Nachwort zur zweiten Auflage

Das neue Pearl Harbor - Band 1
Beunruhigende Fragen zur Bush-Regierung und zum 11. September

Nachwort zur zweiten Auflage

Dieses Nachwort zur zweiten Auflage enthält drei Arten von Material. Es erörtert einige Änderungen im vorstehenden Text gegenüber der ersten Auflage. Es erörtert einige weitere Punkte, zu denen Fragen aufgeworfen wurden. Es ergänzt zusätzliche Beweise, die gegen die offizielle Theorie und für den Vorwurf der offiziellen Tatbeteiligung sprechen. Ich beginne mit dem letzteren.

Die »Entführer« und die ursprüngliche »Verschwörungstheorie« zum 11. September

In der Einleitung zur ersten Auflage merkte ich an, daß, wenn Personen, die die offizielle Version des 11. September akzeptieren und gleichzeitig sagen, daß sie alle »Verschwörungstheorien« ablehnen, ihnen nicht klar ist, daß die offizielle Darstellung selbst die ursprüngliche Verschwörungstheorie zum 11. September ist – laut der ausschließlich arabische Muslime, die von Osama bin Laden angeführt wurden, für die Anschläge verantwortlich sind. Ich habe am Ende des 6. Kapitels ebenfalls darauf hingewiesen, daß es ernsthafte Fragen zur Identität der angeblichen Entführer gibt, da Beweise existieren, daß mindestens fünf der neunzehn Entführer noch am Leben sind und einige von ihnen, darunter Mohammed Atta, Verhaltensweisen zeigten, die nahelegen, daß sie keine aufrichtigen Muslime waren, die bereit waren, vor ihren Schöpfer zu treten.1 Jedoch habe ich – neben der Tatsache, daß meine Behandlung der Probleme, die zur offiziellen Darstellung der Entführer gehören, kurz und weit davon entfernt war, herausragend zu sein – nicht deutlich dargelegt, wie ernsthaft diese Probleme die offizielle Theorie untergraben, und somit aufzeigen, daß es sich um eine »Verschwörungstheorie« im schlimmsten Sinne des Wortes handelt. Ich möchte nun deutlicher als zuvor hervorheben, wie problematisch die Theorie der arabisch-muslimischen Entführer ist.

Einen Punkt, den es deutlicher zu machen gilt, ist, daß es sich nicht nur um Hörensagen handelt, daß die fünf fraglichen Männer noch am Leben sind. Beispielsweise wurde Waleed M. al-Shehri, neben der der Tatsache, daß er nicht nur, wie ich erwähnte, von einer in London ansässigen Zeitung interviewt wurde, sprach er laut Associated Press auch elf Tage nach dem 11. September mit der US-Botschaft in Marokko, wo er für eine Fluggesellschaft arbeitete.2 Ebenso berichtete David Harrison vom Telegraph am 23. September 2001, daß Salem al-Hazmi, dem die Entführung von Flug 77 vorgeworfen wurde, »gerade von einem Urlaub in Saudi-Arabien zu seiner Arbeit in einem petrochemischen Komplex in den industriellen Ostteil der Stadt Yanbou zurückkehrte, als die Entführer zuschlugen.« Ein weiterer der fünf Personen, Saeed al-Ghamdi, beschrieb Harrison seine Reaktion, als er erfahren hatte, daß das FBI ihn als einen der Entführer bezeichnete: »Ich war völlig schockiert. In den letzten zehn Monaten hatte ich meinen Sitz mit 22 anderen Piloten in Tunis, um Airbus 320 fliegen zu lernen. Das FBI lieferte keine Beweise meiner mutmaßlichen Beteiligung an den Anschlägen.«3

Darüber hinaus scheinen neben den fünf Fällen, die ich erwähnt habe, noch weitere Identifizierungen falsch zu sein. Ahmed Alnami, der angeblich mit Flug 93 geflogen sein soll, wurde von Harrison wie folgt zitiert: »Ich bin noch am Leben, wie Sie sehen können. Ich war geschockt zu sehen, wie mein Name vom amerikanischen Justizministerium genannt wurde. Ich habe noch nie von Pennsylvania gehört, wo das Flugzeug, das ich entführt haben soll, [abstürzte].«4 Ebenso problematisch ist die Tatsache, daß Hani Hanjour, der angebliche Pilot von Flug 77, laut allen verfügbaren Berichten nicht in der Lage war, solch ein Flugzeug zu fliegen (siehe 2. Kapitel). Schließlich gibt es außer den im 6. Kapitel erwähnten Gründen für die Zweifel, ob sich Satam al-Suqami und sogar Mohamed Atta selbst, der angebliche Rädelsführer, wirklich auf den Flügen befanden, weitere Gründe für die Annahme, daß auch andere der angeblichen Entführer falsch identifiziert wurden.5 Es stellt sich deshalb die Frage, ob sich überhaupt irgendeiner der angegebenen Männer tatsächlich in den Flugzeugen befand.6

Angesichts der Bedeutung für den »Krieg gegen den Terror«, für die die Vorstellung elementar ist, daß die Vereinigten Staaten von neunzehn arabisch-muslimischen Selbstmord-Entführern angegriffen wurden, von denen fünfzehn aus Saudi-Arabien stammen, hätten wir nicht erwarten sollen, daß die Regierung mehr Beweise dafür vorlegt, daß diese Männer tatsächlich die Akteure der Anschläge waren? Sollten wir nicht zumindest erwarten, daß die Verschwörungstheorie der Regierung nicht derart offensichtlich falsch zu sein scheint? Und hätten wir nicht erwarten können, daß die Presse die Richtigkeit der Regierungsbehauptungen überprüft und uns dann über Diskrepanzen informiert? Da bisher nichts davon passiert ist, sollten wir nicht erwarten können, daß die Presse nun endlich diesen Sachverhalt untersucht, statt weiterhin jeden als (offenbar verwirrten) »Verschwörungstheoretiker« abzuqualifizieren, der die Verschwörungstheorie der Regierung in Frage stellt?

Eine Änderung der Standardprozeduren?

In der ersten Auflage basierte meine Erörterung des Versäumnisses, Flug 11, 175, und 77 abzufangen auf den Publikationen von Kritikern, die annahmen, daß langjährige Standardprozeduren für die Reaktion auf möglicherweise entführte Flugzeuge immer noch in Kraft waren. In der vorliegenden Auflage habe ich die Behauptungen dieser Kritiker wiederholt, ohne sie zwangsläufig zu billigen, und habe dann insbesondere in den Anmerkungen Hinweise hinzugefügt,7 daß die Frage, ob diese Prozeduren vor dem 11. September verändert wurden, in diesem Nachwort erörtert würde.

Es gibt in der Tat ein Dokument, das als Hinweis gelesen werden kann, daß eine Veränderung dieser Prozeduren vorgenommen wurde. Selbst wenn es auf diese Weise gelesen wird, würde dieses Dokument jedoch nicht die Grundlage für die Vermutung einschränken, daß die Anschläge auf das WTC und das Pentagon nur aufgrund offizieller Tatbeteiligung gelingen konnten. Bevor ich diesen Punkt erörtere, werde ich jedoch nahelegen, daß dieses Dokument nicht im Sinne einer substanziellen Veränderung der Prozeduren gelesen werden sollte.

Die langjährigen Prozeduren, von denen die Kritiker, die ich zitiert habe, annehmen, sie seien noch in Kraft, wurden in der CJCSI (Chairman of the Joint Chiefs of Staff Instruction, Anweisung des Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs) 3610.01, herausgegeben am 31. Juli 1997, formuliert. Diese Prozeduren wurde allerdings durch die CJCSI 3610.01A abgelöst,8 die am 1. Juni 2001 unmittelbar in Kraft traten. Die Frage lautet, ob dieses neue Dokument die Prozeduren für Reaktionen auf Notfälle dieses Typus, der am 11. September eintrat, geändert haben.

Das Dokument vom 31. Juli 1997 verwies auf ein weiteres Dokument vom 18. Februar des gleichen Jahres, bekannt als DoDD (Department of Defense Directive, Anweisung des Verteidigungsministeriums) 3025.15. In Abschnitt 4.7.1 dieses Dokuments mit dem Titel »Immediate Response« (Unmittelbare Reaktion), lesen wir:

Anfragen auf eine unmittelbare Reaktion (das heißt, jegliche Form von Sofortmaßnahmen, unternommen durch einen Teil des DoD [Verteidigungsministeriums] oder einen Militärkommandanten, um unter bevorstehenden ernstzunehmenden Bedingungen Leben zu retten, menschliches Leid zu verhindern oder große Sachschäden abzumildern) kann an jeden Teil oder jedes Kommando gerichtet werden. Die Teile des DoD [Verteidigungsministeriums], die mündliche Anfragen von zivilen Behörden zur Unterstützung in einem zwingenden Notfall erhalten, können eine informelle Planung initiieren und, falls erforderlich, sofort reagieren, wie in DoD-Direktive 3025.1 autorisiert.

Wenn wir uns nun dem Dokument vom 21. Juni 2001 (CJCSI 3610.01A) zuwenden, könnte die Behauptung, daß dieses Dokument eine substantielle Änderung vornahm, auf einem Abschnitt mit dem Titel »Military Escort Aircraft« (Militärische Flugzeugeskorte) beruhen, welcher besagt:

Wenn gemeldet wird, daß militärische Flugzeugeskorten in Verbindung mit einem Flugzeug-Piraterie-Notfall (Entführung) benötigt werden, informiert der DDO, NMCC das entsprechende vereinte Kommando oder USELEMNORAD um festzustellen, ob geeignete Flugzeuge zur Verfügung stehen und leitet das Ersuchen an den Verteidigungsminister zur Genehmigung in Übereinstimmung mit DODD 3025.15 weiter.

Obwohl dieser Satz auf das Dokument vom Februar 1997 zurückverweist, das eine sofortige Reaktion von jedem Teil oder Befehlshaber des Verteidigungsministeriums erlaubt, interpretiert diese Aussage, glauben einige Leser dieser Dokumente, in Wirklichkeit das frühere Dokument neu, indem es besagt, daß das Ersuchen die Genehmigung des Verteidigungsministers bekommen muß, bevor irgendeine Maßnahme ergriffen werden kann. Diese Leser kamen zu der Schlußfolgerung, daß dieses neue Dokument, das etwa drei Monate vor dem 11. September in Kraft gesetzt wurde, die Prozedur der Reaktion viel umständlicher und zeitaufwendiger machte, da sie die vorherige Genehmigung des Verteidigungsministers erforderte, und zwar nicht nur für den Abschuß, sondern sogar für das Starten von Kampfflugzeugen, um ein möglicherweise entführtes Flugzeug abzufangen.9

Allerdings finden wir in einem Abschnitt dieses neuen Dokuments mit dem Titel »Luft-Piraterie (Entführung) von zivilen und militärischen Flugzeugen« folgende Aussage:

Das NMCC ist die zentrale Stelle innerhalb des Verteidigungsministeriums, um Hilfe zu leisten. Im Falle einer Entführung wird das NMCC auf dem schnellstmöglichen Wege von der FAA informiert. Das NMCC wird, mit Ausnahme der unmittelbaren Reaktionen wie durch Referenz d autorisiert, Anfragen auf Unterstützung durch das Verteidigungsministerium an den Verteidigungsminister zur Genehmigung weiterleiten. (Hervorhebung hinzugefügt)

Angesichts der durch Kursivschrift hervorgehobenen Klausel scheinen Anfragen auf »unmittelbare Reaktionen« nicht die vorherige Genehmigung des Verteidigungsministers zu erfordern, jedenfalls nicht mehr, als im Jahre 1997.

Diese Lesart könnte sicherlich durch eine Prüfung der Inhalte von »Referenz d« geschwächt werden. Referenz d gehört jedoch zu dem bereits zitierten Dokument von 1997, Richtlinie 3025.15. Das Dokument von 2001 bekräftigt dadurch den Abschnitt 4.7.1 dieses früheren Dokuments, wonach »Teile des Verteidigungsministeriums, die mündliche Anfragen von zivilen Behörden zur Unterstützung in einem zwingenden Notfall erhalten, eine informelle Planung initiieren und, falls erforderlich, sofort reagieren können …«10

Eine weitere Passage, die man als substantielle Änderung verstehen könnte, ist Abschnitt 4.7.2.1, in dem es heißt: »Der Verteidigungsminister ist die genehmigende Autorität für alle Anfragen auf potenziell tödliche Unterstützung … durch Strafverfolgungsbehörden.«11 Jedoch ist dies ein Unterpunkt von 4.7.2, mit dem Thema: »Amtshilfe durch Ausrüstung, Einrichtungen oder Personal zur Strafverfolgung« Das hat nichts mit dem Einsatz von Kampfflugzeugen zu tun, um möglicherweise entführte Flugzeuge abzufangen.

