Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Osama bin Laden: Tot oder lebendig?

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Viele Indizien führen, wie wir gesehen haben, zu dem Schluss, dass bin Laden nicht mehr lebt. Diese Indizien umfassen die folgenden Punkte:

• Eine pakistanische Zeitung veröffentlichte einen Bericht, wonach am 15. Dezember 2001 eine Totenmesse für Osama bin Laden stattfand.

• Die Wahrscheinlichkeit, dass bin Laden kurz vor dem 15. Dezember aus dem Leben schied, wird dadurch bekräftigt, dass die US-Geheimdienste seit dem 13. Dezember 2001 keine Nachrichten mehr von ihm aufgefangen haben.

• Die Wahrscheinlichkeit für den Tod bin Ladens wurde zusätzlich durch glaubwürdige Berichte untermauert, die belegen, dass er an einer Nierenerkrankung litt und während der Aufnahme seines letzten zweifellos echten Videobandes – irgendwann nach dem 16. November – offenbar bereits schwer erkrankt war (wie von Peter Bergen und Dr. Sanjay Gupta dargelegt).

• Präsident Bush, Verteidigungsminister Rumsfeld und der Sprecher der US-geführten Koalition in Afghanistan, Kenton Keith, ließen alle Ende 2001 beziehungsweise Anfang 2002 verlauten, dass bin Laden mutmaßlich verstorben sei. Ende 2008 schloss sich Vizepräsident Cheney diesem Gedanken an.

• Zahlreiche Personen mit Zugang zu Insider-Informationen – einschließlich Robert Baer, Bruce Lawrence, Oliver North, Dale Watson sowie Quellen innerhalb des israelischen Geheimdienstes – brachten ihre feste Überzeugung zum Ausdruck, dass bin Laden nicht mehr am Leben ist.

• Phasenweise veröffentlichten die Massenmedien – unter anderem Associated Press, CBS News, CNN, Fox News, die New York Times, der Telegraph und das Time Magazine – Meldungen, die vermuten ließen, bin Laden könnte gestorben sein.

• Es besteht weitgehend Konsens, dass die nach 2001 erschienenen „Botschaften von bin Laden“ die einzigen Beweise sein sollen, dass er weiterhin existiert, aber keine von ihnen kann definitiv als authentisch verifiziert werden.

• Mehrere der nach 2001 veröffentlichten und bin Laden zugeschriebenen Audio- und Videobänder sind offenbar Fälschungen, was den Schluss nahelegt, dass wahrscheinlich alle gefälscht worden sind.

• Viele der angeblich von bin Laden und anderen al-Qaida-Protagonisten stammenden Bänder tauchten – aus Sicht der Bush-Regierung – zu passenden Zeiten auf, was vermuten lässt, dass sie von regierungsfreundlichen Kräften publiziert worden sind statt von feindlichen.

• Im Jahre 2008 äußerte sich ein westlicher Geheimdienstexperte, dass es seit Dezember 2001 keine nachrichtendienstlichen Informationen mehr über Osama bin Laden gab: »Wir haben seit 2001 keine gesicherten Erkenntnisse über OBL. Alles andere sind Gerüchte und Müll, entweder hochgepeitscht durch die Medien oder am laufenden Band in den Korridoren der Macht westlicher Hauptstädte produziert.«1 Das Fehlen jeglicher geheimdienstlicher Informationen über bin Laden – angesichts der Überwachung durch Spionagesatelliten und der Belohnung über 25 Millionen Dollar für Informationen, die zu seiner Ergreifung führen – sind weitere Gründe für die Annahme, dass er nicht mehr unter uns weilt.

Die verfügbaren Indizien untermauern daher die von Robert Baer im Oktober 2008 getroffene Aussage, dass Osama bin Laden tot ist. Sollte sich diese Aussage als wahr erweisen, folgt ihr die entsprechende Schlussfolgerung von Baer über „die Jagd nach Osama bin Laden“: »Der Krieg könnte sich noch endlos hinziehen, wenn das Ziel darin liegt, diesen Mann tot oder lebendig zu fassen.«2

Natürlich besteht weiterhin die Möglichkeit, dass der Wunsch bestimmter Parteien nach einem derartigen Krieg zu der Motivation geführt hat, gefälschte Botschaften von bin Laden zu produzieren.