Die Flüge 11 und 175: Wie konnte die Mission der Entführer gelingen?

In vielerlei Hinsicht beinhalten die stichhaltigsten, von Kritikern der offiziellen Darstellung vorgebrachten Beweise die Ereignisse des 11. September selbst. Um 8.46 Uhr stürzte ein entführtes Flugzeug in den Nordturm des World Trade Center (WTC). Um 9.03 Uhr stürzte ein weiteres in den Südturm. Und um 9.38 Uhr wurde das Pentagon getroffen. Angesichts von Standardprozeduren für den Umgang mit entführten Flugzeugen hätte jedoch keines dieser Flugzeuge sein Ziel erreicht dürfen, geschweige denn alle drei. Es ist auch alles andere als klar, wie die Anschläge auf New York erfolgreich sein konnten in dem Sinne, daß sie die Zusammenbrüche der WTC-Gebäude verursachten. Es gibt darüber hinaus beunruhigende Fragen zum dritten Flugzeug – ob es wirklich das Flugzeug war, das das Pentagon getroffen hat – und zum vierten Flugzeug – ob es dasjenige Flugzeug war, das abgeschossen wurde. Nach der Prüfung von Fragen, die in all diesen Angelegenheiten aufgeworfen wurden, werde ich mich schließlich Fragen widmen, die durch Präsident Bushs Verhalten an jenem Tag aufgeworfen wurden. Das vorliegende Kapitel jedoch befaßt sich ausschließlich mit den Flügen 11 und 175 sowie dem Einsturz der WTC-Gebäude.

American Airlines Flug 11

Das erste Flugzeug, das entführte werden sollte, war American Airlines (AA) Flug 11, das um 7.59 Uhr von Boston abhob. Um 8.14 Uhr war – neben der Tatsache, daß das Flugzeug nicht auf einen Befehl der Bodenkontrolle der FAA (Federal Aviation Administration, Bundesluftfahrtbehörde) aufzusteigen, reagiert hatte – sein Funk- und Transpondersignal ausgeschaltet worden,1 was darauf hindeutete, daß es möglicherweise entführt worden war. Um 8.20 Uhr, kam das Flugzeug, während die FAA-Bodenkontrolle seine Flugbahn auf dem Radar beobachtete, völlig vom Kurs ab, was die Bodenkontrolle zu dem Schluß brachte, daß es wahrscheinlich entführt worden war. Um 8.21 Uhr berichteten Flugbegleiter per Telefon, daß das Flugzeug definitiv durch Entführer in ihre Gewalt gebracht worden war, die bereits einige Menschen getötet hatten. Um 8.28 Uhr wendete das Flugzeug in Richtung New York. Um 8.44 Uhr befand sich US-Verteidigungsminister Rumsfeld im Pentagon, um mit dem Repräsentanten Christopher Cox über Terrorismus zu sprechen. »Lassen Sie mich Ihnen sagen«, zitierte die Associated Press Rumsfeld mit den Worten: »Ich habe schon einiges an Erfahrungen. Es wird ein weiteres Ereignis geben. Es wird ein weiteres Ereignis geben.«2 Und, falls er dies tatsächlich gesagt hatte, so sollte er recht behalten. Zwei Minuten später, um 8.46 Uhr stürzte Flug 11 in den Nordturm des WTC. Dies geschah 32 Minuten nach dem Anzeichen, daß das Flugzeug möglicherweise entführt worden war und 25 Minuten nach der Erkenntnis, daß es definitiv entführt worden war.

Skeptiker der offiziellen Darstellung glauben, daß der Versuch, ein Flugzeug in das WTC zum Absturz zu bringen, unter normalen Umständen nicht hätte erfolgreich sein können. Das Grundproblem – so argumentieren sie – ist, daß es Standardprozeduren für Situationen wie diese gibt, und daß, wenn sie befolgt worden wären, Flug 11 von Kampfflugzeugen innerhalb von 10 Minuten abgefangen worden wäre, alleine schon auf jegliches Anzeichen hin, daß es möglicherweise entführt worden war. Hätte das Flugzeug daraufhin nicht dem Standardsignal, den Kampfflugzeugen zu einem Flughafen zu folgen, um dort zu landen, Folge geleistet, wäre es abgeschossen worden. Dies hätte bis 8.24 Uhr oder spätestens bis 8.30 Uhr stattgefunden, so daß die Frage, ob ein Verkehrsflugzeug über dem Herzen von New York City hätte abschossen werden mußte, erst gar nicht aufgekommen wäre.

Als Beweis zitieren die Skeptiker Vorschriften der FAA, die Fluglotsen folgendermaßen instruieren:

Gehen Sie davon aus, daß ein Flugnotfall besteht ..., wenn: ... Es einen unerwarteten Verlust des Radarkontaktes oder der Funkkommunikation mit einem ... Flugzeug gibt. ... Wenn ... Sie im Zweifel darüber sind, ob es sich bei einer Situation um einen Notfall oder einen potenziellen Notfall handelt, handeln Sie so, als ob es ein Notfall wäre.3

Dementsprechend hätte um 8.14 Uhr der Verlust der Funkverbindung allein schon die Fluglotsen zur Einleitung von Notfallmaßnahmen gebracht. Der Verlust des Transpondersignals hätte die Situation doppelt verdächtig gemacht. Der Fluglotse hätte, nachdem er festgestellt hatte, daß es unmöglich war, den Funkkontakt wiederherzustellen, sofort das National Military Command Center (NMCC) im Pentagon und das North American Aerospace Defense Command (NORAD) kontaktieren müssen, das sofort Kampfflugzeuge vom nächsten Militärflughafen losgeschickt hätte. Laut Sprechern von NORAD dauert es ab dem Zeitpunkt, wenn die FAA auch nur ahnt, daß etwas nicht stimmt, »etwa eine Minute«, um NORAD zu kontaktieren, woraufhin NORAD Kampfflugzeuge »innerhalb von wenigen Minuten überallhin in den Vereinigten Staaten« aufsteigen lassen kann.4 »Nach Angaben der eigenen Internetseite der US-Luftwaffe«, berichtet Nafeez Ahmed, braucht eine F-15 routinemäßig »vom ›Aufsteigebefehl‹ um auf 29.000 Fuß [ca. 8800 Meter] zu kommen nur 2½ Minuten« und kann dann mit 3400 km/h (1850 nmph; nautischen Meilen pro Stunde) weiterfliegen.5 Wenn die normale Prozeduren eingehalten worden wären, wäre Flug 11 entsprechend vor 8.24 Uhr und sicherlich nicht später als 8:30 Uhr abgefangen worden, 16 Minuten bevor es im tatsächlichen Lauf der Ereignisse in das WTC stürzte.

Darüber hinaus hätte, selbst wenn der Funkkontakt oder das Transpondersignal nicht abgebrochen wäre, die Tatsache, daß das Flugzeug um 8.20 Uhr radikal vom Kurs abkam, die FAA veranlassen müssen, das Militär zu informieren. Jedes Flugzeug hat einen Flugplan, der aus einer Abfolge von geographischen Punkten oder »Fixpunkten« besteht und laut einem Bericht von MSNBC heißt es:

Piloten sollen jeden Fixpunkt mit exakter Genauigkeit treffen. Wenn ein Flugzeug 15 Grad oder zwei Meilen von diesem Kurs abkommt, werden die Fluglotsen den Panik-Knopf drücken. Sie werden Kontakt zum Flugzeug aufnehmen und sagen: »American 11, Sie kommen vom Kurs ab.« Dies wird als echter Notfall angesehen.6

Auch wenn die FAA gewartet hätte, bis das Flugzeug um 8.20 Uhr vom Kurs abkam, sollte das Flugzeug bis 8.30 Uhr oder spätestens bis 8.35 Uhr abgefangen worden sein – reichlich Zeit, um es daran zu hindern, in die Stadt New York zu fliegen.

Was beim Abfangen passieren würde, erklärt Ahmed, indem er aus dem FAA-Handbuch zitiert:

[Der Abfangjäger kommuniziert mit] dem Wippen der Flügel aus einer Position etwas oberhalb und vor, und in der Regel links vom abgefangenen Flugzeug. ... Diese Aktion übermittelt die Nachricht: »Sie wurden abgefangen.« Das Verkehrsflugzeug soll dann durch Wippen mit den Flügeln antworten, um die Bereitschaft zum Folgen anzuzeigen, worauf der Abfangjäger eine »langsame Wendung in der Regel nach links, auf das gewünschte Flugziel hin ausführt.« Das Verkehrsflugzeug antwortet dann, indem es der Eskorte folgt.7

Wenn Flug 11 auf diese Weise abgefangen worden wäre, aber nicht reagiert hätte, wäre es gemäß den Standardprozeduren abgeschossen worden. Mike Snyder, Major der US-Marines, der als NORAD-Sprecher fungierte, sagte gegenüber dem Boston Globe, daß NORADs »Kampfflugzeuge routinemäßig Flugzeuge abfangen« und führte weiter aus:

Wenn Flugzeuge abgefangen werden, werden sie typischerweise mit abgestuften Reaktionen behandelt. Das herannahende Kampfflugzeug soll mit seinen Flügelspitzen wippen, um die Aufmerksamkeit des Piloten auf sich zu ziehen oder kreuzt die Route des Flugzeugs. Schließlich kann es Leuchtspursalven vor das Flugzeug schießen oder es unter bestimmten Umständen mit einer Rakete abschießen.8

Die von den Kritikern aufgeworfene Frage lautet selbstverständlich, warum dies nicht im Fall von Flug 11 passierte. Warum wurde das Flugzeug nicht einmal abgefangen?