Insgesamt scheint es, daß CJCSI 3610.01A, in Kraft getreten am 1. Juni 2001, keine Veränderung mit sich brachte, die die Standardprozeduren für die Reaktion auf Anzeichen dafür, daß ein Flugzeug entführt worden ist, verlangsamt hätte.

Nehmen wir jedoch an, die Bush-Regierung – wenn sie jemals danach gefragt werden sollte – würde uns eine abweichende Interpretation geben. Sie könnte sagen, daß die neuen Prozeduren erforderten, daß Anfragen zum Abfangen von Flugzeugen vom Verteidigungsminister persönlich genehmigt werden müssen. In diesem Fall könnte die Regierung das Versäumnis, Kampfflugzeuge aufsteigen zu lassen, durch die Behauptung erklären, daß Rumsfeld aus irgendeinem Grund nicht erreicht werden konnte (ein weiteres »Kommunikationsproblem«). Aber wenn das die Interpretation der Regierung wäre, wie könnte sie eine solche Änderung der Prozeduren rechtfertigen, laut der die Verteidigung des Landes gegen Terroranschläge von der Fähigkeit abhängt, mit einem bestimmten Individuum in Kontakt zu treten? Außerdem, selbst wenn die Aussage so verstanden wird, daß nicht Rumsfeld persönlich gemeint war, sondern sein Büro, wäre eine solche Änderung der Prozeduren, etwa drei Monate vor den Anschlägen des 11. September, nicht höchst verdächtig? Wäre es nicht dem großen Verdacht ähnlich, der entstand, als bekannt wurde, daß der Besitzer einiger Gebäude eine sehr hohe Versicherungspolice auf sie abgeschlossen hatte, kurz bevor sie unter mysteriösen Umständen zerstört wurden?

Ich ziehe die folgenden Schlußfolgerungen bezüglich CJCSI 3610.01A: Erstens brachte sie keine substantielle Änderung der Standardprozeduren für den Umgang mit möglicherweise entführten Flugzeugen. Zweitens könnte sie allenfalls, indem sie scheinbar verschiedene Dinge an verschiedenen Stellen sagt, eine Grundlage für eine »Verteidigung aufgrund von Verwirrung« bieten, wobei Beamte behaupten könnten, daß ihre Reaktionen langsamer als in der Vergangenheit waren, weil sie verwirrt waren, welche Anweisung anzuwenden sei. Drittens wäre selbst diese Art der Verteidigung schwierig, weil das Dokument dafür gedacht war, im voraus analysiert zu werden und der Satz »mit Ausnahme der unmittelbaren Reaktion« bei Entführungen eindeutig Vorrang hat. Viertens, wenn das Dokument die Standardprozeduren durch substantielle Änderungen verlangsamt hätte, würde die Grundlage für den Verdacht der offiziellen Tatbeteiligung an den Anschlägen des 11. September nicht geschwächt, sondern einfach nur verschoben.12

Der Anschlag auf das Pentagon

Meine Erörterung des Anschlags auf das Pentagon enthielt in der ersten Auflage zwei Fehler.13 Ich schrieb fälschlicherweise, daß alle Mauern, die im Westflügel durchschlagen wurden, verstärkt worden waren, während dies nur bei der Außenfassade der Fall war. Und ich nahm fälschlicherweise an, Meyssan hätte gesagt, daß ein Grund für die Schlußfolgerung, daß nur die Spitze einer Boeing 757 in das Pentagon eingedrungen sei, darin lag, daß nur drei Ringe des Pentagons durchdrungen wurden, während es im Inneren reichlich Platz für die gesamte Länge einer 757 gab, vor allem angesichts der Tatsache, daß das Fluggerät in einem 45-Grad-Winkel eingedrungen war.14 In der vorliegenden Auflage (2. Kapitel) mache ich, neben der Korrektur der Aussage über die Verstärkung der Mauern, deutlicher, daß der einzige Grund für die Behauptung, daß nur die Nase eingedrungen war, darin liegt, daß das Eintrittsloch – gemäß den photografischen Beweisen, die aufgenommen wurden, bevor die Fassade des Westflügels einstürzte – viel zu klein war, um den Rest des Flugzeugs unterzubringen, und tatsächlich gab es keine Schäden über oder neben diesem Loch.

Neben diesen Korrekturen habe ich durch einige kleinere Änderungen deutlicher als zuvor gemacht, daß ich nicht unbedingt Meyssans Raketen-Theorie befürworte. Was Meyssan und gleichgesinnte Forscher als handfeste Beweise vorgelegt haben, ist das zweiteilige Argument, daß das, was das Pentagon traf, keine Boeing 757 war, sondern ein viel kleineres Fluggerät, und – angesichts der Tatsache, daß es nicht von den Raketen des Pentagons abgeschossen wurde – stattdessen irgendein militärisches Fluggerät gewesen sein muß (mit Transpondern, die ein »Freund-Signal aussenden). Das sind die entscheidenden Punkte, bei denen die Frage, ob das Fluggerät nun eine Rakete oder ein kleines militärisches Flugzeug war, eine Nebensache ist (und zwar eine, die mit den derzeit verfügbaren Beweisen nur unzureichend geklärt werden kann).

Neben dem Hinweis auf diese Änderungen möchte ich noch eine interessante Konversation erwähnen, über die Verkehrsminister Norman Mineta am 23. Mai 2003 während seiner Zeugenaussage vor der 9/11-Kommission berichtete.

Nachdem er am Morgen des 11. September, kurz bevor das Pentagon getroffen wurde, im Weißen Haus eingetroffen war, wurde Mineta vom Secret Service zum Notfall-Operationszentrum des Präsidenten begleitet, wo Vizepräsident Cheney das Kommando führte. Als Antwort auf eine Frage von Lee Hamilton gab Mineta die folgende Darstellung wider:

Während der Zeit, als das Flugzeug auf das Pentagon zukam, gab es einen jungen Mann, der hineinkam und zum Vizepräsidenten sagte, »Das Flugzeug ist 50 Meilen entfernt.«, »Das Flugzeug ist 30 Meilen entfernt.« Und als es hinunterging zu »das Flugzeug ist 10 Meilen entfernt«, sagte der junge Mann ebenfalls zum Vizepräsidenten: »Stehen die Befehle noch?« Und der Vizepräsident drehte sich und riß seinen Kopf herum und sagte: »Selbstverständlich stehen die Befehle noch. Haben Sie etwas gegenteiliges gehört?«

Mineta folgerte daraus, daß sich »die Befehle« auf die Befehle bezogen, das Flugzeug abzuschießen. Einige Kritiker haben jedoch nahegelegt, daß es sich um Befehle handeln könnte, das Flugzeug nicht abzuschießen, vor allem angesichts der beiden Tatsachen, daß »das Flugzeug« (was auch immer es gewesen sein mag) nicht abgeschossen wurde und daß diese Interpretation der Frage des jungen Mannes mehr Sinn ergeben würde. Das heißt, wenn die Befehle lauteten, ein unbekanntes, in Richtung Pentagon fliegendes Flugzeug abzuschießen, wäre es nicht mehr als offensichtlich, daß sie noch galten, vor allem angesichts dessen, was gerade in New York City passiert ist? Dies scheint zumindest eine Frage zu sein, der nachgegangen werden sollte.

Minetas Bericht liefert außerdem noch einen weiteren Grund, skeptisch gegenüber Rumsfelds Behauptung zu sein, er hätte nicht gewußt, daß ein Flugzeug auf ihn zugeflogen sei (siehe 2. Kapitel). Ist es plausibel, daß Cheney und weitere Personen im Weißen Haus dies wußten, nicht aber der Verteidigungsminister im Pentagon?

Weitere Beweise für eine kontrollierte Sprengung der Zwillingstürme und von WTC 7

Im ersten Kapitel habe ich mehrere Gründe für die Annahme geliefert, daß die Zwillingstürme und Gebäude 7 des World Trade Center nicht durch Feuer zum Einsturz gebracht wurden, und daß sie stattdessen durch kontrollierte Sprengung zum Einsturz gebracht wurden. Ich ergänze an dieser Stelle einige zusätzliche Beweise.

Larry Silversteins Äußerung zu Gebäude Nr. 7: Ein Teil dieser zusätzlichen Beweise wurde – erstaunlich genug – von niemand anderem als demjenigen Mann erbracht, der WTC 7 erbaut und kurz zuvor einen Pachtvertrag über den gesamten Komplex abgeschlossen hatte: Larry Silverstein. In einer PBS-Dokumentation mit dem Titel »America Rebuilds« (Amerika baut wieder auf), die ursprünglich im September 2002 ausgestrahlt wurde, sagte Silverstein:

Ich erinnere mich, einen Anruf vom, äh, Feuerwehrchef bekommen zu haben, der mir berichtete, daß sie sich nicht sicher seien, ob sie in der Lage wären, das Feuer einzudämmen, und ich sagte: »Wir hatten solch schreckliche Verluste an Menschenleben, vielleicht [ist] das Klügste, was man tun [kann], es zu sprengen [»to pull«, ziehen].« Und sie fällten diese Entscheidung, es zu sprengen [»to pull«, ziehen] und wir sahen das Gebäude zusammenbrechen.15

Es erscheint sicherlich unglaublich, daß Silverstein, der durch den Zusammenbruch von Gebäude 7 fast 500 Millionen Dollar verdiente,16 nicht nur verraten würde, daß das Gebäude absichtlich gesprengt wurde, sondern auch, daß er selbst die Empfehlung dazu gegeben hatte. »To pull« ist ein Begriff, der allgemein für den Einsatz von Sprengstoffen benutzt wird, wenn ein Gebäude abgerissen wird. Angesichts der Nutzung dieses Begriffs plus der Tatsache, daß Silverstein davon sprach, daß er zusah, wie Gebäude 7 zusammenbrach, nachdem die Feuerwehr »diese Entscheidung fällte[n], es zu sprengen [»to pull«, ziehen]«, ist es schwierig, die Äußerung auf andere Weise zu lesen.

Aber nicht unmöglich. Einige haben argumentiert, daß Silverstein lediglich meinte, er und die Feuerwehr hätten die Entscheidung gefällt, das Gebäude abzureißen, wonach es von alleine einstürzte, noch bevor sie beginnen konnten, ihren Plan durchzuführen.

Doch diese Auslegung ist problematisch. Wie in der Alex Jones-Show rhetorisch gefragt wurde: »Warum sollten sie überhaupt in Betracht ziehen, das Gebäude zu sprengen, wenn es nur zwei kleine sichtbare Feuerareale [im 7. und 12. Stock] besaß?«17

Außerdem wird die Vorstellung, daß die Feuerwehr im voraus wußte, daß Gebäude 7 zusammenbrechen würde, durch eine Äußerung von Tom Franklin gestützt, einem Photografen, der sich um etwa 16.00 Uhr in der Nähe des Gebäudes befand. Eine Erklärung, wie er später dazu kam, ein Photo von Feuerwehrleuten beim Hissen einer Flagge zu schießen, begann er mit folgenden Worten: »Die Feuerwehr evakuierte das Gebiet, als sie sich auf den Zusammenbruch von Gebäude Sieben vorbereiteten.«18 Diese Äußerung, so wurde in der Alex Jones-Show festgestellt,

deutet stark darauf hin, daß jemand die Feuerwehrleute anwies, sich von Gebäude 7 fernzuhalten, weil es im Begriff war zusammenzubrechen. Warum sollten sich Feuerwehrleute von einem Gebäude fernhalten, es sei denn, sie wüßten, es würde zusammenbrechen? Kein Feuer hat jemals den Einsturz eines Stahlgebäudes verursacht und es gab nur zwei kleine Brände, die loderten.19

Eine Zeugenaussage zum Vorwissen der Feuerwehr des Zusammenbruchs von Gebäude 7 kam in der Tat von den Mitarbeitern der Feuerwehr selbst. Assistant Chief Frank Fellini sagte Berichten zufolge zum stellvertretenden Leiter Nick Visconti: »World Trade Center 7, unmittelbarer bevorstehender Zusammenbruch, wir müssen diese Leute dort rausbekommen.« Ein weiterer Feuerwehrmann, Joseph Pfeifer, erklärte später: »Ich erinnere mich, wie Chief Nigro auf diesen Punkt zurückkam und sagte, ich will nicht, daß noch jemand getötet wird, und [daß] alle zwei Blocks weggebracht werden, praktisch bis zur North End und Vesey [Straße], was ein gutes Stück entfernt ist. Wir standen da und sahen zu, wie [Gebäude Nr.] 7 einstürzte.«20

Wie wir im 1. Kapitel gesehen haben, gibt es erhebliche physikalische Beweise dafür, daß Gebäude Nr. 7 durch eine kontrollierte Sprengung zu Fall gebracht wurde. Teil dieser Beweise ist die Tatsache, daß Videos des Zusammenbruchs zeigen, daß dieser einfach wie ein Zusammenbruch aussah, der durch Sprengstoffe hervorgerufen wurde. Dan Rather sagte auf CBS News am selben Abend tatsächlich, daß der Zusammenbruch von WTC 7 »an jene Bilder erinnert, die wir zuvor alle zu oft im Fernsehen gesehen haben, wenn ein Gebäude absichtlich durch wohlplatziertes Dynamit zerstört wurde, um es abzureißen.«21

Nun scheint es, angesichts der Aussagen von Tom Franklin und den Feuerwehrleuten zusammen mit Silversteins Aussage, daß diese physikalischen Beweise für die kontrollierte Sprengung von WTC 7 durch mündliche Aussagen gestützt werden. Wenn diese Interpretation korrekt ist, sind die Folgen gewaltig. Einerseits, wäre Silverstein mit diesen Informationen früher hervorgetreten, hätte er der FEMA, die vier Monate zuvor ihren Bericht zum WTC veröffentlicht hatte, nicht nur eine enorme Menge Arbeit, sondern auch die Peinlichkeit der Veröffentlichung eines Berichts erspart, der als bestmögliche Erklärung für den Zusammenbruch von WTC 7 eine Hypothese aufstellt, die »nur eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit« besitzt.