Ein Teil der Verwirrung in Hinsicht auf diese Frage, so betonen sie, wurde von Vizepräsident Cheney in einem Interview in »Meet the Press« am 16. September hervorgerufen, in welchem er nahelegte, daß die »Frage, ob wir ein Verkehrsflugzeug abfangen würden oder ob nicht«, sowie die Frage, ob es abgeschossen werden würde, »eine Entscheidung auf Präsidenten-Ebene« sei. Kritiker sagen, diese Aussage verwechselt zwei Dinge: Abfangen und Abschießen. Das Abfangen ist eine Routineangelegenheit, die mehr als hundert Mal pro Jahr vorkommt.9 Sie fügten hinzu, daß die Verwechslung dieser beiden Fragen auch vom damals amtierenden Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs General Richard Myers(10) bei der Zeugenaussage gegenüber dem Senate Armed Services Committee (Senatsausschuß für die Streitkräfte) am 13. September verstärkt worden war: »Nachdem der zweite Turm getroffen worden war, sprach ich mit dem Kommandanten von NORAD, General Eberhart. Und zu diesem Zeitpunkt, denke ich, war die Entscheidung gefallen, Flugzeuge starten zu lassen.«11 Er, ebenso wie Cheney, implizierte, Kampfflugzeuge würden nur dann zum Abfangen von Flügen losgeschickt, wenn dies durch Kommandeure auf höchster Ebene befohlen wird. Aber das Abfangen findet seit langer Zeit routinemäßig im Rahmen von Standardprozeduren statt, selbst wenn der Abschuß eines Flugzeugs, wie Cheney implizierte, »eine Entscheidung auf Präsidenten-Ebene« wäre.

Darüber hinaus wies Thierry Meyssan - obwohl einige Forscher die Ansicht akzeptiert haben, daß ein entführtes Flugzeug nur mit Genehmigung des Präsidenten abgeschossen werden kann,12 – darauf hin, daß die militärischen Vorschriften etwas anderes zu sagen scheinen. Gemäß dieser Vorschriften

wird im Falle einer Entführung das NMCC [National Military Command Center] auf dem schnellsten Weg von der FAA benachrichtigt. Das NMCC wird mit Ausnahme von Anfragen, die eine sofortige Antwort benötigen, ... Anfragen für eine DoD [Department of Defense, Verteidigungsministeriums]- Unterstützung an den Verteidigungsminister zur Genehmigung weiterleiten.13

Entsprechend kommt Meyssan zu der Schlußfolgerung, daß die Vorschriften die Verantwortung für den Abschuß entführter Flugzeuge »auf den Verteidigungsminister« übertragen. Die Formulierung »mit der Ausnahme« zeigt, daß, falls der Verteidigungsminister nicht rechtzeitig kontaktiert werden kann, andere Personen in der Befehlskette die Verantwortung übernehmen. Hierzu zitiert Meyssan aus einem Dokument des Verteidigungsministeriums:

Es ist möglich, an jede Person in der Befehlskette »Anfragen, die eine sofortige Antwort benötigen«, zu richten. Diese ergeben sich aus den bevorstehenden, ernsten Umständen, bei denen nur ein sofortiges Eingreifen durch einen Beamten des Verteidigungsministeriums oder [durch] einen militärischen Befehlshaber den Verlust von Menschenleben verhindern oder menschliches Leid und große Sachschäden abmildern kann.14

Nach dieser Lesart hätten zahlreiche Personen in der Befehlskette die Autorität besessen, den »Verlust von Menschenleben« und »große Sachschäden« zu verhindern – wozu es ja kam, als AA Flug 11 in den Nordturm des WTC raste.

Man könnte selbstverständlich argumentieren, daß zu diesem Zeitpunkt niemand wissen konnte, daß das Flugzeug dies tun würde. Doch Kritiker der offiziellen Darstellung würden antworten, daß dieses Argument – während es nicht erklärt, warum Flug 11 nicht zumindest abgefangen wurde – nicht für das zweite Flugzeug gilt, das in das WTC abstürzen sollte.

United Airlines Flug 175

UA-Flug 175 startete in Boston um 8.14 Uhr, dem Zeitpunkt, als die FAA erfuhr, daß Flug 11 entführt worden sein könnte. Um 8.42 Uhr brachen der Funkkontakt sowie das Transpondersignal ab und das Flugzeug kam vom Kurs ab. Da FAA-Beamte jetzt bereits wußten, daß der vorhergehende Flug definitiv entführt worden war und über New York City flog, wären FAA-Beamte sicherlich bereit gewesen, sofort das Militär zu kontaktieren. Tatsächlich benachrichtigten sie NORAD Berichten zufolge um 8.43 Uhr.15 NORAD hätte dieses Flugzeug bis 8.53 Uhr mit Kampfflugzeugen abfangen müssen. Und zu diesem Zeitpunkt - 7 Minuten nachdem das erste entführte Flugzeug das WTC getroffen hatte – wären die Kampfflugzeuge sicherlich bereit gewesen, dieses zweite entführte Flugzeug abzuschießen, hätte es den Anweisungen nicht unmittelbar Folge geleistet. Doch Flug 175 wurde von keinem Flugzeug abgefangen, und er schlug um 9.03 Uhr in den Südturm des WTC ein.

Ein weiterer beunruhigender Bestandteil dieses Absturzes, vor allem für die Familien der Opfer, ist die laut Berichten um 8.55 Uhr ausgerufene öffentliche Durchsage im Südturm, daß das Gebäude sicher sei und die Menschen in ihre Büros zurückkehren könnten. Solche Durchsagen wurden Berichten zufolge wiederholt, bis ein paar Minuten bevor das Gebäude getroffen wurde und haben somit möglicherweise zum »Tod von Hunderten von Menschen« beigetragen.16 Paul Thompson fragt: »Da NORAD um 8.43 Uhr mitgeteilt wurde, daß Flug 175 entführt worden war und auf New York City zusteuerte, warum wurden die Menschen in dem Gebäude nicht gewarnt?« Eine wirklich beunruhigende Frage, denn Thompsons Andeutung meint möglicherweise, daß vielleicht jemand anderes als die Entführer eine erhebliche Zahl von Todesopfern sicherstellen wollte.

Jedenfalls kann angesichts der Tatsache, daß dieses Flugzeug das WTC 17 Minuten nach dem ersten Einschlag getroffen hat, keiner der vorstellbaren Gründe, die erklären könnten, warum im Hinblick auf das erste Flugzeug die Standardprozeduren versagt haben – wie z.B. unaufmerksame Fluglotsen, Piloten auf Militärbasen, die nicht in voller Alarmbereitschaft oder die Annahme, daß das abweichendes Verhalten des Flugzeugs nicht bedeute, daß es entführt worden war – alle nicht zur Erklärung herangezogen werden können, warum Flug 175 nicht abgeschossen oder zumindest abgefangen wurde. Erstens waren zu dieser Zeit alle Fachleute von NORADs Nordost-Luftverteidigungssektor mit »ihren Headsets mit der FAA in Boston verbunden, um über Flug 11 informiert zu werden.« Somit wäre sich NORAD umfassend der Ernsthaftigkeit der Situation bewußt gewesen.17 Noch rätselhafter ist hingegen, warum weitere 35 Minuten später – um 9.38 Uhr – das Pentagon getroffen wurde. Doch wir werden bis zum nächsten Kapitel warten, um diesen dritten Flug zu untersuchen. Die gegenwärtige Aufgabe ist es, die offizielle Darstellung der ersten beiden Flüge und die Erwiderungen der Kritiker zu prüfen.

Warum wurden die Flüge 11 und 175 nicht abgefangen?

Eine der Merkwürdigkeiten der offiziellen Darstellung ist nach Ansicht der Kritiker, daß es mehr als eine Version davon gab. General Myers sagte in seiner zuvor vorgenannten Zeugenaussage vor dem Senatsausschuß für die Streitkräfte am 13. September: »Als es klar wurde, worin die Bedrohung bestand, ließen wir Kampfflugzeuge aufsteigen.« Auf die Nachfrage, ob dieser Befehl »vor oder nach dem Einschlag in das Pentagon« gegeben wurde, antwortete Myers – zu dieser Zeit amtierender Vorsitzender der Vereinigten Stabchefs: »Der Befehl wurde, nach meinem besten Wissen, gegeben, nachdem das Pentagon getroffen worden war.«18 Ein Problem mit dieser Aussage ist, wie Kritiker betonen, dass sich Militärs im NMCC bewußt waren, »worin die Bedrohung« bestand, lange bevor das Pentagon selbst um 9.38 Uhr getroffen worden war. Dies hätte spätestens um 8.46 Uhr klar gewesen sein müssen, als das WTC getroffen worden war und ein weiteres entführtes Flugzeug in seine Richtung flog. Ein weiteres Problem ist natürlich, daß es für die Beamten im NMCC und NORAD nicht erforderlich war, vollständig zu verstehen, »worin die Bedrohung bestand«, um Kampfflugzeuge aufsteigen zu lassen, die Flug 11, Flug 175 und jedes unbefugte Flugzeug, das auf auf Washington zusteuerte, abzufangen. Die Standardprozeduren hätten sich um alle diese Dinge gekümmert.

Diese Version der offiziellen Darstellung wurde auch von mindestens zwei weiteren Beamten berichtet. Laut einem Bericht im Boston Globe vom 15. September sagte NORAD-Sprecher Major Mike Snyder, daß, bis das Pentagon getroffen wurde, keine Kampfflugzeuge losgeschickt worden waren. Tim Russert zeigte sich während des weiter oben erwähnten Interviews am 16. September in »Meet the Press« überrascht: obwohl wir spätestens um 8.20 Uhr von der ersten Entführung wußten, »scheint es, als wir wären nicht in der Lage gewesen, rechtzeitig Kampfflugzeuge aufsteigen zu lassen, um das Pentagon zu schützen.« Cheney bestritt diese Aussage nicht.19

Das Hauptproblem dieser ersten Version der offiziellen Darstellung, so meinen Kritiker, ist, daß diese impliziert, daß das Verhalten des Militärs den Standardprozeduren völlig widersprach. Laut diesen müssen Abfangjäger aufsteigen, sobald eine vermutete Entführung gemeldet wird. Trotz der Tatsache, daß die Aussagen von Myers und Cheney es anders nahezulegen schienen, erfordert es – so Kritiker – keinen Befehl von oben, um Kampfflugzeuge aufsteigen zu lassen. Die Kritiker betonen, daß vielmehr ein Befehl, diese nicht aufsteigen zu lassen, eine Anweisung von ganz oben benötigt. Zum Beispiel kommentieren Illarion Bykow und Jared Israel hinsichtlich der Tatsache, daß die Standard-Notfallsysteme am 11. September versagten: »Dies könne nur passieren, wenn Personen in hohen Positionen in einer koordinierten Art und Weise arbeiteten, um sie zum Versagen zu bringen.«20

Jedenfalls begann NORAD innerhalb weniger Tage zu behaupten, daß es doch Flugzeuge aufsteigen ließ, diese aber zu spät ankamen.21 Den Kritikern jedoch erscheint diese zweite Version fast so seltsam wie die erste.

Laut dieser Version wurde NORAD durch die FAA nicht vor 8.40 Uhr über die Entführung von Flug 11 benachrichtigt. Dies wären 26 Minuten, nachdem der Funkkontakt zum Flugzeug und das Transpondersignal abgebrochen waren und 20 Minuten, nachdem es vom Kurs abgekommen war. Dazu bemerken Allan Wood und Paul Thompson:

Ist die Behauptung von NORAD glaubwürdig? Falls ja, sollten die Fluglotsen ... gefeuert worden sein und mögliche Strafanzeigen aufgrund ihrer Untätigkeit bekommen haben. Bis heute gibt jedoch es keinen Hinweis darauf, daß auch nur eine Person disziplinarisch belangt wurde. ... Wenn die Behauptung von NORAD falsch ist und es tatsächlich innerhalb des Zeitrahmens der FAA-Bestimmungen ... informiert worden war, würde das bedeuten, daß NORAD fast dreißig Minuten absolut nichts getan hat, als ein entführtes Verkehrsflugzeug vom Kurs abkam und durch einen der verkehrsreichsten Lufträume der Welt flog. Vermutlich würde das einige sehr schwere Anschuldigungen rechtfertigen. Auch hier wurde niemand in Zusammenhang mit NORAD oder der FAA bestraft.22

Das Ausbleiben jeglicher Disziplinarmaßnahmen weißt entweder darauf hin, daß diese Geschichte falsch ist oder daß die maßgeblichen Parteien in der FAA und/oder NORAD taten, wozu sie angewiesen worden waren.

Diese Darstellung hat noch weitere ungewöhnliche Eigenschaften. Nachdem NORAD von der Entführung erfahren hatte, erteilte es laut dieser Darstellung den Befehl zum Aufsteigen nicht vor 8.46 Uhr – sechs Minuten, nachdem es informiert worden war. Darüber hinaus erteilte NORAD unerklärlicherweise diesen Befehl nicht der nur etwa 110 km (70 Meilen) von New York entfernte McGuire-Luftwaffenbasis in New Jersey, sondern der Otis-Luftwaffenbasis der Nationalgarde in Cape Cod, die über 290 km (180 Meilen) entfernt ist.

Das hätte, was Flug 11 betrifft, sicherlich keinen Unterschied gemacht, weil 8.46 Uhr der Zeitpunkt war, als er in das WTC traf.

In der Zwischenzeit jedoch behauptet NORAD, es habe um 8.43 Uhr von der FAA die Mitteilung der Entführungen von Flug 175 erhalten, so daß die beiden F-15-Jäger, denen um 8.46 Uhr der Befehl zum Aufsteigen gegeben wurde, stattdessen zu diesem Flug umdirigiert wurden. Aber aus unerklärlichen Gründen sollen die F-15-Jäger erst 6 Minuten später – um 8.52 Uhr – abgehoben sein.

Das aber vielleicht seltsamste Merkmal dieser Geschichte beinhaltet aus der Sicht der Kritiker, daß sie nicht erklären kann, warum – selbst bei all den Verzögerungen – die Flugzeuge nicht rechtzeitig eintrafen, um den zweiten Anschlag auf das WTC zu stoppen. Um 8.52 Uhr waren es noch elf Minuten bis Flug 175 um 9.03 Uhr den zweiten Turm traf. Lieutenant Colonel Timothy Duffy, der einer der F-15-Piloten gewesen sein soll, wurde mit der Aussage zitiert, er wäre »die gesamte Strecke mit Höchstgeschwindigkeit geflogen«, was bedeutet, daß er schneller als 3400 km/h (1875 nmph) geflogen wäre.23 Bei dieser Geschwindigkeit hätte eine F-15 mehr als etwa 50 km (30 Meilen) pro Minute zurückgelegt. Nimmt man also die üblichen 2,5 Minuten an, um in die Luft und auf Höchstgeschwindigkeit zu kommen, hätten die Flugzeuge in ca. acht Minuten Manhattan erreichen müssen, so daß sie volle drei Minuten Zeit gehabt hätten, das verirrte Verkehrsflugzeug abzuschießen. Und doch waren laut dieser zweiten Version der offiziellen Darstellung die F-15-Kampfflugzeuge noch ca. 110 km entfernt, als Flug 175 in den Südturm einschlug.24 Laut Angaben der NORAD-Zeitleiste brauchten sie tatsächlich 19 Minuten, um die Stadt zu erreichen. Selbst wenn die Geschichte der Otis-Jäger sogar stimmen würde, müßten sie mit weit weniger als »Höchstgeschwindigkeit« geflogen sein – genau genommen, wenn wir von NORADs Zeitleiste ausgehen, eher etwa mit 1100 km/h (700 mph).25

Hinzu kommt, daß selbst wenn die Zeiten in dieser Geschichte genügend angepasst wurden, um die Tatsache erklären zu können, daß die Flugzeuge zu spät waren, steht immer noch die Frage im Raum, warum der Befehl nicht an die McGuire-Luftwaffenbasis gegeben wurde. Wie Ahmed ausführte: eine F-15 mit ca. 3400 km/h »würde die Strecke von der Luftwaffenbasis in New Jersey nach New York in weniger als 3 Minuten zurücklegen, so daß es ein Leichtes gewesen wäre, Flug 175 abzufangen.«26 Daher ziehen die Kritiker den Schluß, daß, selbst wenn wir diese zweite Geschichte akzeptieren, der zweite Turm des WTC nicht getroffen hätte werden dürfen.