Die Ähnlichkeiten der Zusammenbrüche: Noch wichtiger ist, daß, wenn eine kontrollierte Sprengung die wahre Erklärung dafür ist, warum das Gebäude Nr. 7 einstürzte, die Ähnlichkeiten zwischen diesem Zusammenbruch und den Zusammenbrüchen der Zwillingstürme uns zusätzliche Gründe für die Annahme bieten, daß eine kontrollierte Sprengung die wahre Erklärung für letztere ist. Die Zusammenbrüche der drei Gebäude waren sicherlich nicht in jeder Hinsicht identisch. Wie ich bereits im 1. Kapitel erwähnt habe, folgte alleine der Einsturz von WTC 7 dem Muster eines typischen Gebäudeabrisses (in dem der Einsturz unten beginnt und mit einem sehr kleinen Schutthaufen im Gebäudegrundriß endet). Doch die Einstürze der Türme besaßen einige der Merkmale, die auch den Zusammenbruch von WTC 7 kennzeichnen: Die Einstürze gingen mit der Bildung von pulverförmigem Staub (und sogar in noch größeren Mengen) einher; sie fanden in Zusammenhang mit erkennbaren seismischen Schwingungen statt (und sogar in noch größerer Intensität); sie gingen mit der Bildung von flüssigem Stahl einher und sie geschahen nahezu mit Freifallgeschwindigkeit.22 Zusätzlich besteht die Tatsache, daß bei allen drei Zusammenbrüchen die meisten der Stahlträger und Stahlsäulen – in den Worten von Jim Hoffman – »in nicht mehr als 30 Fuß [ca. 10 Meter] lange Abschnitte zerkleinert wurden, die auf einfache Weise auf die Vorrichtungen geladen werden konnten, mit denen Ground Zero aufgeräumt wurde.«23

Dieses letzte Charakteristikum ist angesichts der Tatsache, daß Controlled Demolition, Inc. – das Unternehmen, das den Auftrag für die Räumung des WTC-Schutts erhielt – in seiner eigenen Werbung sagt: »Unsere DREXS™-Systeme … schneiden Stahl-Komponenten in Segmente, die zur Tragfähigkeit der vorhandenen Vorrichtung passen«, einer besonderen Beachtung würdig.24

Die Staubwolken: Auf jeden Fall zeigen neben all diesen Merkmalen, die sie mit Gebäude Nr. 7 gemeinsam haben, von dem Silverstein offensichtlich sagte, daß es absichtlich abgerissen wurde, die Einstürze der Zwillingstürme zwei weitere hervorstechende Merkmale, die nahelegen, daß sie mit Hilfe von Sprengstoffen zu Fall gebracht wurden: Ein Großteil des Betons wurde mitten in der Luft zu Staub pulverisiert,25 und dieser Staub wurde horizontal aus den Gebäuden geblasen, wodurch große Staubwolken erzeugt wurden.26

Es gibt mittlererweile darüber hinaus weitere Informationen zu den Staubwolken. Im ersten Kapitel habe ich das Problem der Energiequelle für die Existenz und das Verhalten des Staubs erwähnt und die Beobachtung einiger Forscher zu diesem Thema ergänzt, die sagen, daß nur Sprengstoffe die erforderliche Energie bereitstellen konnten. Doch ich hatte keine quantitative Analyse zitiert. Eine solche Analyse, so erfuhr ich, wurde von Jim Hoffman lediglich durch Anwendung von Mathematik und »ein paar grundlegenden Gesetzen der Physik« erstellt. Seine Analyse liefert sehr deutliche Beweise gegen die bisher akzeptierte Theorie, laut der die Energiequelle für die Staubwolken, die mit den Türmen in Zusammenhang stehen, die potentielle Energie der Schwerkraft war, die aus der angehobenen Masse dieser 110-stöckigen Gebäude zur Verfügung stand.27

Hoffman konzentrierte sich auf den Nordturm und berechnete die Energie, die notwendig gewesen wäre, um den Staub und die darauffolgende Expansion der Staubwolke während und nach dem Zusammenbruch zu erzeugen. Dann vergleicht er diese Zahl mit der FEMA-Berechnung der potentiellen Energie, die in den beiden etwa 417 m (1368 Fuß) hohen Gebäuden verfügbar war, die etwa 111.000 kWh (Kilowattstunden) betrug. Die Ergebnisse sind frappierend.

Hoffman beginnt mit der Berechnung der Energie, die benötigt wird, um die rund 90.000 Tonnen Beton im Nordturm in Pulver mit einer Größe von 60 Mikrometern Größe zu pulverisieren (was, so betont er, einen sehr konservativen Wert ergibt, »da einige Berichte auf eine durchschnittliche Partikelgröße näher an 10 Mikrometern als an 60 Mikrometern hinweisen.«) Er berechnet danach »die benötigte Energie, um die Staubwolken innerhalb von 30 Sekunden nach Beginn ihrer Zusammenbrüche auf ein Vielfaches des Volumens jedes Turms zu erweitern.« (Eine Berechnung, die ebenfalls einen konservativen Wert ergibt, da sie die fortgesetzte Expansion nach 30 Sekunden ignoriert.) Er bietet (basierend auf unterschiedlichen Annahmen bezüglich der Hauptursache der Expansion) zwei alternative Berechnungen und kommt zu dem Schluß, daß die Energiequelle entweder 2.682.000 beziehungsweise 11.700.000 kWh bereitzustellen hatte. Dies würde bedeuten, daß die erforderliche Energie – selbst nach seinen konservativen Berechnungen – 24 bis 106 Mal größer gewesen wäre, als die Menge verfügbarer Gravitationsenergie (111.000 kWh) – wobei Hoffman seine Schlußfolgerung bescheidener vorträgt, indem er lediglich darauf hinweist, daß es einen »über zehnfachen Unterschied zwischen der konservativsten Schätzung und der Gravitationsenergie« gibt.

Auch trägt Hoffman die Schlußfolgerung seiner Studie nicht reißerisch vor und sagt, daß, weil solch ein großer Unterschied (vor allem aufgrund seiner konservativen Schätzungen) »nicht leicht als Ausdruck von Unsicherheiten in der quantitativen Beurteilung zurückgewiesen werden kann«, »die offizielle Erklärung, daß die Zusammenbrüche der Zwillingstürme gravitationsangetrieben Ereignisse waren, nicht ausreichend erscheint, um die dokumentierten Energieflüsse zu erklären.«

Die Folgerung lautet selbstverständlich, daß es irgendeine andere Energiequelle gegeben haben muß. Und wenn kein guter Grund für die bisher ungeahnte Quelle genannt werden kann, scheint der einzige Kandidat dafür eine große Anzahl von platzierten Sprengstoffen zu sein. Die Schlußfolgerung, daß solche Sprengstoffe wirklich die erforderliche Energiequelle für die Erzeugung und die Expansion der Staubwolken lieferten, wird selbstverständlich durch verschiedene weitere Merkmale des Zusammenbruchs des Nordturms (wie auch des Südturms) gestützt, die auf Sprengstoffe als Ursache dieses Zusammenbruchs deuten.28

Angesichts von Silversteins offenkundigem Eingeständnis, daß Gebäude Nr. 7 mit Hilfe von Sprengstoffen zum Einsturz gebracht wurde, angesichts der Ähnlichkeiten zwischen den Zusammenbrüchen der drei Gebäude und angesichts der zusätzlichen Faktoren, die auf eine kontrollierte Sprengung als Grund für den Einsturz der Türme deuten, sollte die Beweislast nun sicherlich bei denjenigen liegen, die behaupten, daß die Zwillingstürme, in Gegensatz zu Gebäude Nr. 7, nicht kontrolliert gesprengt wurden.

Gelegenheiten für das Platzieren von Sprengstoffen: Ein mögliches Argument gegen diese Schlußfolgerung könnte folgendermaßen lauten: Wir können erklären, wie Silverstein Gebäude Nr. 7 durch eine kontrollierte Sprengung zu Fall gebracht haben könnte. Als derjenige, der es im Jahre 1987 gebaut hat, war er in der Lage, alle notwendigen Verkabelungen einzubauen, so daß die Aufgabe, es für den Abriß vorzubereiten, schnell durchgeführt werden könnte. Aber wie konnten die Zwillingstürme, die viele Jahre zuvor von jemand anderen erbaut worden waren, für eine kontrollierte Sprengung vorbereitet worden sein? Dies ist eine gute Frage. Aber es sind einige Informationen ans Licht gekommen, die möglicherweise Anhaltspunkte geben könnten.

Ein möglicherweise relevanter Bericht wurde in der ersten Auflage erwähnt, aber lediglich in einer Anmerkung: der Bericht, »daß Marvin P. Bush, der jüngere Bruder des Präsidenten, Chef in einem Unternehmen namens Securacom war, die für die Sicherheit des World Trade Center zuständig war.«29 Margie Burns berichtet, daß er von 1993 bis 2000 Chef in diesem Unternehmen war, daß dieses Unternehmen von 1996 bis zum 11. September 2001 für die Sicherheit des WTC verantwortlich war und daß dieses Unternehmen zwischen 1996 und 2000 ein neues Sicherheitssystem installierte.30 Das Weiße Haus hat, so stellt Burns fest, diese Verbindung zwischen dem Bruder des Präsidenten und dem Unternehmen, das für die Sicherheit des World Trade Center zuständig war, nicht publik gemacht.31 Sie berichtet ebenfalls, daß laut Barry McDaniel – seit Januar 2002 Geschäftsführer – die Arbeit seines Unternehmens für die Sicherheit des WTC keiner Überprüfung durch das FBI oder irgendeiner andere Bundesbehörde in Verbindung mit dem 11. September unterzogen wurde.

Eine weitere interessante, von Wayne Madsen berichtete Tatsache ist, daß Wirt D. Walker III, ein Cousin von Marvin P. und George W. Bush ebenfalls Chef in diesem Unternehmen ist, das mittlerweile in Stratesec umbenannt wurde. Abgesehen davon, daß er der derzeitige Vorstandsvorsitzende ist, war Walker von 1999 bis Januar 2002 der Geschäftsführer.32

Nur eine Untersuchung könnte feststellen, ob diese Tatsache – daß Präsident Bushs Bruder und Cousin Chefs in demjenigen Unternehmens waren, das mehrere Jahre lang bis zum 11. September für die Sicherheit des World Trade Center verantwortlich war – dafür relevant ist, was an diesem Tag passiere. Doch es scheint, als sollte diese Tatsache zumindest zum öffentlichen Wissen gehören.

Ich hatte ebenfalls (in der gleichen Anmerkung) erwähnt, daß einige Mitarbeiter des WTC folgendes berichteten: »Nachdem das Sicherheitskommando die vergangenen zwei Wochen aufgrund von Drohungen 12-Stunden-Schichten gearbeitet hatte, wurde fünf Tage vor dem 11. September der Sicherheitsalarm, der den Einsatz von Bomben-Spürhunden verlangte, aufgehoben.« Diese Tatsache ist möglicherweise bedeutsam, weil, wenn die Verdrahtung für eine kontrollierte Sprengung zuvor installiert worden war, könnten die Sprengstoffe möglicherweise während dieser Zeit angebracht worden sein.