Letztlich bleibt die Behauptung – daß Kampfflugzeug losgeschickt wurden, um zu versuchen, dieses zweite entführte Flugzeug zu stoppen – ohne eine Erklärung, warum beim ersten Flugzeug Standardprozeduren nicht eingehalten wurden. Wenn man diese zweite Version der offiziellen Darstellung akzeptiert, bleibt die Verwunderung darüber, warum General Myers, Vizepräsident Cheney und der NORAD-Sprecher zunächst annehmen konnten, daß überhaupt keine Flugzeuge aufgestiegen waren, bis das Pentagon getroffen wurde.

Dementsprechend glauben einige Kritiker, darunter auch manche mit militärischer Erfahrung, daß die zweite Version erfunden wurde. Stan Goff, ein ehemaliger Hauptfeldwebel, der in West Point Militärwissenschaft lehrte, schlußfolgert beispielsweise, es seien keine Kampfflugzeuge aufgestiegen, bis das Pentagon getroffen wurde.27 Andreas von Bülow, ehemaliger Staatssekretär im deutschen Verteidigungsministerium sagte: »60 entscheidende Minuten lang ließen Militär und Geheimdienste die Abfangjäger am Boden.«28

Bei beiden Version der offiziellen Darstellung hätten die erfolgreichen Angriffe auf das WTC auf keinen Fall möglich gewesen sein dürfen. Diese Ansicht wird von Anatoli Kornukov, dem Oberbefehlshaber der russischen Luftstreitkräfte, gestützt, der am Tag nach dem 11. September mit den Worten zitierte wurde: »Generell ist es unmöglich, einen Terrorakt mit diesem Szenario durchzuführen, das gestern in den USA stattgefunden hat. ... Sobald etwas wie das hier geschieht, wird mir sofort darüber berichtet und in einer Minute sind wir alle oben.«29 Nach dem Zitieren von Kornukovs Aussage kommentiert Ahmed: »Es ist natürlich wohlbekannt, daß die US-Luftwaffe der russischen weit überlegen ist« und fügte hinzu, daß sich aus diesen Tatsachen einige vernünftige Schlüsse ziehen lassen – insbesondere, daß die Anschläge auf das WTC nur geschehen konnten, wenn Standardprozeduren außer Kraft gesetzt wurden.

Standardprozeduren (Standard Operating Procedures, SOP) sind am 11. September völlig und unerklärlich zusammengebrochen – etwas, das niemals zuvor geschehen ist. Es bleibt die Frage, wer verantwortlich dafür ist, daß Routineregeln für Notfallmaßnahmen nicht eingehalten wurden.30

Bykow und Israel haben wenig Zweifel daran, wer das gewesen sein könnte:

Die Sabotage von Routine-Schutzsystemen, durch strikte Hierarchien kontrolliert, wäre niemals in Erwägung gezogen worden, geschweige denn versucht worden, ohne die Beteiligung des obersten US-Militärkommandos. Dies umfaßt zumindest US-Präsident George Bush, US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und den damaligen amtierenden Leiter der Joint Chiefs of Staff, Luftwaffen-General Richard B. Myers.31

Dies ist in der Tat die Frage, der man sich stellen muß: Konnte ein Plan, Flugzeuge zu entführen und sie in das WTC zu fliegen, erfolgreich sein, ohne »Stand down«-Befehle, die von Bush, Rumsfeld und Myers bewilligt wurden?

Wie die von Kritikern der offiziellen Darstellung der Flüge 11 und 175 getroffenen Schlußfolgerungen zeigen, hat diese Darstellung beunruhigende Fragen aufgeworfen.32 Weitere beunruhigende Fragen sind durch den Einsturz der World Trade Center-Gebäude aufgekommen.33

Der Zusammenbruch der WTC-Gebäude

Laut der offiziellen Darstellung brachen der Nord- und Südturm (die Zwillingstürme) aufgrund des Einschlags der Flugzeuge sowie durch die intensive Hitze der daraus resultierenden Bränden in sich zusammen. Ich nenne dies die »offizielle Darstellung«, sollte aber hinzufügen, daß dies nicht bedeutet, sie wäre von einer offiziellen Stelle bestätigt worden. Der Federal Emergency Management Agency (FEMA, Bundesbehörde für Notfallmanagement) war die Aufgabe der Untersuchung des Zusammenbruchs übertragen worden, doch als sie im Mai 2002 ihren Bericht vorlegte, erklärte sie, daß »die Abfolge der Ereignisse, die zum Zusammenbruch der beiden Türme führte, nicht endgültig festgestellt werden kann.«34 Dennoch enthielt der FEMA-Bericht lauter Spekulationen, die dazu dienten, die offizielle Theorie zu stützen.

Diese Theorie wird von denjenigen, die mit den Tatsachen vertraut sind, weitgehend zurückgewiesen. Sie wurde bereits im Januar 2002 in einem Artikel von Bill Manning mit dem Titel »$elling Out the Investigation« (Ausverkauf der Untersuchung) abgelehnt, der in Fire Engineering erschienen war, einer Fachzeitschrift mit Verbindungen zur New Yorker Feuerwehr. Darin berichtet Manning, daß eine wachsende Zahl von Brandschutz-Ingenieuren nahelegte, daß »die strukturellen Schäden durch die Flugzeuge und die explosionsartige Entzündung des Kerosins nicht ausreichend waren, um die Türme zum Einsturz zu bringen.«35 Zwischenzeitlich wurden viele weitere Einwände gegen die offizielle Theorie erhoben. Einige dieser Einwände beinhalten spezielle Probleme im Zusammenhang mit dem Einsturz eines dritten Gebäudes in diesem Komplex, das als Gebäude 7 (WTC 7) bekannt ist.

Zur Beurteilung dieser Einwände ist es notwendig, einige der Tatsachen zu überprüfen. Der Nordturm (WTC 1) wurde um 8.46 Uhr getroffen. Es brach eine Stunde und 42 Minuten später – um 10.28 Uhr – in sich zusammen. Der Südturm (WTC 2) wurde um 9.03 Uhr getroffen. Er brach 56 Minuten später – um 9.59 Uhr – in sich zusammen. Das zwei Blocks entfernte Gebäude Nr. 7 (WTC 7), das nicht getroffen worden, brach um 17.20 Uhr in sich zusammen. Diese Tatsachen legen sofort zwei Fragen nahe: Warum ist der Südturm, der 17 Minuten nach dem Nordturm getroffen wurde, dennoch 29 Minuten früher eingestürzt? Und warum stürzte WTC 7 angesichts der Tatsache, daß es von keinem Flugzeug getroffen wurde, überhaupt ein? Zusätzliche Details zum Zusammenbruch dieser drei Gebäude rufen noch weitere Fragen hervor. Ich werde mich zunächst mit Fragen befassen, die bezüglich des Nord- und Süd-Turms aufgeworfen wurden, und komme danach zu WTC 7.

Die Zwillingstürme: Laut einer Darstellung, die kurz nach dem 11. September in einer NOVA-Sendung in den Umlauf gebracht worden war, wurden der Nord- und Südturm zum Einsturz gebracht, weil die Hitze der kerosingespeisten Brände die Stahlsäulen des Gebäudes geschmolzen hatte.36 Es ist mittlerweile jedoch allgemein anerkannt, daß die Brände dafür auch nicht annähernd heiß genug waren. Um Stahl zu schmelzen, ist eine Temperatur im Bereich von 1538 °C (2770 °F) vonnöten, die nur von einigen speziellen Geräten, wie einem Sauerstoff-Acetylen-Schneidbrenner erreicht werden kann. Ein Kohlenwasserstoffbrand, wie einer, der z.B. auf raffiniertem Kerosin basiert – also Flugzeugtreibstoff – erreicht nicht einmal annähernd diese Temperatur. Wie Thomas Eagar, Professor für Material- und Ingenieurbau am MIT (Massachusetts Institute of Technology) erklärte, liegt die maximal mögliche Temperatur für ein kohlenwasserstoffgespeistes, offenes Feuer zwischen 870 °C und 925 °C (1600 und 1700 °F). Außerdem, da die WTC-Brände brennstoffreiche Brände waren, was durch die Tatsache bewiesen wird, daß sie viel schwarzen Rauch ausstießen, waren sie für Kohlenwasserstoffbrände auch nicht sonderlich heiß, »wahrscheinlich nur 1200 oder 1300 °F [650 °C oder 700 °C]«.37

Wie die Schmelztheorie illustriert, sind einige der weithin akzeptierten Erklärungen des Zusammenbruchs der Türme wissenschaftlich unvertretbar. Viele weitere Theorien sind mangelhaft, weil sie spezifische Fakten über die Gebäude und die Art der Zusammenbrüche nicht berücksichtigen. Vor der Prüfung weiterer Theorien sollten wir daher einige dieser Fakten betrachten.