In der Zwischenzeit habe ich von zusätzlichen Berichten erfahren, die sich auf diese Frage beziehen. Einer von ihnen stammt von einem Mann namens Scott Forbes, der ab 1999 für Fiduciary Trust gearbeitet hat (die Firma, für die Kristen Breitweisers Ehemann arbeitete). In einem persönlichen Brief, der später veröffentlicht wurde, schrieb er:

Im Jahre 2001 haben wir die Stockwerke 90 und 94-97 des Südturms belegt und verloren 87 Mitarbeiter sowie zahlreiche Auftragnehmer.

Am Wochenende vom [8. - 9. September 2001] gab es eine »Stromabschaltung« im WTC-Turm 2, dem Südturm. Diese Stromabschaltung bedeutete, daß es für etwa 36 Stunden keine Stromversorgung vom 50. Stock aufwärts gab. Ich weiß darüber Bescheid, weil ich … mit vielen anderen an diesem Wochenende arbeiten mußte um sicherzustellen, daß vorher alle Systeme sauber heruntergefahren wurden … und dann später wieder hochgefahren. Der vom WTC angegebene Grund für die Stromabschaltung war, daß die Verkabelung in dem Turm nachgerüstet werde. … Selbstverständlich gab es ohne Strom keine Überwachungskameras, keine Sicherheitsschlösser an den Türen, [während] viele, viele »Techniker« im Turm ein- und ausgingen.33

In einer E-Mail vom 2. Juni 2004 an mich ergänzte Forbes folgendes:

Ich war erstaunt über die Reaktion auf mein ursprüngliches Weblog-Posting. … Alles, was ich Ihnen sagen kann, ist, daß das, was ich gesagt habe, voll und ganz wahr ist und daß ich auf andere verweisen kann, die dies bestätigen können. Was mich überrascht und das war das ursprüngliche Motiv für mein Posting, ist die Tatsache, daß keine Behörde einräumt, daß es am Wochenende vom 8. und 9. September eine 36-stündige Stromabschaltung in der oberen Hälfte von Turm 2 gab. Ich habe keine »versteckte Agenda«, außer zu versuchen, daß die Wahrheit anerkannt und untersucht wird.

Es hat sicherlich den Anschein, daß Forbes zusammen mit anderen, von denen er sagte, daß sie seine Darstellung bestätigen können, um ihre Zeugenaussagen gebeten werden müßten. Jedoch berichtete Forbes in seiner ursprünglichen Äußerung, daß, obwohl er »diese Informationen vielen Personen und Einrichtungen geschickt hat, darunter der 9/11-Kommission, … niemand diese Fakten anzunehmen und zu registrieren scheint.«

Eine Aussage, die eventuell ebenfalls relevant für die vorliegende Frage sein könnte – wie die Türme für eine kontrollierte Sprengung vorbereitet worden sein könnten – stammt von Ben Fountain, Finanzanalyst bei Fireman's Fund, der im Südturm gearbeitet hatte. Fountain berichtete, daß in den letzten paar Wochen vor dem 11. September die Türme »mehrfach« evakuiert worden sind, was, wie er es formulierte, »ungewöhnlich« war.34

Bürgermeister Giulianis Äußerung: Eine weitere interessante Tatsache ist, daß, genauso wie es offensichtlich eine mündliche Aussage zu Vorwissen zum Zusammenbruch von Gebäude Nr. 7 von Larry Silverstein gab, gab es offenbar ebenfalls eine mündliche Aussage zu Vorwissen zum Zusammenbruch der Zwillingstürme von Bürgermeister Rudolph Giuliani. Im Gespräch mit Peter Jennings von ABC News sagte Giuliani über sich selbst und andere, die im »Notfall-Kommandozentrum« arbeiteten, das im 23. Stock von WTC 7 geschaffen worden war:

Wir arbeiteten von dort aus, als wir erfuhren, daß das World Trade Center einstürzen werde, und es stürzte ein, bevor wir aus dem Gebäude entkommen konnten.35

Obwohl Giuliani hier vom »World Trade Center« sprach, muß er speziell den Südturm gemeint haben. Er hat offensichtlich nicht Gebäude 7 selbst gemeint, weil es nicht vor 17.20 Uhr einstürzte. Und er konnte nicht den Nordturm gemeint haben, weil er und seine Mitarbeiter genügend Zeit zum Entkommen gehabt hätten, bevor dieser fast eine halbe Stunde nach dem Südturm zusammenbrach.

Der entscheidende Punkt ist jedenfalls, daß Giuliani zu verstehen gab, daß irgendwann zwischen 8.46 Uhr, als der Nordturm getroffen wurde, und 9.59 Uhr, als der Südturm einstürzte, ihm mitgeteilt wurde, daß die Türme noch zusammenbrechen würden. Der allgemeinere Punkt ist – abgesehen von der Frage, ob ihm das von jemand anderem »mitgeteilt« wurde – daß Giuliani sagte, er wußte, daß die Türme zusammenbrechen werden, bevor der Südturm tatsächlich zusammenbrach. Diese Äußerung wirft eine ernste Frage bezüglich des Mannes auf, der später als der Held der Stadt New York betrachtet werden sollte. In den Worten von Alex Jones: »Woher wußte er, daß die Zwillingstürme zusammenbrechen werden, wenn es solch ein noch nie dagewesenes Ereignis war?«36

In der Rückschau, nachdem wir immer und immer wieder die Videos der zusammenbrechenden Türme gesehen haben und uns versichert wurde, daß es wissenschaftliche Erklärungen dafür gibt, warum sie eingestürzt sind, könnte man geneigt sein, über Giulianis Aussage mit der Begründung hinwegzusehen, daß es, sobald die Türme getroffen worden waren, offensichtlich war, daß sie zusammenbrechen würden. Aber das war zu dieser Zeit überhaupt nicht offensichtlich. Es war sicherlich auch nicht für die Feuerwehrleute offensichtlich, obwohl ihre Augen darauf trainiert sind, nach verräterischen Anzeichen eines unmittelbaren strukturellen Zusammenbruchs Ausschau zu halten. Ein Grund, warum es, erinnert uns Jones' Äußerung, für sie nicht offensichtlich war, ist, daß noch nie zuvor in der Geschichte ein Stahlskelett-Hochhaus aufgrund von Feuer eingestürzt ist. Darüber hinaus haben sich, wie wir gesehen haben, die Gebäude schnell stabilisiert, nachdem sie von den Flugzeugen getroffen wurden. Und die Brände waren zumindest im Südturm – dem ersten, der zusammenbrechen sollte – dabei abzuklingen. Giulianis Aussage liefert daher Beweise dafür, daß jemand, vielleicht er selbst, etwas wußte, was die Feuerwehrleute in den Gebäuden nicht wußten – nämlich, daß möglicherweise Sprengstoffe in den Gebäuden platziert worden waren und diese im Begriff waren loszugehen.

Mögliche Motive für die Zerstörung des WTC: Eine weitere, wie ich feststellen durfte, häufige aufkommende Frage lautet: Warum sollte jemand das World Trade Center zerstören wollen? Selbst wenn man anerkannt, daß einige Personen in der Bush-Regierung »ein katastrophales und katalysierendes Ereignis – wie ein neues Pearl Harbor« gewollt haben könnten, warum sollten sie sich dafür das World Trade Center aussuchen? Und selbst wenn man erkennt, daß sie vielleicht tatsächlich einen guten Grund für diese Wahl hatten – weil es für Amerikaner plausibel erschiene, daß arabisch-muslimische Terroristen ein Symbol der amerikanischen finanziellen Dominanz angreifen wollten – warum sollten Sprengstoffe verwendet werden, um die Zerstörung von drei Gebäuden sicherzustellen? Solange sich die Menschen keine plausiblen Antworten auf diese Fragen vorstellen können, werden sie tendenziell weniger geneigt sein, sich ernsthaft die physikalischen Beweise anzusehen, die darauf hinweisen, daß tatsächlich Sprengstoffe verwendet wurde. Eine kurze Erörterung der möglichen Motive erscheint nun passend.

Eine in Betracht zu ziehende Möglichkeit ist, daß die Verschwörung, falls der Zusammenbruch des WTC ein »Inside Job« war, möglicherweise nicht auf Behörden der Bush-Regierung begrenzt gewesen war. Eine Betrachtung der möglichen Motive sollte daher auch die Vorteile einschließen, die vorausgesehen werden konnten, und die einer oder mehrerer Parteien außerhalb der Bush-Regierung zugute kommen würden.

Eine Partei, über die es Spekulationen gab, war Larry Silverstein, der am 26. April 2001 einen Pachtvertrag für das World Trade Center abgeschlossen hatte. Er schloß ebenfalls eine Versicherung ab, laut der er eine riesige Auszahlung erhalten würde, falls das WTC zerstört wird. Finanznachrichten aus jüngster Zeit haben die Tatsache bekannt gemacht, daß, obwohl Silverstein 7 Milliarden Dollar von seinen Versicherungsunternehmen verlangte, es jedoch unwahrscheinlich ist, daß er diese auch erhält. Die Grundlage für diesen Betrag war Silversteins Behauptung, daß, obwohl die Police über maximal 3,5 Milliarden Dollar abgeschlossen worden war, die Terroranschläge aus zwei Ereignissen bestanden. In der Gerichtsverhandlung wurde gegen Silverstein und für die größte von Silversteins Versicherungen, die Schweizer Rückversicherung (Swiss Re), entschieden, die argumentierte, daß die Anschläge auf die Zwillingstürme nur ein Ereignis darstellten.37

Vielleicht noch wichtiger als diese Geschichte ist jedoch der Beweis, daß Silverstein, bevor er diese doppelte Zahlung verlangte, bereits vorher den Plan hatte, aus einer sehr geringen und kurzzeitigen Investition einen riesigen Gewinn zu machen, wenn auch nicht derart riesig. Eine am 4. Februar 2003 herausgegebene Pressemitteilung der Schweizer Rück enthielt folgende Aussagen:

»Aus unserer Sicht hat Silverstein Properties wissentlich und willentlich den WTC-Komplex unterversichert«, erklärte Jacques Dubois, der Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer der Swiss Re America Holding Corp. »Wir glauben, daß die Unterlagen belegen, daß Silverstein, um Dollar an Prämien zu sparen, sich absichtlich weigerte, sich gegen die Gefahr eines Verlustes in Höhe von mehr als 3,5 Milliarden US-$ zu versichern.« … Die Beweise in der heutigen Zusammenfassung zeigen, daß Silverstein das WTC eigentlich bis zu einer Grenze von 1,5 Milliarden US-$ versichern wollte, weniger als die Hälfte der Summe, die er letztendlich abgeschlossen hat. Nur widerwillig hat er zugestimmt, die höhere Haftungsgrenze von 3,5 Milliarden US-$ zu erreichen, nachdem seine Kreditgeber dies zur Absicherung ihrer Schuldsumme forderten. »Bezeichnenderweise hatten Silversteins Kreditgeber mehr als 50-mal so viel Geld beim Abschluß der WTC-Verträge riskiert als Silverstein, der durch Konstruktionen mit beschränkter Haftung nur 14 Millionen US-$ in das Geschäft investiert hatte«, sagte [Barry] Ostrager [Simpson Thacher & Bartlett, Berater von Swiss Re]. »Der Abschluß war tatsächlich in einer Weise strukturiert, die Silverstein erlaubte, im Falle eines katastrophalen Verlustes einfach seiner Verpflichtung nicht nachzukommen und aus dem Pachtvertrag auszusteigen, weshalb Silverstein zum Zeitpunkt, als er die Police abschloß, über die Höhe der Versicherung nicht sonderlich besorgt war.« Die Bedingungen des Pachtvertrags enthielten eine Klausel, daß, falls das WTC vollständig zerstört werden würde und Silverstein und die anderen versicherten Parteien sich dafür entschieden, [die Gebäude] nicht wieder aufzubauen, sie Anspruch auf Auszahlung der Versicherungserlöse und auf Rücktritt vom Geschäft haben. Nach der Auszahlung des Hauptteils ihrer Kredite an die Kreditgeber und die Zahlung an die Port Authority in Höhe von 1,5 Milliarden US-$ konnten Silverstein und seine Investoren die Differenz von wohl mehr als 1 Milliarde US-$ für sich beanspruchen.38

Sicherlich handelt es sich bei dieser Aussage um eine Pressemitteilung, die die Position eines Versicherungsunternehmens darstellt, das mit Silverstein im Streit liegt, so daß die Behauptungen nicht mehr als das sind: Behauptungen – bis sie durch neutrale Parteien bestätigt werden.

Doch wenn die Vorwürfe auf diese Weise bestätigt würden – zumindest wie es bei der »Ausstiegs«-Bestimmung passiert ist (39) – dann liefert dies Indizien für diejenigen, die glauben, daß Silverstein die Versicherung mit dem Wissen abschloß, daß die Gebäude vollständig zerstört werden würden.

Solche Indizien bieten natürlich keine ausreichende Grundlage für irgendwelche Schlußfolgerungen. Das Entscheidende an dieser Erörterung ist lediglich zu zeigen, daß die Vorstellung, daß die Zerstörung des WTC ein »Inside Job« war, nicht a priori mit der Begründung ausgeschlossen werden kann, daß es kein denkbares Motiv gegeben habe.

Giulianis Notfall-Kommandozentrum: Eine weitere Tatsache mit einer möglichen Relevanz betrifft die zuvor erwähnte Schaffung des Notfall-Kommandozentrums in Gebäude Nr. 7 durch Giuliani. Dieses Kommandozentrum befand sich zuvor an der Adresse Police Plaza 1, war jedoch im Jahre 1996 in den 23. Stock von WTC 7 verlegt worden. Giuliani selbst hat kürzlich gesagt, daß, obwohl auch andere Personen beteiligt waren, die Wahl dieses neuen Standorts jedoch letztlich seine gewesen sei.40 Jedenfalls gab Giuliani daraufhin 15 Millionen Dollar aus, um dieses Kommandozentrum autark zu machen und vor Gefahren abzuschotten. Neben der Ausstattung dieses Stockwerks mit einer eigener Luft- und Wasserversorgung machte Giuliani es kugel- und bombensicher. Er ließ es sogar staubdicht machen. Dementsprechend wären er und sein Mitarbeiterstab im Kommandozentrum, wie er aussagte, vor den riesigen Staubwolken geschützt gewesen, die sich bildeten und durch die Straßen tobten, als der Südturm einstürzte.

Es ist möglich, daß dieses Kommandozentrum für die Frage nach möglichen Motiven für den Einsturz des Gebäudes Nr. 7 durch Sprengstoffe relevant ist. Einige 9/11-Forscher spekulierten, daß der 23. Stock des Gebäudes das operative Zentrum für die Anschläge auf die Zwillingstürme war, wobei die Flugbahnen der Flugzeuge per Fernsteuerung von diesem Kommandozentrum aus gesteuert wurden.41 Für diese Spekulation ist möglicherweise die Tatsache relevant, daß Gebäude 7 eine große Außenstelle des Secret Service beherbergte und ebenfalls, wie nach dem 11. September bekannt wurde, ein geheimes CIA-Büro.42 Eine Erörterung dieses Problems würde uns bei der Frage, »was wirklich passiert ist«, zu weit führen. Ich erwähne es lediglich deshalb, um zu zeigen, wie eine vollständige Untersuchung Motive aufdecken könnte, die einheimische Terroristen für den Einsturz sowohl von Gebäude Nr. 7 als auch der Zwillingstürme gehabt haben könnten.

Die Aufgabe dieses Buches ist nicht, wie ich bereits betont habe, eine Theorie dahingehend zu entwickeln, was wirklich am 11. September passiert ist, sondern lediglich Beweise zusammenzufassen, die sowohl auf die Falschheit der offiziellen Darstellung als auch auf die Wahrscheinlichkeit einer offiziellen Tatbeteiligung hinweisen. In bezug auf einige Themen läßt sich aber die Frage, was wirklich passiert ist, nicht vollständig vermeiden. Dazu gehören die möglichen Motive für eine solche Tatbeteiligung. Aus den Argumenten in diesem Abschnitt ergibt sich die Möglichkeit, daß der Plan zur Zerstörung des WTC nicht nur lange vor dem 11. September ausgearbeitet wurde, sondern auch eine Zusammenarbeit von Beamten in New York, Privatunternehmen und Beamten in Washington einschließt.

Die Bush-Regierung und Osama bin Laden

Im 6. und 8. Kapitel wurden Beweise vorgelegt, die darauf hindeuten, daß die Beziehung der Bush-Regierung zu Osama bin Laden ganz anders gewesen sein könnte als die öffentliche Darstellung. Ich wies insbesondere auf Beweise hin, die nahelegten, daß die Bush-Regierung nicht wirklich versuchte, bin Laden zu ergreifen, weder vor noch nach dem 11. September. In der Zwischenzeit haben zwei Medienereignisse das öffentliche Bewußtsein für den möglichen Unterschied zwischen Schein und Wirklichkeit erhöht.

Eines war die Veröffentlichung von Michael Moores Film Fahrenheit 9/11. Wie ich bereits erwähnte,43 gab Moore an, daß seine Zweifel an der offiziellen Darstellung des 11. September, laut der die Anschläge von Osama bin Laden geplant wurden, zuerst durch die Beweise aufkamen, daß die Bush-Regierung neben den finanziellen Verflechtungen mit Saudi-Arabien auch vielen Saudis, darunter Mitgliedern der bin Laden-Familie, geholfen hatte, die Vereinigten Staaten unmittelbar nach dem 11. September zu verlassen.

Dieser Teil des Moore-Films stützt sich auf Craig Ungers Buch House of Bush, House of Saud.44 Unger weist nach, daß einem privaten Flugzeug mit saudischen Passagieren am 13. September gestattet wurde zu fliegen, während das Verbot von Flügen privater Flugzeuge noch in Kraft war. (Selbst Bill Clinton und Al Gore, die sich beide außerhalb des Landes befanden, wurde nicht gestattet, nach Hause zu fliegen.45) Obwohl über dieses Ereignis kurz darauf in der Tampa Tribune berichtet wurde, griff keine weitere US-amerikanische Zeitung die Geschichte auf.46 Unger konnte die Geschichte jedoch durch die Befragung von Dan Grossi, einem ehemaligen Polizeibeamten aus Tampa, sowie von Manuel Perez, einem ehemaligen FBI-Agenten, der am 13. September drei junge saudische Männer auf dem Flug von Tampa nach Lexington begleitete, untermauern. Beamte bestritten lange Zeit, daß dieser Flug – der vermutlich nur durch das Weiße Haus genehmigt worden sein konnte – erfolgt war. Im Juni 2004 bestätigte jedoch der Tampa International Airport auf Drängen der 9/11-Kommission, daß dieser Flug tatsächlich stattgefunden hatte.47 Fast drei Jahre vor diesem Zeitpunkt hatten das Weiße Haus, das FBI und die FAA allesamt geleugnet, daß dieser Flug stattgefunden hatte.48 Doch nun, wo bekannt ist, daß diese drei Behörden bei dieser relativ trivialen Angelegenheit nicht die Wahrheit gesagt haben, wie können wir ihren Dementis bei schwerwiegenderen Vorwürfen glauben?

Unger gelang außerdem eine wichtige Enthüllung zu den saudischen Passagieren, denen erlaubt wurde, in den nachfolgenden Tagen das Land zu verlassen. Erklärungen der Bush-Regierung und sogar der 9/11-Kommission besagten, daß das FBI keinen der Saudis, denen erlaubt wurde, das Land zu verlassen, befragen wollte. Diese Aussagen wurden weitgehend so verstanden, daß sich niemand auf diesen Flügen befand, der für das FBI hätte von Interesse gewesen sein sollte. Unger zeigt jedoch, daß einer der Passagiere, dem am 16. September gestattet wurde, per Flugzeug das Land zu verlassen, kein anderer war als Prinz Ahmed bin Salman,49 dessen Rolle bereits im 6. Kapitel erörtert wurde. Wie wir gesehen haben, soll Prinz Ahmed – laut Angaben des al-Qaida-Angehörigen Abu Zubaydah ein halbes Jahr später – im voraus gewußt haben, daß Amerika am 11. September angegriffen würde. Gründe, Abu Zubayahs Aussagen Glauben zu schenken, ergaben sich, wie wir gesehen haben, aus der Tatsache, daß Prinz Ahmed und zwei weitere Saudis, die von Abu Zubaydah genannt wurden, allesamt vier Monate später innerhalb von acht Tagen unerwartet starben. Es kann daher kaum behauptet werden, daß niemand auf den Saudi-Flügen vom FBI als Person von besonderem Interesse in Betracht hätte gezogen werden sollen.

Weniger bekannt als Moores Film, vor allem in den Vereinigten Staaten, ist ein am 3. Juni 2004 vom ZDF in Deutschland ausgestrahlter Bericht. In diesem Bericht wird Kabir Mohabbat, ein afghanisch-amerikanischer Geschäftsmann, mit den Worten zitiert, er habe im Jahre 1999 Gespräche zwischen der US-Regierung und der Taliban über bin Laden initiiert. Laut Mohabbat waren die Taliban bereit, bin Laden im Austausch für die Aufhebung des US-geführten Boykotts gegen Afghanistan einem Drittland oder dem Internationalen Gerichtshof zu überstellen. Mohabbat berichtete dem Außenminister der Taliban, Mullah Wakil Ahmed Mutawakil, und sagte über bin Laden: »Sie können ihn haben, wann immer die Amerikaner [dazu] bereit sind. Nennen Sie uns ein Land und wir werden ihn ausliefern.«50
Elmar Brok, ein deutsches Mitglied des Europäischen Parlaments, bestätigte, daß er geholfen hatte, im Jahre 1999 den Kontakt zwischen Mohabbat und der amerikanischen Regierung herzustellen. Die anfänglichen Gespräche führten zu einem Treffen zwischen den Taliban und US-Beamten im November 2000 in Frankfurt, bei dem die Taliban »mehrere Angebote« machten. Dieses Treffen wurde Berichten zufolge mit der Planung für weitere Beratungen in der US-Botschaft in Pakistan zum Abschluß gebracht, wo Details der Überstellung vereinbart werden sollten. Doch diese weiteren Gespräche wurden nie geführt, weil, so glaubte Brok, US-Beamte die »politische Entscheidung« fällten, die Verhandlungen nicht fortzusetzen.51

Obwohl Präsident Bush bekanntermaßen sagte, er wolle Osama bin Laden »tot oder lebendig« fassen, verstärken die beiden Veröffentlichungen wahrscheinlich den Verdacht, daß die Bush-Regierung dachte, bin Laden wäre nützlicher, wenn er weder tot noch gefangen wäre.

Der PATRIOT Act als mögliches Motiv

In 7. Kapitel habe ich mehrere Vorteile erläutert, welche die Bush-Regierung hätte erwarten können, falls sie die Ereignisse des 11. September plante oder zumindest erleichterte. Ich wies darauf hin, daß der 11. September diese Regierung in die Lage versetzte, (1) Afghanistan anzugreifen, um die Taliban durch eine US-freundliche Regierung zu ersetzen, die unter anderem den Bau von Öl- und Gas-Pipelines durch Afghanistan erleichtern würde; (2) den Irak anzugreifen, was viele Mitglieder dieser Regierung schon lange tun wollten; und (3) mehr Geld für Militärausgaben zu erhalten, insbesondere für das US Space Command.

Auf der ersten Seite der Einleitung hatte ich noch eine weitere Folge des 11. September erwähnt: zunehmende Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten. Ich verwies in diesem Zusammenhang auf Nancy Changs Buch Silencing Political Dissent: How Post-September 11 Anti-Terror Measures Threaten Our Political Liberties (deutscher Titel: Das Ende der Bürgerrechte? Die freiheitsfeindlichen Antiterrorgesetze der USA nach dem 11. September), mit einem Vorwort von Howard Zinn. Allerdings erwähnte ich dieses Thema nur extrem kurz und der Hinweis auf Changs Buch stand nur in einer Anmerkung. Als ich im 7. Kapitel mögliche Motive beschrieb, bin ich nicht erneut auf dieses Thema zurückgekommen. Ich möchte ihm an dieser Stelle die Hervorhebung angedeihen lassen, die es verdienen mag.

Zwei Punkte scheinen einer Hervorhebung besonders würdig. Einer ist, daß der 342 Seiten umfassende USA PATRIOT Act eine massive Zahl von Änderungen an bestehendem Bundesrecht vornimmt. Angesichts des Umfangs seiner Reichweite in Kombination mit der Tatsache, daß dieses Gesetz innerhalb von 45 Tagen nach dem 11. September verabschiedet wurde, muß es zumindest zum größten Teil weit im voraus vorbereitet gewesen sein.52 Ein zweiter wichtiger Punkt ist, daß Regierungen in der Vergangenheit Terroranschläge inszeniert oder zumindest ihre Feinde auf zynische Weise für katastrophale Vorfälle verantwortlich gemacht haben, um durch die Einschränkung der bürgerlichen und politischen Rechte ihrer Bürger ihre eigenen Macht zu steigern und eine unanfechtbare Position zu erlangen. Einige Leser, die sich in erster Linie auf diese Konsequenzen des 11. September konzentrieren, hatten vorgeschlagen, daß dieses Buch den Titel »Der Amerikanische Reichstagsbrand« hätte bekommen können.