Beide Türme waren etwa 400 m (1300 Fuß) hoch. Zur Stabilisierung dieser extrem hohen Gebäude waren 47 Stahlsäulen im zentralen Kern der einzelnen Gebäude und 240 Stahlsäulen rund um die Außenwand angebracht, wobei jede Säule am unteren Ende viel dicker war als an der Spitze. Die Säulen der Außenwand waren durch Stahlträger in den Betonböden mit dem Kern verbunden. Obwohl viel über »schwache Träger« fabuliert wurde,38 zitierte Scientific American den Ingenieur Robert McNamara mit den Worten: »Heutzutage bauen sie nicht so robust wie das World Trade Center.« Insbesondere zu den Stahlträgern heißt es im FEMA-Bericht: »Das Stockwerk-Rahmensystem für beide Türme war komplexer und wesentlich redundanter als typische Unterzug-Bodensysteme.«39 Analysen von geborgenem Stahl haben außerdem ergeben, daß er weit davon entfernt war, mangelhaft zu sein, und stattdessen die Anforderungen an die Norm erfüllte oder sogar übertraf.40

Angesichts dieser Fakten zu den Türmen können wir eine zweite weit verbreitete Vorstellung verwerfen, nämlich daß die Flugzeugeinschläge die Türme erheblich geschwächt hätten. Thomas Eagar sagt, die Flugzeugeinschläge wären unbedeutend gewesen, weil »die Anzahl der Säulen, die beim ursprünglichen Einschlag verloren gingen, nicht groß war und die Traglast auf die verbleibenden Säulen in dieser hochredundanten Struktur verschoben wurde.«41 »Innerhalb weniger Dutzend Sekunden nach dem Flugzeugeinschlag«, betont Eric Hufschmid, »war der Nordturm ruhig, stabil und bewegungslos.«42

Unterstützer der offiziellen Darstellung, sowie Eagar selbst, argumentieren in der Regel, daß die Einstürze mit Hilfe der Hitze durch die Brände erklärt werden müssen. In Eagars Worten: »Der eigentliche Schaden im World Trade Center ist auf die Größe des Feuers zurückzuführen.« Da der in den Gebäuden verwendete Stahl in der Lage sein muß, das Fünffache seiner normalen Traglast zu tragen, stellte Eagar heraus, war der Stahl in den Türmen nur in der Lage zusammenzubrechen, wenn er bis zu dem Punkt erhitzt wurde, an dem er »80 Prozent seiner Tragfähigkeit einbüßte«, was etwa 700 °C (1300 °F) entspricht. Eagar glaubt, daß genau das passierte.43 Die Glaubwürdigkeit der offiziellen Theorie hängt entsprechend – zumindest teilweise – davon ab, ob es Beweise dafür gibt, daß es in den Türmen die dafür erforderlichen Brände gab.

Zur Beurteilung dieser Frage müssen wir den Unterschied, wie Eagar selbst betont, zwischen Temperatur und Wärme (oder Energie) kennen.44 Ein brennendes Streichholz etwa oder eine Glühbirne können eine sehr hohe Temperatur entwickeln, aber erzeugen aufgrund der geringen Größe nicht viel Wärme (Energie). Ein brennendes Streichholz würde nie einen Stahlträger auf seine eigene Temperatur bringen. Ein Feuer mit einer Temperatur von 700 °C würde einen riesigen Stahlträger nur dann auf diese Temperatur bringen, wenn es ein sehr großes Feuer wäre und viel Energie besäße.

Eine weitere Bedingung kommt noch hinzu: Das große Feuer müßte für einen längeren Zeitraum auf den Stahlträger einwirken.

Damit die offizielle Theorie glaubwürdig sein soll, müßten die Brände in den Türmen daher recht heiß gewesen sein; es müssen große, im ganzen Gebäude verteilte Brände gewesen sein; und sie müssen eine erhebliche Zeit lang gebrannt haben. Alle verfügbaren Beweise lassen jedoch darauf schließen, daß das Gegenteil der Fall war. Ein höchst wertvolles Buch zur Überprüfung dieser Beweise ist Painful Questions (Quälende Fragen) von Eric Hufschmid,45 welches die besten, verfügbaren Fotos enthält.

Die Zwillingstürme sind gemeinhin als »emporragende Infernos« beschrieben worden. Aus Sicht von menschlichen Körpern war dies eine zutreffende Beschreibung des Nordturms, von dem viele Menschen in den Tod sprangen, um dem Rauch und den Flammen in den Stockwerken oberhalb des 96. Stocks, wo das Flugzeug eingeschlagen ist, zu entgehen. Dennoch gibt es einen großen Unterschied zwischen der Toleranz des menschlichen Körpers und demjenigen von Stahl. Fotos des Nordturms liefern keine Belege für Brände, die dessen Stahl erheblich geschwächt haben könnten. Ein Foto, das innerhalb der ersten 16 Minuten aufgenommen wurde, nachdem der Nordturm getroffen worden war (weil der Südturm noch nicht getroffen wurde) zeigt lediglich ein dunkles Loch, aus dem schwarzer Rauch ausströmt. Keine Flammen sind erkennbar. Hufschmid weist auf folgendes hin: »Das Fehlen von Flammen ist ein Hinweis darauf, daß die Brände klein waren und der dunkle Rauch ist ein Hinweis darauf, daß die Brände am Ersticken waren.«46 Ein weiteres Foto aus einem anderen Winkel, unmittelbar nachdem der Südturm getroffen worden war, zeigt einige Flammen auf Stockwerken direkt über der Einschlagstelle, aber keine weiteren. So beträchtlich die Flammen in den ersten paar Minuten gewesen sein mögen, während sie durch den Flugzeugtreibstoff gespeist wurden, war dieser Wolkenkratzer, bis 16 Minuten vergangen waren, kein emporragendes Inferno.47

Sicherlich haben wir alle Bilder von einem riesigen Feuerball außerhalb des Südturms gesehen.48 Es gab ebenfalls einen Feuerball außerhalb des Nordturms, nachdem er getroffen worden war.49 Diese Feuerbälle entstanden durch die Verbrennung des austretenden Kerosins. Der Feuerball des Südturms war weitaus voluminöser, weil dieser in der Nähe einer Gebäudeecke getroffen worden war, so daß mehr Kraftstoff außerhalb des Gebäudes versprüht wurde. Diese Feuerbälle erzeugten eine große Hitze, aber nur für einen kurzen Augenblick, da der Treibstoff schnell verbrannt war.50 Die Tatsache, daß der Feuerball beim Südturm größer war, bedeutet jedoch nicht, daß auch die Brände im Südturm größer waren. Im Gegenteil. Weil derart viel Flugzeugtreibstoff innerhalb der ersten paar Minuten verbrannt war, gab es weniger davon, um das Feuer im Inneren des Gebäudes zu nähren. Wie Hufschmid berichtet, »zeigen Fotos, daß die spektakulären Flammen schnell verschwanden und die Brände dann auf einen bestimmten Bereich des Turms beschränkt blieben ... [und] langsam schwächer wurden.«51

Die Fakten über die Brände scheinen daher jegliche Version der offiziellen Darstellung auszuschließen, laut der jeder Turm heiße, großflächige, langlebige Brände besaß. Soweit es überhaupt heiße Feuer gab, waren sie lokal begrenzt und von kurzer Dauer. Selbst wenn solche Feuer 700° C erreicht hätten, hätte sie, wenn überhaupt, nur einen geringen Anteil des Stahls auf diese Temperatur erhitzt.52

Ein weiterer Punkt gegen die Feuertheorie ist die Wahrscheinlichkeit, daß, selbst wenn die Zwillingstürme von wütenden Bränden verschlungen worden wären, sie dennoch nicht zusammengebrochen wären. Vor den angeblichen Ausnahmen des 11. September ist noch nie ein Stahlskelett-Gebäude alleine aufgrund von Feuer eingestürzt. Wie ein Bericht der FEMA im Jahre 1991 über einem Brand in einem Gebäude in Philadelphia im selben Jahr berichtete, war das Feuer so energiegeladen, daß »Schienen und Träger durchhingen und sich verbogen«, doch »trotz dieser außergewöhnlichen Exposition hielten die Säulen weiterhin ihre Traglast ohne erkennbare Schäden.«53

Verfechter des Feuertheorie verweisen allerdings auf die besonderen Merkmale der Zwillingstürme. Sie behaupten, daß das Feuer aufgrund dieser besonderen Merkmale den ganzen Stahl nicht erhitzen mußte, indem es auf alle Stockwerken ausbreitete. Laut Thomas Eagar war ein heißes Feuer, das ein Stockwerk ausfüllt, ausreichend. Die Übeltäter, so sagt er, waren die »Aufhänge-Klipps«, die »die Fußbodenbalken zwischen den Säulen an der Außenwand und der Kernstruktur zusammenhielten« und die, wie er behauptet, nicht konzipiert waren, das Fünffache ihrer normalen Last zu tragen.54 Eager spricht deutlich aus, was die Kritiker als »Reißverschluß«-Version der Trägertheorie bezeichnen: »Sobald die Aufhänge-Klipps begannen in einem Bereich zu versagen, verschob dies zusätzliche Last auf andere Aufhänge-Klipps und lief dann wie bei einem sich öffnenden Reißverschluß rund um das Gebäude in dem jeweiligen Stockwerk innerhalb von Sekunden.«55 Und dann:

Als die Fußbodenbalken auf einem oder zwei der am stärksten brennenden Stockwerke nachgaben und die kastenförmigen Außensäulen anfingen, sich nach außen zu biegen, gaben die Stockwerke über ihnen ebenfalls nach. Das Stockwerk darunter (mit seiner entworfenen 1300-Tonnen-Kapazität) konnte die rund 45.000 Tonnen der zehn Stockwerke (oder mehr) darüber nicht halten und krachten auf diese Aufhänge-Klipps. Dies löste den Domino-Effekt aus, der ursächlich dafür war, daß das Gebäude innerhalb von zehn Sekunden einstürzte.56

Etwas ähnliches wie diese Theorie wurde im FEMA-Bericht bestätigt, welcher von einem »pfannkuchenartigen Zusammenbruch aufeinanderfolgender Stockwerke sprach.«57

Es gibt jedoch viele Probleme bei dieser Darstellung. Erstens scheint selbst diese bescheidenere Ansicht bezüglich der Menge an Stahl, die sehr heiß werden mußte, mehr Hitze zu erfordern, als vorhanden war, besonders im Südturm.

Zweitens, so betont Hufschmid: »Damit ein Stockwerk überhaupt nachgibt, müssen Hunderte von Verbindungsstücken bei 236 Außensäulen und 47 Kernsäulen nahezu gleichzeitig brechen.«58

Drittens, so meint Eagar, wird seine Theorie der Tatsache gerecht, daß die Türme »innerhalb von zehn Sekunden« einstürzten. Bei einem etwa 400 m hohen Gebäude entsprechen aber zehn Sekunden fast der Frei-Fall-Geschwindigkeit. Doch wenn jedes Stockwerk nur ein wenig Widerstand leistet, so daß das Durchbrechen jedes einzelnen Stockwerks eine halbe Sekunde dauert, hätte der Einsturz aller 80 oder 95 Stockwerke 40 bis 47 Sekunden gedauert. Können wir wirklich glauben, daß dem oberen Teil des Gebäudes fast kein Widerstand durch den unteren Teil entgegengesetzt wurde?59 Beim Nordturm wäre das Problem noch gravierender, zumindest wenn Hufschmid richtig damit liegt, daß er in acht Sekunden zusammenfiel, was exakt Frei-Fall-Geschwindigkeit wäre. »Wie«, so fragt er, »können die Trümmer 100 Stahl- und Betonböden zerschmettern, während sie so schnell fallen wie Gegenstände in der Luft?«60

Viertens kann Eagars Theorie, wie all die anderen Versionen der offiziellen Darstellung, nicht der Tatsache gerecht werden, daß der Zusammenbruch der Türme vollständig war, welcher zu einem Trümmerhaufen führte, der in Eagars eigenen Worten »nur wenige Stockwerke hoch war.«61 Selbst wenn man großzügigerweise einräumen würde, daß seine Theorie erklären könnte, warum die Stockwerke und äußeren Säulen zusammengebrochen sind, erklärt sie nicht, wie Peter Meyer argumentiert, den Zusammenbruch der massiven Stahlsäulen im Kern der Gebäude:

Warum sind die unteren Teile der massiven, tragenden Stahlsäulen nach dem Zusammenbruch nicht stehengeblieben? Wenn die offizielle Geschichte wahr ist, daß die Schäden durch die Einschläge und Brände verursacht wurden, welche ausschließlich in den oberen Stockwerken auftraten und daß die Stockwerke dann wie Pfannkuchen einstürzten, würde man erwarten, daß die massiven Stahlsäulen im zentralen Kern im Bereich, sagen wir, der untersten 20 oder 30 Stockwerke stehengeblieben wären.62

Noch eine weitere, am Anfang erwähnte Tatsache bezüglich des Einsturzes der Türme spricht gegen die Feuertheorie und zwar, daß der Südturm zuerst in sich zusammenfiel. Wie wir gesehen haben, würden die Brände eine beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen, um den Stahl auf ihre eigene Temperatur zu erhitzen. Unter der Annahme, daß alle anderen Dinge identisch sind, sollte der Turm, der zuerst getroffen wurde, auch zuerst zusammengebrochen sein. Und doch, obwohl der Südturm 17 Minuten später als der Nordturm getroffen worden war, brach dieser 29 Minuten früher zusammen. Diese überraschende Tatsache würde vielleicht nicht zu einem Problem führen, wenn das Feuer im Südturm viel größer gewesen wäre. Wie wir jedoch gesehen haben, war das Feuer im Südturm tatsächlich viel kleiner. Wenn man hören würde, daß ein Turm bis zum Einsturz fast doppelt so lange brauchte wie der andere, würde man daher davon ausgehen, daß dies die Südturm gewesen wäre. Doch war genau das Gegenteil der Fall. Diese völlige Umkehr der Erwartungen weist darauf hin, daß der Zusammenbruch der Gebäude durch etwas anderes als die Brände verursacht wurde.63

Das ist selbstverständlich genau das, was die Kritiker behaupten. Ihre alternative Erklärung ist, daß der Zusammenbruch beispielhaft für eine kontrollierte Sprengung mit Hilfe von Sprengstoffen war, die im gesamten Gebäude platziert wurden. Diese Theorie, so betonen ihre Anhänger, kann alle bisher erörterten Fakten erklären. Im Hinblick auf die Frage, warum der Zusammenbruch vollständig und derartig schnell war, sagt Meyer:

Dies sei nachvollziehbar, wenn die Basis der Stahlsäulen auf der Ebene des Untergrunds durch Explosionen zerstört worden wären. Mit dieser zerstörten Basis und dem Zerschmettern der tragenden Stahlsäulen durch Explosionen auf verschiedenen Ebenen der Zwillingstürme verloren die oberen Stockwerke jegliche Tragkraft und kollabierten in etwa zehn Sekunden bis auf die Straßenebene.64

Auch kann die Theorie der kontrollierten Sprengung in Verbindung mit der Tatsache, daß der Südturm nahe der Gebäudeecke getroffen wurde, der ansonsten überraschenden Reihenfolge Rechnung tragen, in der die beiden Türme eingestürzt sind.

In beiden Fällen waren die Brände in den Gebäuden nach einer Weile abgeklungen und gaben nur noch schwarzen, rußigen Rauch ab. Falls die Zwillingstürme vorsätzlich gesprengt wurden und man die Absicht hatte, die Feuer für den Zusammenbruch verantwortlich zu machen ... dann wäre der späteste Zeitpunkt, an dem die Türme hätten zum Einsturz gebracht werden können, genau der Zeitpunkt, als die Brände am Erlöschen waren. Da das Feuer im Südturm weniger Kraftstoff zur Verfügung hatte als der Nordturm, begann das Feuer im Südturm schon früher auszugehen als das Feuer im Nordturm. Diejenigen, die die Sprengung kontrollierten, mußten daher den Südturm zum Einsturz bringen, bevor sie den Nordturm zum Einsturz brachten.65

Es gibt darüber hinaus einige zusätzliche Fakten über den Einsturz der Zwillingstürme, die nur mit der Sprengtheorie erklärbar scheinen. Eine davon ist die Tatsache, dass jeder der Zusammenbrüche eine Menge feinen Staub oder Pulver produzierte, die, wie sich bei der Analyse herausstelle, in erster Linie aus Gips und Beton bestand.66 Jeff King, der die offizielle Darstellung angesichts dessen untersuchte, was die Videos zeigen, sagt dazu:

Das größte und offensichtlichste Problem, das ich sehe, ist die Quelle der enormen Menge sehr feinen Staubes, den wir sehen, wie er während des Zusammenbruchs erzeugt wurde. ... Woher stammt die Energie, um all diesen Stahlbeton in Staub zu verwandeln?67