Obwohl ich nicht glaube, daß dies ein besserer Titel gewesen wäre, stimme ich zu, daß Amerikaner sich Sorgen über die Entwicklungen nach dem 11. September machen sollten, die den Schritten nicht völlig unähnlich sind, die nach dem Reichstagsbrand von den Nationalsozialisten in Deutschland unternommen wurden. Ich hoffe vor allem, daß die amerikanischen Journalisten und Verleger, wenn auch nur aus Sorge, um weitere Einschränkungen der Pressefreiheit zu verhindern, diese mögliche Parallele ernst genug nehmen, um Recherchen anzustellen, ob die Verschwörungstheorie der Bush-Regierung über die Urheber der Anschläge des 11. September einer ernsthaften Prüfung standhält.

Der Fall Sibel Edmonds

Im 6. Kapitel habe ich kurz den Fall von Sibel Edmonds erörtert, einer türkisch-amerikanischen Bürgerin, die dem FBI gegenüber Bericht erstattete, daß einer ihrer Kollegen, der, so wie sie, dafür angestellt worden war, kurz nach dem 11. September Übersetzungen anzufertigen, ein Spion war, der die FBI-Untersuchung des 11. September unterminierte. Etwas, das ich bisher nicht wußte, ist, daß laut Edmonds das FBI ihr mitgeteilt hatte, daß eine fortgesetzte Aufdeckung dieses Mißstandes ihre Verwandten im Ausland bedrohen könnte. Kurz danach wurde in der Türkei ein Haftbefehl für ihre Schwester erlassen.53 Jedenfalls wurde Edmonds entlassen, als sie im März 2002 ihre Beschwerde an das Justizministerium weiterleitete. Nachdem sie dagegen aufgrund des Gesetzes zum Schutz von ›Whistleblowern‹ geklagt hatte, wies Generalstaatsanwalt Ashcroft auf Wunsch von FBI-Direktor Mueller den Richter an, ihre Klage im Interesse der »nationalen Sicherheit« fallenzulassen.

Seit der Fertigstellung der ersten Auflage dieses Buches gab es weitere Entwicklungen. Im Februar 2004 sagte Edmonds hinter verschlossenen Türen mehr als drei Stunden vor Mitarbeitern der 9/11-Kommission als Zeugin aus. Im März 2004 berichtete sie, daß sie diesen Mitarbeitern mitgeteilt hatte, das FBI hätte im Juni oder Juli 2001 so viele Informationen über terroristische Anschläge mit Flugzeugen in den Vereinigten Staaten innerhalb der nächsten Monate gehabt, daß es einen ›orangenen‹ oder ›roten‹ Alarm hätte geben müssen. In bezug auf Condoleezza Rice' Äußerung (in einem Artikel in der Washington Post vom 22. März), daß die Regierung keine spezifischen Informationen über einen geplanten inneramerikanischen Angriff mit Flugzeugen besaß, sagte Edmonds: »Das ist eine unverschämte Lüge. Und Dokumente können beweisen, [daß] es eine Lüge ist.«54 Im April berichtet der Independent, daß Edmonds die folgende Erklärung abgab:

Ich habe [der Kommission] Details spezifischer Ermittlungsakten, der spezifischen Daten, spezifischer Informationen über Ziele, spezifischer Führungskräfte, die für die Untersuchung zuständig waren, gegeben. Ich gab ihnen alles, damit sie dem nachgehen und dies weiterverfolgen konnten. Dies ist kein Hörensagen. Dies sind Dinge, die dokumentiert sind. Diese Dinge können sehr einfach festgestellt werden.55

In einem Interview mit Jim Hogue am 30. April sagte Edmonds in Reaktion auf seinen Kommentar über das Unterdrücken der FBI-Ermittlungen in Phoenix, Chicago, New York und Minneapolis:

Sie besaßen jene vier Teile, die Sie erwähnten und weit mehr als das, glauben Sie mir, weit mehr als das. Und das wurde nicht öffentlich gemacht. Und daß sie sagen, wir hätten keine spezifischen Informationen besessen, ist einfach ungeheuerlich. … Worauf warteten sie? Eine eidesstattliche Erklärung unterschrieben von bin Laden?

Im Mai sagte sie gegenüber James Ridgeway von der Village Voice, daß es, wie Ridgeway schrieb, bei ihr und weiteren Farsi-Übersetzern des FBI allgemein bekannt war, daß »ein langjähriger, hochangesehener FBI-›Aktivposten‹, der in Afghanistan platziert war, der Behörde im April 2001 berichtet hatte, daß er von seinen Kontakten vor Ort Informationen besaß, daß bin Laden einen Großangriff auf eine oder mehrere große amerikanische Städte plane, die den Einsatz von Flugzeugen beinhalten – darunter Chicago, Los Angeles und New York.«56

Edmonds kann jedoch nicht über die spezifischen Details irgendeiner dieser Angelegenheiten sprechen, weil ein Ergebnis der Aktion des Justizministeriums im Oktober 2002 ein Maulkorberlaß war, der auf dem nur selten verwendeten »Staatsgeheimnis«-Privileg beruhte, welches sie daran hinderte, derartige Informationen an die Presse weiterzugeben. Dieser Erlaß sollte im übrigen nicht der letzte Schritt des Justizministeriums sein, um Edmonds davon abzuhalten, zu offenbaren, was sie weiß.

Im Jahre 2004 wurde Edmonds gerichtlich vorgeladen, um zu einer 100 Billionen-Dollar-Klage gegen die saudische Regierung und einige prominente saudische Staatsbürger auszusagen, die im Jahre 2002 von 600 Opferfamilien der 9/11-Anschläge eingereicht worden war. Ende April 2004, einen Tag, bevor sie ihre eidesstattliche Aussage machen sollte, zog Ashcrofts Justizministerium vor Gericht – das Gericht von Richter Reggie B. Walton, der von Präsident Bush ernannt worden war – um diese Vorladung aufzuheben und um damit Edmonds' eidesstattliche Aussage zu verhindern, indem es sich erneut auf die »nationale Sicherheit« und das »Staatsgeheimnis«-Privileg berief.57 Diese Anstrengung war von Erfolg gekrönt.

Ashcroft gelang es sogar, daß Edmonds' Aussagen – einschließlich zuvor gemachter öffentlicher Stellungnahmen und journalistischer Zitate ihrer Aussagen – als geheim eingestuft wurden. Letzte Handlung hat im Kongreß Zwischenrufe hervorgerufen. Der republikanische Senator Charles Grassley berichtete, daß der Kongreß informiert worden war, daß das FBI zwei Jahre alte Informationen über Edmonds als geheim eingestuft hatte, die der Justizausschuß des Senats in den beiden vorangegangenen Briefings erhalten hatte, und sagte:

Ich bin sehr besorgt über die nachträgliche Einstufung. Auf der einen Seite denke ich, ist es lächerlich, weil mir klar ist, daß fast alle diese Informationen öffentlich verfügbar und sehr weit verbreitet sind. Auf der anderen Seite ist diese Geheim-Einstufung sehr schwerwiegend, weil es scheint, daß das FBI versucht, dem Kongreß ein Redeverbot zu erteilen.

Er fügte hinzu: »Ich glaube nicht, daß es wirklich um die nationale Sicherheit geht. Wenn es so wäre, hätte das FBI dies bereits sehr lange zuvor getan.«58

Edmonds selbst reagierte auf diesen offensichtlichen Versuch, dem US-Kongreß ein Redeverbot zu erteilen mit der Herausgabe einer Pressemitteilung. Nach Aufzählung der verschiedenen Aktionen, die FBI und Justizministerium gegen sie unternommen hatten – nicht um die nationale Sicherheit zu schützen, sagte sie, sondern sich selbst – rief sie den Kongreß auf, »seine eigenen öffentlichen Anhörungen zu diesen Fragen zu abhalten.« Sie beendete ihre Stellungnahme mit den Worten: »Ich habe nicht mehr die Absicht, hinter ihre verschlossenen Sicherheitstüren zu treten, um als Zeugin auszusagen. Ich habe die Absicht offen als Zeugin auszusagen, öffentlich, und unter Eid.«59 Die Frage ist nun, ob der US-Kongreß, der die Gewaltenteilung gegenüber der Exekutive anwenden sollte, dies ermöglichen wird.

Edmonds berichtet außerdem darüber, daß sie nicht die einzige unter den ehemaligen FBI-Übersetzern ist, die versuchte, mit Informationen, welche mit dem 11. September in Verbindung stehen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie sagt, daß Behrooz Sarshar, der in der gleichen Abteilung wie sie arbeitete, sich an den Justizausschuß des Senats wenden wollte, um Schutz unter dem Wistleblower Protection Act zu erhalten. Sie erklärte, daß sie daraufhin ein solches Treffen arrangierte und fuhr folgendermaßen fort:

Mehrere 9/11-Familienmitglieder und ich nahmen Mr. Sarshar zum Justizausschuß des Senats zu einem Treffen in Senator Grassleys Büro. Mr. Sarshar versorgte sie mit detaillierten Informationen; bis zum heutigen Tag jedoch hat Senator Grassley nicht entsprechend gehandelt und schob den Schwarzen Peter der 9/11-Kommission zu. Als nächstes arrangierten wir eine Besprechung zwischen der 9/11-Kommission und Mr. Sarshar. Er war am 12. Februar 2004 dort und versorgte die Ermittler der 9/11-Kommission fast drei Stunden lang mit allen Details der Untersuchung, die mit dem 11. September-Terroranschlag zu tun hatten. Er gab ihnen die Namen von bestimmten Agenten, die mindestens 12 Jahre von der Behörde eingesetzt worden waren. Er gab ihnen Kontaktinformationen bestimmter Agenten, die über diese Themen Bescheid wußten. Und sie selbst wollten kommen und darüber reden, aber sie brauchten ein gewisses Maß an Schutz. Mr. Sarshar versorgte sie mit all diesen Informationen und wo nach diesen Dokumente usw. zu suchen war, doch bis zu diesem Tag hat der Justizausschuß des Senats und die 9/11-Kommission diesen Schwarzen Peter hin und her geschoben. Somit lagen all diese Informationen vor ihnen. Sie haben keinen der von Herrn Sarshar vorgestellten Zeugen einberufen. Und während der Anhörung der 9/11-Kommission mit Direktor Mueller wurde keine dieser Fragen gestellt. Genau genommen hatten sie überhaupt keine Fragen für Direktor Mueller.60

Edmonds hat eine Klage gegen das Justizministerium eingereicht, die dessen Verwendung des Privilegs von Staatsgeheimnissen in Frage stellt, welches verhindern soll, daß sie als Zeugin über ihr Wissen aussagt. Bis zur Drucklegung dieses Buches ist es ihr jedoch noch nicht einmal gelungen, einen Gerichtstermin zu bekommen. Eine Anhörung war für den 14. Juni 2004 vor der Kammer von Richter Walton anberaumt, der das Justizministerium angewiesen hatte, darzulegen, warum »sensible Informationen nicht von nicht-sensiblen Informationen entwirrt werden können«, um Edmonds' Klage voranzubringen. Das Justizministerium übermittelte seine Argumente am 9. Juni. Aber dann sagte Walton zum vierten Male die mündliche Verhandlung ab, ohne einen Grund zu nennen oder auch nur einen Hinweis zu geben, wann die Verhandlung neu angesetzt würde.61

Doch obwohl Edmonds keine spezifischen Details zu dem, was sie weiß, beschreiben kann, äußerte sie sich, um die Welt wissen zu lassen, welche Art von Zeugenaussage sie hinter verschlossenen Türen gemacht hat. Sie tut dies und vergleicht »hinter verschlossenen Türen« mit »einem schwarzen Loch« und vermutet, daß »was auch immer für Informationen man ihnen hinter diesen verschlossenen Türen gibt … bleibt dort und wird nie wieder herauskommen.« Die Richtigkeit dieses Verdachts läßt sich durch die Untersuchung des Abschlußberichts der 9/11-Kommission überprüfen (der bis zur Drucklegung dieses Buches noch nicht erschienen war), um zu erkennen, was der Bericht über Edmonds' Zeugenaussage und die von Behrooz Sarshar enthüllt – was uns wiederum zum Thema der 9/11-Kommission bringt.