Wie Hufschmid hinzufügt, zeigen Fotos der Trümmer nur »einige kleine Stücke Beton«, was bedeutet, daß »praktisch jedes Stück Beton zu Staub zerschmettert wurde.« Als Ergebnis »wurden vielleicht 100.000 Tonnen Beton in jedem Turm zu Pulver zermahlen. Dies erforderte eine große Menge Energie.«68 Was besonders problematisch ist, weist King darauf hin, ist,

wie viel sehr feiner Betonstaub aus dem Spitze des Gebäudes sehr früh während des Zusammenbruchs ausgestoßen wurde. Da es höchstens aufgrund der Schwerkraft auf 32 Fuß pro Sekunde [9,8 m/s] beschleunigt werden kann, würden sich Dinge in Wirklichkeit am Anfang ziemlich langsam bewegen. ... Es ist sehr schwer, sich einen physikalischen Mechanismus vorzustellen, der so viel Staub erzeugt, bei dem Betonplatten mit 20 oder 30 mph [ca. 32-48 km/h] aneinanderstoßen.69

Hufschmid betont darüber hinaus, daß sogar Betonplatten, die mit Frei-Fall-Geschwindigkeit auf dem Boden aufschlagen, nicht pulverisiert würden. »Um Beton zu Staub zu pulverisieren, müssen Sprengstoffe verwendet worden sein.«70

Die Verwendung von Sprengstoffen wird vielleicht noch deutlicher durch ein anderes Merkmal des Zusammenbruchs nahegelegt, auf das in Kings zweiter Aussage angespielt wird, nämlich daß, als die Türme einzustürzen begannen, sie nicht gerade nach unten fielen, wie die Pfannkuchentheorie behauptet. Sie explodierten. Das Pulver wurde horizontal aus den Gebäuden mit solcher Kraft ausgeworfen, daß die Gebäude von riesigen Staubwolken umgeben waren, die vielleicht das Dreifache der eigenen Gebäudebreite ausmachten. Die Fotos in Hufschmids Buch sind besonders wertvoll, um jemandem zu helfen, diese überwältigend beeindruckende und wichtige Tatsache zu begreifen.71 Was sonst außer Sprengstoffen könnte Beton zu Pulver verwandeln und es dann etwa 45 m (150 Fuß) oder noch weiter horizontal ausstoßen? Sollte jemand vermuten, daß der Staub einfach herausfloß, zeigen einige der Fotos, daß ziemlich große Stücke des Turms ebenfalls 45 m oder noch weiter herausgeschleudert wurden.72

Ein weiteres erstaunliches Merkmal des Zusammenbruchs hätte noch mehr Energie erfordert. Neben pulverförmigem Staub bestand die andere Hauptkomponente des Schutts – wie man erwarten würde – aus Stahl. Doch der Stahl bestand aus kurzen Segmenten. »Fast jedes Stahlelement in beiden Türmen brach an den Verbindungsstellen.«73

Die Theorie der kontrollierten Sprengung erhält zusätzliche Unterstützung durch die Tatsache, daß einige Personen, darunter auch einige Feuerwehrleute, berichteten, Explosionen gehört zu haben, Explosionen gespürt zu haben oder Zeugen von Auswirkungen geworden zu sein, die das Resultat von Explosionen zu sein schienen, und zwar sowohl in den mittleren Stockwerken als auch in den Kellergeschossen der Türme.74

Noch mehr Unterstützung wird durch seismische Nachweise geliefert, denn es wurde ein mäßig starkes Erdbeben aufgezeichnet, als der jeweilige Turm zusammenbrach. Die Seismographen am Lamont-Doherty Erdobservatorium der Columbia-Universität in Palisades (New York), etwa 34 km (21 Meilen) nördlich vom WTC, verzeichnete ein Erdbeben der Größenordnung 2,1, das um 9.59 Uhr und 4 Sekunden begann, dann ein Erdbeben der Stärke 2,3 auf der Richter-Skala, das um 10.28 Uhr und 31 Sekunden begann.75 In beiden Fällen »wurden die Erschütterungen während der ersten 5 Sekunden stärker, fielen dann abrupt auf ein niedrigeres Niveau für etwa 3 Sekunden und liefen dann langsam aus.« Dieses Muster spiegelt laut Hufschmid die Tatsache wider, daß die ersten Sprengladungen in der Nähe der Spitzen der Türme detonierten, wo die Stahlsäulen am dünnsten waren. Die Erschütterungen wurden stärker, als sich das Detonationsmuster computergesteuert seinen Weg nach unten bahnte.

Die letzten Explosionen am Fundament des Turms und im Keller mußten Verbindungen an Säulen brechen, die aus 100 mm dickem Stahl hergestellt wurden. Daher handelte es sich um die stärksten Sprengladungen. Der Ausschlag der seismischen Daten war am höchsten, als die Sprengladungen im Keller gezündet wurden. Dann hörten die Explosionen auf und die Trümmer fielen wenige Sekunden lang noch weiter, was sich in einem kleinen seismischen Zittern äußerte.76

Die Sprengtheorie wird zusätzlich durch Berichte gestützt, daß flüssiger Stahl auf der Ebene der Tiefkeller gefunden wurde. Der Präsident von Controlled Demolition, Inc. (in Phoenix, Maryland), Mark Loizeaux, der den Aufräumplan für die gesamte Operation geschrieben hatte, wurde mit den Worten zitiert, daß die Aufräummannschaft in der dritten, vierten und fünften Woche »heiße Stellen mit flüssigem Stahl gefunden hat ... am Boden der Aufzugschächte der Haupttürme, sieben [Keller-] Stockwerke unten.«77

Diese Theorie, daß Sprengstoffe platziert worden waren, kann neben dem Erklären der Existenz der Stellen, über die umfassend berichtet wurde und die noch wochenlang glühten,78, auch eine ansonsten unerklärliche Tatsache erklären – daß die Trümmer, darunter der Stahl, nach dem Einsturz der Türme schnell entfernt wurden, bevor es irgendeine signifikante Untersuchung geben konnte. Darüber beklagte sich die New York Times: »Die Entscheidung, die Stahlsäulen, die Träger und Trägerbalken des WTC in den Tagen unmittelbar nach dem 11. September schnell wiederzuverwerten, bedeutet, daß vielleicht eindeutige Antworten niemals bekannt werden.« In der nächsten Woche forderte der zuvor erwähnte Artikel im Fire Engineering-Magazin auf: »Die Zerstörung und Beseitigung von Beweismitteln müssen sofort aufhören.«79 Dennoch liefen sie auf Hochtouren weiter.80 Meyer erläuterte die mögliche Bedeutung dieses Umstandes und verwies darauf, daß

[eine] Möglichkeit zu beweisen, daß die tragenden Stahlsäulen der Zwillingstürme mit Hilfe von Sprengstoffen zerstört wurden, wäre, deren Fragmente unter den Trümmern nach Beweisen daraufhin zu untersuchen, was Metallurgen »Twinning« (Verkupplung) nennen. Aber die Trümmer des WTC wurden so schnell wie möglich beseitigt und keine forensische Untersuchung der Trümmer wurde gestattet. ... Fast die gesamten 300.000 Tonnen Stahl der Zwillingstürme wurden an New Yorker Schrotthändler verkauft und wurden so schnell es ging auf die Schiffe geladen werden, in Länder wie China und Korea exportiert, wodurch die Beweise beseitigt wurden.81

Warum diese Eile, wundern sich Kritiker, wenn die Regierung nichts zu verbergen hat?82

WTC 7: Obwohl der Zusammenbruch des 47-stöckigen Gebäude in der Regel ignoriert wird oder einfach nur als Anhängsel behandelt wird, gibt er in vielerlei Hinsicht die meisten Rätsel auf. Weil es nicht von einem Flugzeug getroffen wurde, können die Hauptbestandteile der typischen Erklärung des Einsturzes der Zwillingstürme nicht benutzt werden. Es existiert in der Tat keine offizielle Erklärung. Der FEMA-Bericht lieferte viele Spekulationen, was geschehen sein könnte, bot aber keine allgemeine Aussage, was tatsächlich geschah.83 Der Bericht des House Science Committee, des Wissenschaftssausschusses des Repräsentantenhauses, lieferte auch keine Erklärung.84 Aber insofern es eine Darstellung gibt, die weithin in den Kreisen von Offiziellen und Medien akzeptiert wird, stellt sie sich in etwa so dar: obwohl Gebäude Nr. 7 – das etwa 108 m (355 Fuß) vom Nordturm und noch weiter vom Südturm entfernt war – von keiner signifikanten Menge an herabfallenden Trümmern getroffen wurde, haben noch genug Trümmer diese Distanz überwunden, um ein Feuer zu entfachen. Neben der Tatsache, daß der Leiter der Feuerwehr aus unerfindlichen Gründen beschlossen hatte, daß seine Mannschaft dieses Gebäude nicht betritt, war die Sprinkleranlage (unverständlicherweise) nicht in der Lage, diesen kleinen Brand zu löschen, so daß es zu einem wütenden Inferno anwuchs. Dann kam es in Kontakt mit den Zehntausenden Litern Dieselkraftstoff, die im Erdgeschoß gelagert wurde. Die daraus resultierenden Brände wurden dann so heiß, daß sie um 17.20 Uhr zum Zusammenbruch der Stahlverstärkung des Gebäudes führte.