Die 9/11-Kommission

Im 10. Kapitel berichtete ich, daß sich eine Reihe von Kritikern auf die Unabhängige 9/11-Kommission als »die 9/11-Vertuschungskommission« beziehen und daß Sprecher der Opferfamilien durch diese Kommission immer frustrierter wurden und die Befürchtung äußerten, der Abschlußbericht würde eine »Schönfärberei« werden. Ich schloß mit dem Hinweis, »falls es in den wenigen verbleibenden Monaten keine radikale Änderung der Haltung und Taktik der Unabhängigen 9/11-Kommission gibt, wird eine neue Untersuchung erforderlich sein, wenn es überhaupt eine Hoffnung geben soll, die Wahrheit aufzudecken.«

Die letzten öffentlichen Anhörungen lieferten keine Anzeichen, daß diese radikale Veränderung eingetreten war. In den Sitzungen im Mai 2004 in New York brachten Familienmitglieder sogar noch mehr Empörung über die Kommission zum Ausdruck als zuvor. Sara Kugler von der Associated Press berichtete am Ende dieser Anhörungen, daß »die Familien der Opfer jetzt wütend auf die 9/11-Kommission sind, über die sie sagen, daß sie es versäumte, das Unglück gründlich zu untersuchen.«

Am Tag nach Giulianis Befragung sagte ein Familienmitglied: »Heute war ein Witz. … Echte Fragen wurden nicht gestellt.« Giulianis Befragung endete in der Tat abrupt, »als Angehörige der Verstorbenen aufstanden und riefen, das Gremium würde ›Softball-Fragen‹ stellen und Giulianis Antworten ohne Nachfragen akzeptieren.« Jemand im Publikum wurde aus dem Raum eskortiert, nachdem er geschrien hatte: »Dreitausend Menschen sind tot! Laßt uns ein paar echte Fragen stellen!«62 Nachdem der Vorsitzende Kean den lautstarken Familienmitgliedern sagte »Sie verschwenden einfach nur Zeit«, riefen sie zurück: »IHR verschwendet Zeit!«63

Eine Sache, über die sich die Familienmitglieder vor allem empörten, war, daß, obwohl die Gremiumsmitglieder jeweils nur fünf Minuten hatten, um Giuliani zu befragen, nutzten sie einen Teil dieser wertvollen Zeit dafür, um Giuliani für seine Führungsstärke zu loben.64 Der Vorsitzende Kean selbst sagte beispielsweise: »New York City, an diesem schrecklichen Tag, war in einem Sinne gesegnet, weil es Sie als Führer hatte. Es hatte jemanden, der ein großartiger, großartiger Führer war, der bei einem schrecklichen, schrecklichen Ereignis die Führung übernahm.«65

Keans Kommentar illustriert das grundsätzliche Problem der Haltung, die die Kommission eingenommen hatte. Sie begann unter der Annahme, daß die offizielle Geschichte des 11. September korrekt sei, zumindest im Hinblick auf ihre grundlegende Prämisse, nämlich daß die Anschläge des 11. September aufgrund von Inkompetenz, Unwissenheit, mangelnder Kommunikation und verschiedenen anderen Arten von Pannen geschehen konnten. Obwohl ihnen eine riesige Menge an Beweisen zur Verfügung gestellt wurde, daß das eigentliche Problem der Stand down-Befehl war – so wurden den Mitgliedern zum Beispiel Exemplare der ersten Auflage dieses Buches bereitgestellt – stellte die Kommission, zumindest öffentlich, keine Fragen, die darauf abzielten, die Möglichkeit einer Tatbeteiligung von Personen in der Regierung zu untersuchen.

Um das Problem in Hinblick auf die Befragung von Giuliani aufzuzeigen: Anstatt ihre Schlußfolgerung im voraus kundzutun, daß er so ein großartiger Führer war, hätten die Kommissionsmitglieder der Frage nachgehen müssen, ob er vielleicht gerade an einigen dieser Ereignisse beteiligt war, die ihm erst die Gelegenheit gaben, als solcher wahrgenommen zu werden. Angesichts der in diesem vorliegenden Buch aufgeworfenen Themen sind hier einige Fragen, die, Giuliani zu stellen, besonders angebracht gewesen wären:

1. Wie erklären Sie die Tatsache, daß, obwohl Stahlskelett-Hochhäuser noch nie aufgrund von Feuer in irgendeiner anderen Stadt der Welt zusammengebrochen sind, am 11. September drei solcher Gebäude in New York zusammenbrachen?

2. Wenn es eine Erklärung gibt, die Sie als Grund akzeptierten, warum die Zwillingstürme eingestürzten, wie erklären Sie den Zusammenbruch von Gebäude Nr. 7? Akzeptieren Sie angesichts Ihrer intimen Kenntnis des Gebäudes die spekulative Hypothese des FEMA- Berichts, obwohl dieser Bericht besagt, daß diese Hypothese »nur eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit hat«?

3. In einem PBS-Dokumentarfilm erklärte Larry Silverstein, daß er einen Anruf von der Feuerwehr bekam, der sagte, daß sie nicht sicher seien, ob sie das Feuer in Gebäude Nr. 7 eindämmen können. Er sagte: » Wir hatten solch schreckliche Verluste an Menschenleben, vielleicht [ist] das Klügste, was man tun [kann], es zu sprengen [»to pull«, ziehen]« Er sagte dann, daß die Feuerwehr »die Entscheidung fällte, es zu sprengen [»to pull«, ziehen] und wir sahen das Gebäude zusammenbrechen.«66 Können Sie dies auf eine andere Weise interpretieren, als daß er sagte, daß Gebäude Nr. 7 absichtlich abgerissen wurde?

4. Wenn das der Fall ist, glauben Sie, es war gerechtfertigt, daß Mr. Silverstein mit einer Versicherungsauszahlung einen Gewinn von fast 500 Millionen Dollar für das Gebäude erzielte?

5. Nach allen verfügbaren Photos waren die Brände in Gebäude Nr. 7 recht klein. Wie können Sie dann die beiden nun vorliegenden Darstellungen erklären, warum dieses Gebäude zu Fall kam – daß es durch Feuer zu Fall gebracht wurde und daß das Feuer derart groß war, daß ihre Feuerwehr beschloß, jeglicher Versuch, das Gebäude zu retten, wäre sinnlos?

6. Sie sagten gegenüber Peter Jennings, daß Ihnen am Morgen des 11. September, während Sie in der Notfall-Kommandozentrale in Gebäude 7 waren, mitgeteilt wurde, daß Sie das Gebäude evakuieren sollten, weil das »World Trade Center einstürzen werde.« Wer hat Ihnen mitgeteilt, daß das WTC einstürzen werde? Haben Sie die Person gefragt, wie er oder sie dies wissen konnte? Haben Sie dies angesichts der Tatsache, daß Stahlskelett-Hochhäuser noch nie aufgrund von Feuer eingestürzt sind, geglaubt? Wenn ja, warum?67

7. Angesichts der Tatsache, daß es eine Verletzung von Bundesgesetzen darstellt, Beweismittel von einem Tatort zu entfernen, warum haben Sie angeordnet oder zumindest ermöglicht, den Stahl der Zwillingstürme und Gebäude Nr. 7 entfernen zu lassen, bevor er untersucht werden konnte?

8. Wenn Ihre Antwort auf diese Frage lautet, daß der Stahl entfernt werden mußte, damit Rettungskräfte nach Opfern suchen konnten, die sich unter den Trümmern der Zwillingstürmen noch am Leben befanden, warum wurde der Stahl ebenso schnell von Gebäude Nr. 7 entfernt? Laut Ihrer eigenen Darstellung wurde es viele Stunden, bevor es zusammenbrach, evakuiert, so daß keine Opfer zu erwarten waren. Und warum genehmigten Sie, daß der Stahl verkauft und nach Übersee verschifft wurde, wo er nicht untersucht werden konnte?

9. Stimmt es, daß Sie Ihre Akten als Bürgermeister der Stadt New York für 25 Jahre unter Verschluß halten? Wenn ja, warum?68

Wenn diese Fragen gestellt worden wären, hätte sich niemand darüber beschwert, daß keine echten Fragen gestellt wurden.

Es wäre natürlich unrealistisch zu glauben, daß die 9/11-Kommission diese Fragen an Giuliani hätte richten können – oder vergleichbare Fragen an Bush, Cheney, Rumsfeld, Wolfowitz, Myers, Mueller, Ashcroft und weitere Personen. Dies liegt teilweise daran, daß das Kommissionspersonal, das die Untersuchung durchführte, von Philip Zelikow und somit von der Bush-Regierung selbst geleitet wurde. Aber selbst wenn Zelikow ersetzt worden wäre, hätten die Mitglieder der Kommission allem Anschein nach von Anbeginn angenommen – und hätten dies trotz all des Mauerns und der Behinderungen durch das Weiße Haus weiterhin behauptet – daß kriminelle Tatbeteiligung kein Faktor beim 11. September gewesen sein könnte oder zumindest, daß diese Frage tabu wäre. Das grundlegende Problem lag im Mandat der Kommission, das in erster Linie darin bestand, Empfehlungen zur Vermeidung zukünftiger Terroranschläge dieser Art zu geben. Genau dieses Mandat setzte voraus, daß die Terroranschläge aufgrund von Pannen stattfanden und eben nicht aufgrund eines »Stand down«-Befehls.

Selbstverständlich hätte die Kommission selbst im Rahmen dieses Mandats im Prinzip noch die beunruhigenderen Fragen stellen können. Ihre Mitglieder hätten kollektiv entscheiden können, daß sie, um sinnvolle Vorschläge für die Zukunft zu unterbreiten, zuerst vernünftige Hypothesen über die Ursache der Anschläge des 11. September hätten untersuchen müssen, einschließlich Hypothesen zu verschiedenen Stufen der Tatbeteiligung der Bush-Regierung. (Hätten die Mitglieder dies getan und dann beschlossen, daß solch eine Hypothese die beste Erklärung für die relevanten Beweise bietet, hätten sie zu dem Schluß kommen können, daß eine Möglichkeit, solche Angriffe in Zukunft zu verhindern, darin bestände zu verhindern, daß Personen, die solche Anschläge organisieren oder zumindest zulassen, in ein hohes Amt gewählt werden!)

Doch angesichts des Charakters, des Mandats und der Zusammensetzung der 9/11-Kommission war es praktisch eine ausgemachte Sache, daß sie diesem Ansatz nicht nachgehen würde. Unsere Kongreßabgeordneten müßten nun die Fragen separieren und sich zunächst alleine mit der Frage befassen, wie und warum die Anschläge des 11. September überhaupt gelingen konnten. Die Untersuchung der Frage einer möglichen Tatbeteiligung der Bush-Regierung würde wahrscheinlich – sobald eine Untersuchung durch den Kongreß die wahrscheinliche Ursache festgestellt hätte – die Ernennung eines Sonderstaatsanwalts erfordern. Worauf die Erfahrung mit der 9/11-Kommission deutlich hinweist, ist, daß die Untersuchung, um überhaupt eine Chance auf eine gründliche Untersuchung zu haben, aus dem Bereich der Politik in den der Justiz übertragen werden muß. Aber es ist ebenso klar, daß die Aufgabe nicht dem Justizministerium übertragen werden kann, insbesondere solange es der Bush-Regierung untersteht.

Sibel Edmonds spricht aus eigener Erfahrung, wenn sie sagt, daß »es bis zum heutigen Tag keine wirkliche Untersuchung gegeben hat.« Der Bericht der 9/11-Kommission wird nur wenige Fragen beantworten, prognostizierte sie, weil »alles, was irgendeinen Wert hat, wird zensiert, weil es sich um streng geheim eingestufte Informationen handelt.« Sie hat ebenfalls darauf hingewiesen, woran wir eine wirkliche Untersuchung erkennen, falls wir eine solche erleben werden: »Wenn sie eine echte Untersuchung durchführen sollten«, sagt sie, »würden wir in diesem Land mehrere bedeutende Strafverfolgungen auf höchster Ebene sehen.« Doch das ist etwas, fügt sie hinzu, »das sie nicht zulassen werden. Und, glauben Sie mir, sie werden alles tun, um dies zu vertuschen.«69 Wenn eine echte Untersuchung durchgeführt werden soll, so Edmonds, müssen das Volk und die Presse endlich verlangen, daß der Kongreß eine solche Untersuchung genehmigt.

Ein Haupthindernis für die Genehmigung einer Untersuchung könnte der Trägheitsfaktor sein. Unsere Senatoren und Abgeordneten könnten sagen, daß wir jetzt, wo wir bereits zwei Untersuchungen zum 11. September hatten, das alles einfach nicht noch einmal durchgehen können. Es sei denn, wir tun dies, werden wir im Endeffekt hingegen sagen, daß wir uns damit zufrieden geben, daß das, was wohl das Verbrechen des Jahrhunderts ist, unentdeckt bleibt. Und es ist ja nicht so, daß diese echte Untersuchung von vorne anfangen müßte. Dank der Forschung, die von Hunderten von Personen durchgeführt wurde, von der vieles in diesem Buch zusammengefaßt wird, besäßen Ermittler Dutzende von Stellen, von denen aus sie anfangen könnten – ein Punkt, der uns zum nächsten und letzten Thema bringt.