Diese Theorie steht zahlreichen Problemen gegenüber. Erstens existieren keinerlei Beweise für irgendein wütendes Feuer. »Jedes von Gebäude 7 aufgenommene Bild«, berichtete Hufschmid, »zeigt lediglich einige kleine Brände in nur wenigen Fenstern«, vor allem im 7. und 12. Stock.85

Zweitens gibt es wieder das Problem, wie ein kohlenwasserstoffgespeistes Feuer, selbst wenn es ein wütendes Feuer gewesen wäre, den Zusammenbruch hätte verursachen können, zumal die Gebäude Nr. 4, 5, und 6 tatsächlich wütendes Feuer besaßen, aber nicht eingestürzt sind.86 In diesem Fall könnte außerdem der Einsturz auch nicht teilweise auf den Einschlag und den Treibstoff eines Flugzeugs zurückgeführt werden, so daß WTC 7 das erste Stahlskelett-Gebäude in der Geschichte wäre, das allein aufgrund von Feuer zusammengebrochen ist.87 Sollte so etwas am 11. September wirklich geschehen sein, dann, so betonen Kritiker, würde dies ein Ereignis von überragender Bedeutung darstellen. Alles, was Architekten und Bauingenieure lange Zeit über Stahlskelett-Gebäude angenommen haben, müßte neu überdacht werden. Versicherungen in aller Welt müßten auf Grundlage der Erkenntnis, daß gewöhnliche Feuer Stahlskelett-Gebäude einstürzen lassen können, die Prämien neu berechnen – und so weiter und so fort. Und doch wurde die Vorstellung, WTC 7 wäre aufgrund von Feuer eingestürzt, akzeptiert, als ob es nichts ungewöhnliches gewesen wäre. In einem Aufsatz mit dem Titel »WTC 7: Der unwahrscheinliche Zusammenbruch« schrieb Scott Loughrey:

Die Nachlässigkeit von FEMA in Bezug auf den Zusammenbruchs von WTC 7 ist verblüffend. Strukturelles Versagen in dieser Größenordnung kommt normalerweise nicht vor. … Leben wir heute in einer Zeit, in der hohe Stahlgebäude in großen Städten zusammenbrechen können ohne eine nennenswerte Diskussion darüber ›warum‹?88

Drittens gibt es mehrere Merkmale, die für die offizielle Theorie problematisch wären, weil sie eine kontrollierte Sprengung nahelegen. In der Tat, so betont Hufschmid, weist der Zusammenbruch des WTC 7, im Gegensatz zu dem der Zwillingstürme auf eine typische Sprengung hin, weil »Gebäude 7 an seiner Basis zusammenbricht.«

Als Gebäude 7 einstürzte, sackte das Innere zuerst ab, und führte dazu, daß die Außenwand des Gebäudes sich nach innen bewegte. ... Das Ergebnis war ein sehr kleiner Schutthaufen, wobei die Außenseite des Gebäudes oben auf den Stapel [lag]. So funktionieren konventionelle Sprengungen.89

Eine bedeutende Menge pulverförmigen Staubs wurde ebenfalls produziert, obwohl es in diesem Fall nicht so viel Staub gab und die größte Staubentwicklung am Boden stattfand, wo dieser Einsturz begann, statt in der Luft.90 Es wurden seismische Erschütterungen zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs registriert, aber sie hatten nur ein Zehntel der Größenordnung der anderen Türme, und es gab nur zwei heiße Stellen in den Trümmern dieses Zusammenbruchs, wovon eine extrem heiß war.91 Es wurde auch von geschmolzenem Stahl berichtet, der an diesem Ort gefunden wurde.92 Schließlich wurde der Stahl ebenfalls schnell von diesem Ort entfernt und das mit noch schwächerer Begründung, da das Gebäude längst evakuiert worden war, so daß keine Notwendigkeit für die Suche nach Überlebenden bestand wie in den Zwillingstürmen. Also welche mögliche Rechtfertigung gab es für die Vernichtung der forensischen Beweise – was im Allgemeinen als schwere Straftat angesehen wird?

Abschließend komme ich zu dem Punkt zurück, daß der FEMA-Bericht tatsächlich keine Erklärung bot. Es hieß stattdessen:

Die Einzelheiten der Brände in WTC 7 und wie sie den Einsturz des Gebäudes verursachten, bleiben zum jetzigen Zeitpunkt unbekannt. Obwohl die Gesamtmenge des Dieselkraftstoffs auf dem Gelände massive potentielle Energie enthielt, hat die beste Hypothese nur eine geringe Wahrscheinlichkeit.93

Es muß jedoch anerkannt werden, daß FEMA eine unmögliche Aufgabe übertragen worden war – den Zusammenbruch des Gebäudes zu erklären, dabei aber im Rahmen der offiziellen Theorie zu bleiben. Da FEMA nicht den Schluß nahelegen konnte, daß der Zusammenbruch das Ergebnis einer kontrollierten Sprengung war, war das Beste, mit dem FEMA aufwarten konnte, eine Theorie, die »nur eine geringe Wahrscheinlichkeit hat.«

Das gleiche Verständnis muß Thomas Eagar und all den anderen Experten entgegengebracht werden, die höchst unwahrscheinliche Erklärungen für den Einsturz der Zwillingstürme geboten haben. Wäre politische Korrektheit kein Faktor, so daß sie einfach die wahrscheinlichste Hypothese hätten nennen können, hätten die meisten von ihnen angesichts der Beweise sicherlich eine kontrollierte Sprengung vorgezogen. Auch sagte Matthys Levy, der meinte, daß die Türme einstürzten, weil dessen Stahl geschmolzen war, beispielsweise: »Es ähnelt sehr einer kontrollierten Sprengung, wenn man es sich ansieht.«94 Falls es sich tatsächlich um eine kontrollierte Sprengung handelt, würde das selbstverständlich bedeuten, daß die Terroristen nur deshalb in der Lage waren, ihre Mission – dem Einsturz des World Trade Center – zum Erfolg zu führen, weil es sich um einen »Inside Job« handelte.

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Die Fragen, die bezüglich der offiziellen Darstellung von Flug 11, Flug 175 und dem Einsturz der Gebäude 1, 2 und 7 des World Trade Centers aufgekommen sind, weisen nicht zwangsläufig auf eine Mittäterschaft des Präsidenten hin. Aber sie scheinen auf eine offizielle Tatbeteiligung auf einer bestimmten Ebene hinzuweisen. Obwohl die Beweise dafür, daß der Zusammenbruch des WTC ein »Inside Job« war, bedeuten könnte, daß er von privaten Parteien geplant worden war, verweist die Tatsache, daß die US-Bundesregierung erlaubte, daß forensische Beweise beseitigt werden, zumindest auf die erste mögliche, in der Einleitung erwähnte Ansicht: Offizielle Tatbeteiligung an einer Vertuschung. Aber diese erste Ansicht – laut der kein US-Offizieller eine Rolle bei der Ermöglichung der Anschläge gespielt hat – scheint durch die Beweise im Zusammenhang mit Flug 11 und 175 ausgeschlossen werden zu können, welche hier mindestens eine Beteiligung von NMCC und NORAD des Pentagons erforderlich zu sein scheint. Die Beweislage zu den Flügen scheint auch die zweite mögliche Ansicht, wonach keine US-Behörde spezifische Vorkenntnisse zu den Anschlägen hatte, auszuschließen. Die Anschläge auf das WTC hätten, wie es scheint, nicht zum Erfolg geführt worden sein können, es sei denn, einige US-Beamte hätten »Stand down«-Befehle erteilt, um Standardprozeduren an diesem speziellen Tag außer Kraft zu setzen. Und obwohl man annehmen könnte, daß dies die fünfte mögliche Ansicht bedeute, laut der das Pentagon diese Befehle gab, wäre es nur schwer glaubhaft, daß solche Befehle ohne Zustimmung des Weißen Hauses erteilt wurden. Auf alle Fälle haben Untersuchungen der offiziellen Darstellung der Anschläge auf das WTC in Bezug auf verschiedene relevante Fakten beunruhigende Fragen aufgeworfenen. Weitere beunruhigende Fragen wurden außerdem durch Spannungen zwischen den Fakten und den offiziellen Darstellungen bezüglich der anderen Flüge hervorgerufen.

Hinweis zur zweiten Auflage

Weitere Informationen zu Standardprozeduren für die Reaktion auf möglicherweise Flugzeugentführungen – spezifisch auf die Frage, ob diese Prozeduren vor dem 11. September verändert wurden – finden sich im Nachwort.