Eindeutige Beweise

Ich bin oft gefragt worden, ob irgendwelche »rauchende Pistolen« existieren, die auf eine Tatbeteiligung der Bush-Regierung deuten. Dies ist eine Frage, der ich im Hauptteil dieses Buches nicht explizit nachgegangen bin. Statt mich auf die berichteten Ereignisse zu konzentrieren, die am deutlichsten auf eine solche Tatbeteiligung weisen, habe ich stattdessen eine kumulative Argumentation vorgelegt und darauf verwiesen, daß es unter der Voraussetzung, daß zumindest ein erheblicher Teil der wiedergegebenen Beweise wahr sind, das Überzeugendste ist, daß anscheinend derart viele Beweisstränge in die gleiche Richtung weisen. Allerdings habe ich ergänzt, daß »einige der Stränge [in dieser kumulativen Argumentation] derart sind, daß ein oder zwei von ihnen bei entsprechender Beweislage ausreichen, um den ganzen Fall zu tragen.« (siehe Einleitung) Ich sagte, mit anderen Worten, daß wir prima facie einige »rauchende Pistolen« vorliegen haben.

Weil diese Frage derart oft aufgekommen ist, will ich mit einer Liste von Punkten, über die ich berichtet habe, und die ich als solche ansehen würde, abschließen. Als ich das Buch erneut durchging, um diese Liste zusammenzustellen, war ich überrascht zu sehen, wie viele es sind. Tatsächlich bin ich auf eine Liste mit 40 Punkten gekommen:

1. Das Scheitern der Standardprozeduren, Flug 11 abzufangen.

2. Das Scheitern des Standardverfahrens, Flug 175 abzufangen.

3. Das Scheitern des Standardverfahrens, Flug 77 abzufangen.

4. Die Tatsache, daß die offizielle Geschichte zu diesem dreimaligen Scheitern ein paar Tage nach dem 11. September geändert wurde.

5. Die Tatsache, daß laut der zweiten Version der offiziellen Geschichte der Befehl zum Starten von Kampfflugzeugen, um die Flüge 11 und 175 abzufangen, an die Luftwaffenbasis Otis ging, statt an die nähere Luftwaffenbasis McGuire.

6. Die Tatsache, daß laut dieser zweiten Version der Befehl zum Starten von Kampfflugzeugen, um Washington zu schützen, an die Luftwaffenbasis Langley ging, statt an die nähere Luftwaffenbasis Andrews.

7. Die Tatsache, daß selbst angesichts der NORAD-Zeitleiste und der größeren Entfernungen, die die Piloten von Otis und Langley zurücklegen mußten, ihre Kampfflugzeuge bei Höchstgeschwindigkeit New York und Washington hätten rechtzeitig erreicht müssen, um die Anschläge auf den Südturm und das Pentagon zu verhindern.

8. Die Tatsache, daß laut dieser zweiten Version den Kampfflugzeugen, die zu spät kamen, um die Flüge 11 und 175 abzufangen, nicht befohlen wurde, nach Washington weiterzufliegen, obwohl zu dieser Zeit bekannt war, daß Flug 77 entführt worden war und laut offizieller Version zurück in Richtung Washington flog.

9. Verkehrsminister Minetas Bericht über eine Konversation, die einen »Stand down«-Befehl von Vizepräsident Cheney widergespiegelt haben könnte.

10. Die Tatsache, daß am 11. September in New York drei Stahlskelett-Hochhäuser zum ersten Mal in der Geschichte aufgrund von Feuer – lokal ziemlich begrenzte Feuer, vor allem im Südturm und in Gebäude Nr. 7 – zusammenbrachen.

11. Die Tatsache, daß der Südturm als erster zusammenbrach, obwohl gemäß der Hypothese, daß die Gebäude aufgrund von Feuer einstürzten, dieser Turm, der als zweiter getroffen wurde, und das kleinere Feuer besaß, nicht als erster hätte zusammenbrechen dürfen.70

12. Die verschiedenen Arten von physikalischen Beweisen, daß die Zwillingstürme und Gebäude 7 durch eine kontrollierte Sprengung einstürzten. (Weil so viele verschiedene Beweisarten existieren – wie die Tatsache, daß die Stahlträger und Stahlsäulen in Stücke mit der richtigen Größe zertrümmert wurden, um auf Lastwagen verladen zu werden – könnte dieser Punkt in zahlreiche »rauchende Pistolen« unterteilt werden.)

13. Larry Silversteins Aussage, daß er und die Feuerwehr sich entschieden hätten, WTC 7 zu sprengen (»to pull«, ziehen), zusammen mit Beweisen dafür, daß die Feuerwehr Vorwissen zu seinem Zusammenbruch besaß – trotz des Fehlens physikalischer Beweise für einen bevorstehenden Zusammenbruch.

14. Bürgermeister Giulianis Äußerung, daß er im voraus wußte, daß die Zwillingstürme einstürzen werden.

15. Die schnelle Beseitigung des Stahls aller drei Gebäude – insbesondere von Gebäude Nr. 7, wo es keine Opfer gab – bevor dieser untersucht werden konnte.

16. Die Tatsache, daß photografisches Beweismaterial zeigt, daß das am Pentagon erzeugte Loch viel kleiner ist als ein Loch, das eine Boeing 757 verursacht hätte.

17. Die Tatsache, daß Photos zeigen, daß es keine Überreste eines großen Passagierflugzeugs vor der Einschlagstelle gab, obwohl angesichts des kleinen Eintrittslochs die Boeing 757 nicht vollständig eingedrungen sein konnte.

18. Die Tatsache, daß Zeugen außerdem berichteten, keine Überreste eines großen Passagierflugzeugs im Inneren des Pentagons gesehen zu haben.

19. Die Tatsache, daß der Westflügel – weit davon entfernt, der wahrscheinlichste Teil des Pentagons zu sein, um von Terroristen anvisiert zu werden – sogar der unwahrscheinlichste Teil war, der außerdem noch schwer zu treffen war.

20. Die Tatsache, daß jedes nicht-militärische Flugzeug, da es keinen Transponder besitzt, der ein »Freund«-Signal aussendet, automatisch von den Raketenbatterien des Pentagons abgeschossen worden wäre.

21. Die extrem hohe Unwahrscheinlichkeit, daß eine entführte 757 etwa 40 Minuten lang unbemerkt durch den amerikanischen Luftraum geflogen sein kann – vor allem in Richtung des Pentagons.

22. Die Beweise dafür, daß die Bush-Regierung gelogen hat, als sie behauptete, Flug 93 nicht abgeschossen zu haben.

23. Die Tatsache, daß Präsident Bush bei seiner Ankunft an der Sarasota-Schule – selbst nach einem Telefongespräch mit Condoleezza Rice – den Eindruck vermittelte, er wüßte nicht, daß abgesehen von dem Flugzeug, das in den Nordturm des WTC gestürzt war, zwei weitere Flugzeuge entführt worden waren.

24. Die Tatsache, daß Bush, nachdem er über den Anschlag auf den Südturm unterrichtet worden war, nicht wie ein Oberbefehlshaber handelte, der überrascht war zu erfahren, daß die Vereinigten Staaten gerade den größten Terroranschlag in ihrer Geschichte erlitten.

25. Die Tatsache, daß Bush und sein Gefolge – einschließlich des Secret Service – während ihres Aufenthalts in Florida keine Spur von Angst zeigten, angegriffen zu werden, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt – die Richtigkeit der offiziellen Version vorausgesetzt – weder gewußt haben konnten, wie viele Flugzeuge entführt worden waren, noch was die Ziele der Terroristen waren.

26. Das mehrfache Abstreiten von Mitgliedern der Bush-Regierung, sie hätten keine Ahnung gehabt, daß Flugzeuge bei einem Terroranschlag gegen die Vereinigten Staaten als Waffen benutzt werden könnten, obwohl dieses Wissen weit verbreitet war – teilweise aufgrund von Warnungen, die die Bush-Regierung selbst erhalten hatte, und die besagte, daß Terroristen tatsächlich derartige Anschläge planten.

27. Die Tatsache, daß das FBI spezifisches Vorwissen zu den Anschlägen gehabt haben mußte, angesichts (a) der Konfiszierung einer Filmaufnahme des Anschlags auf das Pentagon innerhalb von fünf Minuten, (b) der Konfiszierung von Akten der Schüler von Flugschulen in Florida innerhalb von 18 Stunden und (c) die berichteten Zeugenaussagen von FBI-Agenten (gegenüber David Schippers und dem New American), daß sie den Zeitpunkt und die Ziele des New Yorker Anschlags Monate im voraus kannten.

28. Das wiederholte Abstreiten von Mitgliedern der Bush-Regierung, daß sie spezifisches Vorwissen zu den Anschlägen des 11. Septembers erlangt hatten, was im Widerspruch zu stichhaltigen Beweisen für das Gegenteil steht, einschließlich der Käufe von riesigen Mengen an Put-Optionen auf United Airlines, American Airlines und Morgan Stanley Dean Witter.71

29. Beweise, daß, obwohl Osama bin Laden offiziell Amerikas »meistgesuchter« Verbrecher war, er zwei Monate vor dem 11. September in einem amerikanischen Krankenhaus in Dubai von einem amerikanischen Chirurgen behandelt und von einem CIA-Agenten besuchte wurde.

30. Beweise dafür, daß FBI-Agenten in Minnesota, New York und Chicago vom FBI-Hauptquartier an der Durchführung von Untersuchungen gehindert wurden, die die Terroranschläge hätten aufdecken können.

31. Das Schikanieren und die Degradierung von DIA-Agentin Julie Sirrs, nachdem sie aus Afghanistan Informationen über einen Plan, Ahmad Massood zu ermorden, zurückgebracht hatte.

32. Beweise dafür, daß die Bush-Regierung bereits vor Juli 2001 beschlossen hatte, »spätestens bis Mitte Oktober« Afghanistan anzugreifen, in Verbindung mit der Tatsache, daß die Anschläge des 11. September dadurch, daß sie an diesem Tag stattfanden, dem US-Militär genügend Vorbereitungszeit gaben, diesen Angriff am 7. Oktober zu beginnen.

33. Die Beweise dafür, daß während der »Jagd auf bin Laden« nach dem 11. September ihm und seinen al-Qaida-Kräften wiederholt gestattet wurde, zu entkommen.

34. Beweise dafür, daß die Bush-Regierung in vielfältiger Weise versuchte, die Verbindungen zwischen dem 11. September und Pakistans ISI zu verbergen.

35. Die Tatsache, daß der ISI, das Justizministerium und die Luftwaffe sich allesamt weigerten, Fragen zum Bericht zu beantworten, daß viele der (angeblichen) Entführer eine Ausbildung an US-Flugschulen erhalten hatten.

36. Die vielfachen Gründe, die Fabel der offiziellen Verschwörungstheorie von arabisch-muslimischen Entführern in Zweifel zu ziehen.

37. Die Entlassung von und der anschließende Maulkorberlaß für FBI-›Whistleblowerin‹ Sibel Edmonds, nachdem sie berichtet hatte, daß eine mit dem 11. September in Verbindung stehende Untersuchung durch einen Spion sabotiert wurde.

38. Die Tatsache, daß, während Personen wie Julie Sirrs und Sibel Edmonds bestraft wurden, es keinerlei Berichte über Strafen für jemanden gibt, der in bezug auf den 11. September inkompetent oder behindernd gehandelt hatte – weder bei der FAA, dem FBI, der CIA, der DIA, der NSA, dem Justizministerium, dem Weißen Haus, NORAD, dem Pentagon noch dem US-Militär im allgemeinen.

39. Die Tatsache, daß die Bush-Regierung nicht die Identitäten derer preisgab, die die Put-Optionen auf United Airlines, American Airlines und Morgan Stanley Dean Witter gekauft hatten.

40. Die Tatsache, daß das Weiße Haus wiederholt die Versuche der 9/11-Kommission behinderte – so schwach sie scheinbar auch gewesen sein mögen – zu erfahren, wie die Anschläge des 11. September erfolgreich sein konnten.

Diese »rauchenden Pistolen« könnten einige Ansatzpunkte für eine echte Untersuchung bieten – falls und wenn eine solche Untersuchung überhaupt jemals zugelassen wird.72

© David Ray Griffin
Oliver Bommer (deutsche Übersetzung)